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Sturz bei Grupenhagen

Bussard kontra Motorrad: Fahrer bei Zusammenprall verletzt

GRUPENHAGEN. Manchmal passieren Unfälle, die hält man fast nicht für möglich. Wie jener vom vergangenen Samstag, der sich in der Nähe von Grupenhagen ereignete, und für einen beteiligten Motorradfahrer wesentlich schlimmer hätte ausgehen können. Der Mann hatte großes Glück, nicht schwerer verletzt worden zu sein. Bei einer Motorradtour war der Rintelner mit einem Greifvogel zusammengeprallt.

veröffentlicht am 10.07.2017 um 17:24 Uhr
aktualisiert am 10.07.2017 um 18:20 Uhr

Wildtiere kennen keine Straßenverkehrsordnung. Ein Greifvogel wie dieser Bussard kann ebenso schnell wie andere Wildtiere auf einer Straße auftauchen. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Der Mann stürzte und verletzte sich leicht. Für den Mäusebussard verlief die unsanfte Begegnung allerdings tödlich – das Tier verendete.

Der 51-Jährige war um kurz nach 21 Uhr mit einer Suzuki auf der Kreisstraße 25 zwischen Grupenhagen und Boldenkoven unterwegs, als aus der Luft plötzlich der Bussard auftauchte. Eine Kollision konnte der Rintelner nicht mehr verhindern. Der Bussard krachte gegen die Maschine, der Mann stürzte vom Motorrad. „Der Rintelner wollte sich eigenständig in ärztliche Behandlung begeben“, sagte Polizeisprecher Jens Petersen am Montag.

Statistisch kracht alle zwei Minuten ein Auto mit einem Wildtier zusammen – nicht immer geht das so glimpflich aus wie in Grupenhagen. Auf der Bundesstraße 83 bei Fischbeck ist im November vergangenen Jahres ein Autofahrer bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, nachdem sein Wagen ein Wildtier erfasst hatte. Nach der Kollision mit einem auf die Straße gesprungenen Reh stellte sich das Auto quer und rutschte auf die Gegenfahrbahn. Eine entgegenkommende Limousine prallte gegen die Fahrerseite des Autos. Im Oktober 2015 verendete ein Wildschwein, nachdem es zwischen Haus Harderode und Lauenstein von einem Fahrrad angefahren wurde.

Information

Wenn Wild zu nahe kommt, raten Experten

Auf Straßen, auf denen ausdrücklich vor Wildwechsel gewarnt wird, sollten diese Schilder ernst genommen und das Tempo reduziert werden. Bei Tempo 80 beträgt der Bremsweg rund 55 Meter – alles darüber reicht in der Regel nicht aus, um vor einem plötzlich auf die Straße springenden Tier zum Stehen zu kommen.

Steht ein Tier am Straßenrand oder gar auf der Fahrbahn, sollte sofort kontrolliert gebremst werden, schon allein um im schlimmsten Fall die Aufprallgeschwindigkeit zu reduzieren. Schon bei 60 Stundenkilometern prallt ein Wildschwein mit rund 3,5 Tonnen gegen das Auto – ungefähr dem Gewicht eines Nashorns.

Im Dunkeln sollte man abblenden. Grelles Fernlicht macht die Tiere orientierungslos. Hupen kann helfen, Tiere noch rechtzeitig von der Fahrbahn zu vertreiben. Und Achtung: Wo ein Tier auftaucht, sind in der Regel noch weitere. Mit Nachzüglern ist zu rechnen .

Lässt sich ein Zusammenprall nicht mehr verhindern, heißt es: Vollbremsung und Lenkrad festhalten – auf keinen Fall ausweichen. Bei Kleintieren sollte man keine Vollbremsung hinlegen. Bei Auffahrunfällen könnte das Bremsen als verboten und grundlos ausgelegt werden.

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