weather-image
15°
Zugabe um Sekunden verpasst

Chor- und Orchesterkonzert in der Stadtkirche mit Bach und Heinichen

BÜCKEBURG. Johann Sebastian Bach und Johann David Heinichen sind die Kompositionsprotagonisten eines in der Stadtkirche aufgeführten Chor- und Orchesterkonzerts gewesen.

veröffentlicht am 15.11.2017 um 15:58 Uhr
aktualisiert am 15.11.2017 um 16:50 Uhr

Kantorei und Barockorchester intonieren Werke von Bach und Heinichen. Foto: bus
bus-neu

Autor

Herbert Busch Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Bach (1685–1750) war mit der Kantate „Lobe den Herren“, BWV 137, Heinichen (1683–1729) mit dem Hochamt „Missa Nr. 9 in D“ vertreten.

Als Ausführende agierten die Sängerinnen und Sänger der Bückeburger Stadtkirchenkantorei und die Instrumentalisten des Barockorchesters „L’Arco“ aus Hannover sowie die Gesangssolisten Sarah Davidovic (Sopran), Stefanie Rüther (Alt), Florian Lohmann (Tenor) und Hinrich Horn (Bass). Die Gesamtleitung des Chor- und Orchesterkonzerts lag in den Händen von Kantor Siebelt Meier, der diesmal nicht an der Orgel, sondern auf dem Dirigentenpult zu erleben war.

Während Bachs wirkmächtige Choralkantate zu den bekanntesten und beliebtesten Kirchenliedern zählt und relativ häufig zu hören ist, sind Heinichens Tonsetzungen der breiten Öffentlichkeit weit weniger geläufig. Der Komponist und Musiktheoretiker galt seinerzeit als frühreifes Talent. Bereits im Alter von 13 Jahren erfreute er seine Umgebung mit Aufführungen eigener Werke.

Später komponierte er als Lutheraner Kirchenmusik für den katholischen Dresdner Hof. In seinen letzten Jahren arbeitete Heinichen an einem Traktat über den Generalbass, das heute unter Fachleuten als eine der wichtigsten musiktheoretischen Hinterlassenschaften des 18. Jahrhunderts gehandelt wird.

Das Stadtkirchen-Publikum ließ sich sowohl von der Kantate als auch von der „Missa“ gerne ergreifen. Das intensive Proben der Kantorei in den zurückliegenden Monaten hatte sich also offensichtlich gelohnt. Da auch die Barockmusikanten und das Solistenquartett sich von ihrer besten Seite präsentierten, kam der von einem Teil des Auditoriums stehend erteilte kräftige Schlussapplaus nicht von ungefähr.

Bleibt anzumerken, dass die Reihen diesmal trotz nahezu identischer Interpretenkonstellation wesentlich lichter als bei der knapp zwei Wochen zuvor intonierten großen Reformationskantate besetzt waren.

Gleichwie wäre das Gotteshaus, so die Beifallsspender nur ein wenig mehr Stehvermögen – gefühlt: zwei Sekunden – an den Tag gelegt hätten, gewiss in den Genuss einer Zugabe gekommen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare