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„App2Drive“ will in die Offensive

Carsharing stößt auf wenig Resonanz

BAD NENNDORF. Ein kleiner Laubhaufen türmt sich auf der Windschutzscheibe des roten Fiats, der für Carsharing in der Kurstadt bereit steht. In der Tür stecken außerdem mehrere Kärtchen von Autohändlern. Es sieht so aus, als wäre das Auto länger nicht bewegt worden. Dabei ist es das Ziel von Carsharing, möglichst vielen Leuten die Mobilität eines Autos zu ermöglichen.

veröffentlicht am 12.11.2017 um 18:15 Uhr

Der kleine rote Fiat von „App2Drive“ steht schon seit geraumer Zeit unter den Bäumen an der Poststraße und ist inzwischen sogar mit einem kleinen Laubhaufen bedeckt. Foto: Göt

Autor:

Andrea Göttling
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Seit Mitte September steht der Wagen auf dem Parkplatz an der Poststraße in Bad Nenndorf bereit und genießt die ungeteilte Aufmerksamkeit der Bäume, die ab und an Blätter auf ihn herabfallen lassen. Ein zweites Auto steht am Agnes-Miegel-Platz.

Auf Bestreben der Grünen-Fraktion ist das Carsharing Anfang des Jahres in die politische Diskussion gerückt. Der Vorschlag erntete Zuspruch von allen politischen Lagern. Die Stadt stellte dem Anbieter „App2Drive“ daraufhin zwei Parkplätze zur Verfügung.

In der Bereitstellung gab es dann jedoch Verzögerungen, wie Simone Oppermann vom Amt für Zentrale Dienste mitteilte. Zwischenzeitlich habe die Gemeinde demnach schon überlegt, den Vertrag zu kündigen und einen anderen Anbieter anzuschreiben. Grundsätzlich sei das Konzept „super für die Stadt“, findet Oppermann. Auch Stadtdirektor Mike Schmidt freute sich, dass die Autos jetzt da sind.

Die Öffentlichkeit wurde jedoch nicht über die Inbetriebnahme informiert. Auch Imke Hennemann-Kreikenbohm und Bernd Reese von den Grünen, die diesen Vorschlag überhaupt erst unterbreitet hatten, wussten nichts davon, dass die Autos inzwischen vor Ort sind. Der Anbieter will nun bald auf in die Werbe-Offensive gehen, erklärte Peter Mentzel von „App2Drive“ auf Anfrage. Er und seine Kollegen wollen das Angebot in der Kurstadt promoten. „Das Carsharing ist ein System, mit dem Menschen auf den Zweitwagen verzichten können“, erklärte Mentzel.

Wer das Carsharing nutzen will, kann sich unter www.app2drive.com registrieren. Die Nutzer müssen sich bei dem Anbieter registrieren lassen und können anschließend per Telefon oder via Internet die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge mieten. „Es stehen wie beim Handyvertrag unterschiedliche Tarife zur Auswahl“, erklärte Mentzel. Demnach gebe es sowohl Stundentarife als auch Kilometerpreise.

Nach einer Testphase könne der Nutzer einen auf seinen Bedarf zugeschnitten Tarif auswählen. „Bald soll die Registrierung auch im Rathaus möglich sein“, erklärte Oppermann.

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