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Michael Becker geht Ende des Jahres in den Ruhestand

Burg-Gaststätte in Schaumburg schließt

SCHAUMBURG. Gerüchteweise hat es im Dorf bereits die Runde gemacht: Michael Becker, in der zweiten Generation Pächter des Restaurants auf der Schaumburg, will Ende des Jahres in Ruhestand gehen. Er ist dann 63 Jahre alt. Becker sagt, das Geschäft sei in den letzten Jahren nicht einfacher geworden. Auch die neuen Arbeitsschutzregelungen für Aushilfskräfte machten die Sache für eine Gastronomie wie auf der Burg nicht leicht.

veröffentlicht am 18.12.2017 um 17:56 Uhr

In der Burg-Gaststätte gibt es einen erheblichen Sanierungsstau. Fotos: wm
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Autor

Hans Weimann Reporter
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Womit sich automatisch die Frage stellt: Was wird aus dem Restaurant? „Wir wissen es noch nicht“, schilderte Dietmar Weh, bei der Fürstlichen Hofkammer Leiter der Bauabteilung. Weh sagt, man werde sich um einen Nachfolger für Becker bemühen, wollte aber nicht völlig ausschließen, dass möglicherweise das Restaurant zumindest in der bisherigen Form geschlossen wird und es eine andere Nutzung geben könnte.

Pächter Becker sieht vor allem den Sanierungsstau, die Investitionen, die die Hofkammer tätigen müsste. Beginnend bei der Heizungsanlage, dem Sanieren der Räume, am Saal. All das ist auch Weh bekannt. Doch Weh betonte, Zahlen dazu, also was investiert werden müsste, habe man noch nicht ermittelt.

Doch die Entscheidung drängt. Denn sollte mit dem Ausscheiden von Becker auch die Konzession enden, würden weitere Modernisierungen und Anpassungen an die Standards notwendig bei Toiletten und Brandschutz. Dann gibt es da noch in unmittelbare Nähe „Mitbewerber“, die einen Namen in der Gastronomie in der Region haben, was das Geschäft nicht einfacher macht.

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Früher seien Busse bis auf die Schaumburg gefahren, erzählt Becker, Ausflugsfahrten und Kurgäste aus Bad Eilsen, das gebe es heute nicht mehr. Als nach wie vor großes Hemmnis sieht Becker die gepflasterte steile Zufahrt. Die garantiert einerseits das historische Ambiente, was Besucher so lieben, andererseits trauen sich bei Schnee und schlechtem Wetter viele Gäste nicht mehr hoch.

Anlässlich des 900-jährigen Bestehens der Burg im Jahr 2010 hatte die Fürstliche Hofkammer schon einmal Handwerker auf die Burg geschickt für grundlegende Arbeiten. So wurden beispielsweise Bäume entfernt, die Burgmauern verdeckten, die Mauern vom Efeu befreit, neu verfugt und gereinigt, ein Geländer am Steilstück zum Burghof angebracht, der Biergarten neu gestaltet. Ein Jahr später hat man dann die Freitreppe zur Terrasse abgebaut.

Die Fürstliche Hofkammer hat ihre gastronomischen Betriebe – Schlossküche, Parkcafé, Wilhelmstein am Steinhuder Meer und Ida-Turm – im Vorjahr in einer eigenen GmbH zusammengefasst. Das Restaurant auf der Schaumburg ist nicht dabei.

Die Burg ist nach wie vor Anziehungspunkt für Touristen, Wanderer, Radfahrer auf dem Weserradweg – das Wahrzeichen des Schaumburger Landes. Eine Burg der Mythen und Sagen wie von der Wichtelfrau, in die sich ein Schaumburger Graf verliebt haben soll. Familie Becker bewirtschaftet die Burggaststätte in zweiter Generation und hat spannende Geschichten zu erzählen. Doch dazu habe er im Moment keine Zeit, so Becker. Viele Gäste hätten sich über Weihnachten und Neujahr angemeldet, er habe alle Hände voll zu tun. Eigentlich ein Kompliment an den Gastronomen.

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