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Abriss des Wasserturms naturschutzrechtlich von Oktober bis Dezember sinnvoll

Der Uhu muss umziehen

STADTHAGEN. Über den Abriss des Wasserturms am Georgschacht (wir berichteten) dürften nicht nur die Anhänger des Stadthäger Wahrzeichens traurig sein, auch ein Uhu ist offenbar auf dem Gelände zu Hause. Die Untere Naturschutzbehörde hat im Vorfeld des Abrisses eine Überprüfung des Geländes vorgenommen.

veröffentlicht am 17.09.2017 um 15:40 Uhr

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Autor:

Tina Bonfert
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STADTHAGEN. Das Ergebnis: Ein Uhu und auch Jungvögel wurden laut Martina Engelking, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, dort gesichtet. Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, ob sich der Brutplatz direkt in den Wasserturm befinde oder dieser nur als Versteck genutzt werde.

Der Vogel ist schon länger am Georgschacht beheimatet. Als der Kohlebunker auf dem Areal 2007 abgerissen wurde, sei dort eine künstliche Nisthilfe für den Uhu eingerichtet worden, die nach Worten von Engelking auch angenommen wurde. Daher habe die Untere Naturschutzbehörde den Abriss für die Zeit von Oktober bis Dezember empfohlen.

Auch für Gerd Hegemann ist der Uhu kein Unbekannter. Aber der Abriss erfolge ja nicht in den nächsten Tagen, müsse aber aufgrund des Sicherheitsrisikos erfolgen. Auf dem Gelände gebe es außer dem einsturzgefährdeten Wasserturm aber noch viele „mitgenommene Gebäude“ die dem Vogel die Möglichkeit bieten würden, einen neuen Platz zu finden. Und bei allem was gebaut oder abgerissen werde, würde immer auch das Naturschutzrecht beachtet, betont der Bauamtsleiter.

Guido Ronge der Vorsitzende der Nabu-Ortsgruppe Stadthagen bedauert, dass durch den Abriss des Wasserturms der Lebensraum der Tiere immer weiter beschnitten werde. „Auch wenn der Turm aus ökologischer Sicht zur Zeit nicht unmittelbar nötig und nicht unersetzbar erscheint, könnte er einen weiteren sinnvollen Baustein in dem Ökosystem am Georgschacht darstellen.“ Daher sei der Erhalt des Turmes zu begrüßen, jedoch müsse man sich „im Klaren darüber sein, dass das pure Wünschen alleine kein guter Berater ist und zu hohen ineffizienten Kosten und Folgekosten führen kann“. Das Interesse an dem Turm liege aus seiner Sicht in erster Linie „in dem kulturhistorischen und dem kulturlandschaftlichen Aspekt, der in vergangener Zeit in der Rückschau offensichtlich nicht genügend beachtet wurde“.

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