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Heimischer Profi Daniel Masur gewinnt Turnier in Biberach / Auch 2018 wieder auf der Jagd nach Weltranglistenpunkten

„Deutscher Meister“ ist perfekter Jahresabschluss

HEESSEN. Besonders stolz präsentiert sich derzeit Daniel Masur, der einzige heimische Tennisprofi. Zwar ist er in den vergangenen Monaten in der Weltrangliste einige Plätze nach hinten gerutscht, dafür darf er sich nach seinem Turniersieg in Biberach Deutscher Meister nennen.

veröffentlicht am 11.01.2018 um 14:06 Uhr
aktualisiert am 11.01.2018 um 16:35 Uhr

Autor:

Cord-Heinrich Möhle
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HEESSEN. Besonders stolz präsentiert sich derzeit Daniel Masur, der einzige heimische Tennisprofi. Zwar ist er in den vergangenen Monaten in der Weltrangliste einige Plätze nach hinten gerutscht, dafür errang er aber einen bedeutenden Titel. Auch wenn er nicht als Favorit in das entsprechende Turnier gegangen war, so holte er sich dennoch mit einer Superleistung in Biberach den Sieg und darf sich nun Deutscher Meister der Herren nennen. Im Endspiel der 46. Deutschen Meisterschaften besiegte Masur seinen Konkurrenten Marvin Möller mit 2:6, 6:3 und 6:2. Damit tritt der 23-jährige junge Mann, dessen Familie in Heeßen wohnt, die Nachfolge von so bekannten Tennisspielern wie Michael Stich, Nicolas Kiefer, Patrick Kühnen und Rainer Schüttler an, die sich im Verlauf ihrer großen Karriere ebenfalls mit dem Titel eines Deutschen Meisters schmückten.

Dem Tennisprofi Daniel Masur bedeutet der Erfolg nach eigenen Angaben wahnsinnig viel, weil er schon einmal vor drei Jahren im Finale stand, aber damals „leider“ verloren hatte. Masur: „Zu Beginn des jetzigen Turniers war ich doch etwas angespannt, konnte mich aber im Verlauf der einzelnen Matches immer mehr steigern. Dieser Triumph ist der perfekte Jahresabschluss.“ Als Favorit war bei den Meisterschaften Maximilian Marterer als Nr. 1 ins Rennen gegangen. Im Halbfinale musste er sich aber Masur mit 6:4 und 7:6 geschlagen geben. Der Deutsche Tennisbund (DTB) spricht von der Finalbegegnung Masur gegen Möller von einem hochklassigen Endspiel.

Im diesem Jahr finden die Deutschen Meisterschaften der Damen und Herren ebenfalls in der oberschwäbischen Kleinstadt Biberach statt – voraussichtlich werden die Wettkämpfe dann vom 9. bis zum 16. Dezember ausgetragen. Und Daniel Masur wird wieder mit von der Partie sein, wenn es sein Terminkalender erlaubt und er von Verletzungen verschont bleibt.

Das komplette Jahr 2017 war für den jungen Mann, der seit seinem Abitur im Jahre 2013 als Profi auf der Tennistour unterwegs ist, insgesamt nicht besonders erfolgreich. So musste er mit ansehen, wie er in der ATP-Weltrangliste von Platz 232 nach 346 abrutschte. Dennoch ist er mit seinem „Beruf“ immer noch sehr zufrieden, zumal er nicht nur in der Welt unterwegs ist und viele neue Leute kennenlernt, sondern mittlerweile auch dem Kader des deutschen Davis-Cup-Teams angehört. Erstmals war er bei dem Relegationsspiel (Verbleib in der Weltgruppe) gegen Polen im Einsatz. Masur: „Ich bin immer noch stolz, für Deutschland in Berlin aufgeschlagen und mit der Mannschaft gewonnen zu haben.“

Daniel Masur, den seine Freunde „Wally“ nennen (nach dem früheren australischen Spitzenspieler Wally Masur), spielte bis zum Jahre 2013 für den Mindener Tennisklub in der Verbandsliga. Mittlerweile schlägt er für den Tennispark Versmold in der Bundesliga auf, lebt aber in München und trainiert dort im Leistungszentrum des Deutschen Tennisbundes bei Bundestrainer Michael Kohlmann und Verbandstrainer Lars Übel.

Im neuen Jahr geht die Jagd nach den wichtigen Weltranglistenpunkten weiter. So ist er zunächst Ende Januar für ein Turnier in Nussloch gemeldet. Im Februar, so sein Plan, tritt er in Oberentfelden und in Bellevue (beide Orte in der Schweiz) an. Sein Ziel ist es auch 2018, die direkte Qualifikation für die Grand-Slams, wie die größten und prestigeträchtigen Tennisturniere genannt werden, zu erreichen. Masur, der als Nachwuchsspieler bereits die Nummer 13 der Jugend-Weltrangliste war, weiß aber auch, dass auf seinem weiteren und harten Weg nicht nur Können, sondern auch ein gewisses Quäntchen Glück notwendig ist, wenn es gilt, knappe Spiele zu gewinnen.

Auch wenn er in der „Welt zu Hause ist“, besucht der junge Tennisprofi immer wieder seine Eltern Elena und Gerhard Masur in Heeßen, die natürlich recht stolz auf ihren Sohn sind, der schon im zarten Alter von fünf Jahren begeistert zum Tennisschläger griff. Schließlich sind seine Eltern aktive Tennistrainer. Die vertraute Umgebung bei seiner Familie und seinen Freunden ist für „Wally“ der Ort, an dem er sich nach eigenen Angaben zu 100 Prozent entspannen und den Stress der vergangenen Wochen ablegen kann.

Übrigens: Der Modellathlet mit einer Körpergröße von 1,82 Metern und einem Gewicht von 81 Kilogramm lebt nicht nur in München, sondern ist auch ein begeisterter Fan von Bayern München und zudem seit 2002 sogar Vereinsmitglied. Sein sportliches Vorbild ist der serbische Weltklassespieler Novak Djokovic, der, so Masur, immer und überall sportliches Verhalten an den Tag lege.

Wenn er die Wahl hätte, würde er gern einen Tag mit dem Schweizer Tennisprofi Roger Federer verbringen, erklärt Daniel Masur, denn Federer gehöre zu den besten Tennisspielern aller Zeiten. Wer Interesse hat, den Weg des jungen heimischen Tennisprofis direkt zu verfolgen, sollte sich ab und zu auf seiner Internetseite www.daniel-masur.de umsehen.

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