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Das Leben der Kleinen

"Baby vom Balkon geworfen", "Kleinkind tot gefunden" - diese schrecklichen Schlagzeilen haben viele schockiert und erschüttert. Es bleibt unverständlich, dass diesen kleinen hilflosen Kindern Gewalt angetan wurde und dass sie offensichtlich nicht geschützt werden konnten.

veröffentlicht am 24.03.2007 um 00:00 Uhr

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Autor:

Martina Knöpfel-Lüssem

Was ist ein Kind wert? Für die einen bedeutet es die ganze Welt und für andere ist ein Kind zu bekommen selbstverständlich. Dann gibt es noch solche, die ein Kind für ihre Interessen gebrauchen oder missbrauchen oder solche, die überfordert sind. Ein Säugling rührt Herzen an - gerade in seiner Hilflosigkeit. Deshalb machen solche Schlagzeilen umso mehr betroffen. Das Leben dieser Kleinen war wie eine Knospe, die geknickt wurde, bevor sie aufblühen konnte. Sie starben, bevor sie richtig im Leben landeten. Es bleibt unverständlich. Und doch haben viele Frauen und Paareähnliches erlebt. Ihr Kind ist gestorben bevor es sein Leben entfalten konnte, entweder im Mutterleib oder kurz danach. Immer, wenn ein Kind stirbt, bleibt Schmerz zurück - egal wie alt das Kind war. Es ist nicht natürlich, wenn Kinder vor ihren Eltern sterben. Mit dem Tod des Kindes stirbt die Zukunft, die Eltern bleiben verwaist zurück, beraubt um ihre Zukunft und Freude, oft allein mit ihrer Trauer, besonders, wenn das Kind noch nicht geboren war. Wie gut tut dann ein Mitfühlen, ein tröstendes Wort, eine tröstende Geste oder eine stumme Umarmung! Totschweigen ist für die Betroffenen keine Lösung, denn das Kind hat gelebt und einen Platz in der Lebensgeschichte seiner Eltern. Der christliche Glaube kann trösten und Hoffnung geben: dieses Leben ist aufgehoben bei Gott, bei dem es keinen Schmerz, kein Leid und keine Tränen mehr gibt. Sie, die einen Namen hatten oder die noch namenlos waren, haben bei Gott einen Namen und einen Platz. Gott hat uns bereits bei der Empfängnis ein unvergängliches Leben gegeben. Carlo Carretto drückt es so aus: "Im Augenblick der Empfängnis geschieht es, dass Gott, der die Liebe ist - dieses erstaunliche Geschenk, das ein Baby ja ist, in Unsterblichkeit kleidet... Niemand besitzt die Macht, das unvergängliche Leben, das Gott mir geschenkt hat, zunichte zu machen...Man stirbt nicht mehr...Denk nur, ich werde noch in Hunderten von Milliarden Jahren am Leben sein!" Ewiges Leben von Anfang an ... Vielleicht kann das unsere Einstellung zum Leben und unser Handeln verändern! Martina Knöpfel-Lüssem ist Gemeindereferentin bei St. Sturmius .

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