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Fragen und Antworten

Champions League: Nur Finale mit deutschem Club im Free-TV

Hannover (dpa) - Nach einer wochenlangen Hängepartie verkündet Sky am Dienstag den exklusiven TV-Vertrag mit der UEFA. Deutschlands wichtigster Pay-TV-Anbieter sichert sich die Champions-League-Rechte und arbeitet künftig mit DAZN zusammen. Das ZDF geht leer aus.

veröffentlicht am 13.06.2017 um 15:20 Uhr
aktualisiert am 17.06.2017 um 13:20 Uhr

Nur so etwas bekommen Nicht-Abonnenten von Sky ab 2018 noch zu sehen: Philipp Lahm (l.) und Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern München jubeln nach dem Sieg im Finale der Champions League gegen Borussia Dortmund 2013 in London. Foto: Gerry Penny

Autor:

Stephan Köhnlein und Michael Rossmann, dpa

Wie ist die Situation derzeit?

Seit 2012 halten das ZDF und Sky die Senderechte für den deutschen Markt. Das Zweite als Nachfolger von Sat.1 zeigt nur noch in der kommenden Saison jeweils mittwochs in der Gruppenphase ein Spiel mit deutscher Beteiligung. Wenn in der K.o.-Phase nur noch ein deutscher Club dabei ist, darf das ZDF auch dessen Spiele am Dienstag zeigen. Alle Partien live gibt es beim Bezahlsender Sky, während das ZDF 18 Spiele überträgt.

Wer zeigt künftig die Champions League?

Von 2018 bis 2021 laufen die Spiele exklusiv beim Pay-TV-Sender Sky und auf der Streaming-Plattform DAZN, die Sublizenzen für das Internet erhält. Wer welche Spiele zeigen wird, ließen die Medienunternehmen am Dienstag offen. «Rechtzeitig vor Beginn der neuen Rechteperiode werden alle weiteren Einzelheiten zu dieser Vereinbarung bekanntgeben», hieß es.

Was macht das ZDF mit den eingesparten Geldern im zweistelligen Millionen-Bereich?

«Wir sind auch ohne die Rechte wettbewerbsstark und haben Alternativen. Anstelle der Übertragungen können wir künftig in andere hochwertige Programmangebote investieren», sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut.

Wer ist DAZN?

DAZN ist eine auf Sport spezialisierte Streaming-Plattform. Der Dienst, der im August 2016 an den Start gegangen ist, gehört zum britischen Medienunternehmen Perform Group, das wiederum zur amerikanischen Access-Group des Unternehmers Leonard Blavatnik gehört. Derzeit kostet das DAZN-Angebot 9,99 Euro im Monat. Der Preis soll mit der Champions League nicht steigen.

Gibt es ein Recht, die Champions League frei zu empfangen?

Nur ein Spiel ist gesetzlich geschützt. In Paragraf 4 des Rundfunkstaatsvertrages ist die Übertragung von Großereignissen geregelt, die von «erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung» sind und frei empfangbar sein müssen. Die Spiele der Champions League von der Gruppenphase bis zum Halbfinale fallen nicht darunter. Nur ein Endspiel mit deutscher Beteiligung muss im Free-TV gezeigt werden. Diese Bedingung könnte Sky mit seinem frei zugänglichen News-Kanal erfüllen.

Wie ist die Situation in anderen Ländern?

In Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich wird die Champions League bereits zum großen Teil im Pay-TV übertragen. Auf der Insel gab es Live-Spiele schon in der abgelaufenen Saison ausschließlich im Bezahl-Fernsehen. Der britische Markt ist für die UEFA besonders lukrativ. Dort hatte der Verband zuletzt über den Vermarkter TEAM einen Rekord-Vertrag abgeschlossen. 1,38 Milliarden Euro zahlt der Pay-TV-Sender BT Sports für drei Spielzeiten. In Frankreich erhielt der Telekommunikationskonzern SFR den Zuschlag, laut Medienberichten zahlt er dafür 370 Millionen Euro pro Spielzeit.

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