weather-image
27°
Feuerwehr oder Kirche?

Diakonin Kim Böttjer (26) – Gänsehaut beim Vaterunser

RINTELN. Es kommt nicht so oft vor, dass Mitarbeiter der Kirche frei heraus über ihren Glauben sprechen. Bei der jungen Diakonin Kim Böttjer ist das anders. „Ich will von Gott erzählen“, sagt sie. „Ich will den Glauben weitergeben.“

veröffentlicht am 14.03.2018 um 15:57 Uhr
aktualisiert am 14.03.2018 um 17:22 Uhr

Diakonin Kim Böttjer hat einen hübschen Blick auf den Kirchplatz. Foto: cok
ri-cornelia2-0711

Autor

Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Genau das war der Grund, warum sie nicht Ärztin wurde, sondern Religionspädagogik und Soziale Arbeit studierte. Seit über einem Jahr nun ist sie in der Nikolai-Kirchengemeine zuständig für die Kinder- und Jugendarbeit.

Kim Böttjer wuchs auf dem Land auf, in dem winzigen Dorf Holte bei Bremerhaven, eines von 20 Dörflein, die zur Gemeinde Loxstedt gehören. „Als Jugendliche hatte man eigentlich nur die Wahl: Feuerwehr oder Kirche“, meint sie. Dass sie sich für „Kirche“ entschied, hatte auch mit einer bewunderten Diakonin zu tun, die die Konfirmandenfreizeiten und Zeltlager organisierte. „Bei ihr war immer zu spüren, dass sie ihren Glauben lebt“, so Kim Böttjer. „Und ich finde, genau so soll es sein.“

Zu ihren Aufgaben in der Nikolai-Gemeinde gehört auch der Konfirmandenunterricht. Seit dem letzten Jahr gibt es da ein neues Konzept, an dessen Umsetzung sie entscheidend beteiligt ist. Der Unterricht ist nun auf zwei Etappen verteilt und richtet sich mit dem ersten Unterrichtsjahr bereits an die Viertklässler.

Zu „Hauptkonfirmanden“ werden die Jugendlichen dann, wie bisher, ein Jahr vor ihrer Konfirmation. Dieses Konzept birgt eine zusätzliche Herausforderung, nämlich die Vorkonfirmanden während der zweijährigen Unterrichtspause weiterhin in das Gemeindeleben einzubinden.

Sie hat da schon einige Ideen, etwa jedes halbe Jahr ein Treffen zu organisieren und mit den Kindern einen gemeinsamen Gottesdienst vorzubereiten oder auch einzelnen Kindern und Jugendlichen kleine Ehrenämter zu übertragen. „Es ist gar nicht schlecht, dass ich in Deckbergen und nicht in Rinteln wohne“, sagt sie. „Ich nutze die tägliche Autofahrt immer zum ungestörten Nachdenken.“

Mit den Grundschülern hat sie zuletzt darüber gesprochen, was sie eigentlich von ihrer Taufe wissen, und dann „Taufkerzen“ gebastelt als Anlass, mal in der eigenen Familie herumzufragen. Die Hauptkonfirmanden lud sie zu einem Ausflug in den Hochseilgarten ein, „damit man sich mal fallen lassen kann“, sagt sie. In der evangelischen Kirche gehe es insgesamt ja eher nüchtern zu. „Aber mir bedeuten intensive Momente sehr viel – und auch das will ich den Jugendlichen vermitteln.“ Sie bekomme oft richtig eine Gänsehaut, wenn alle zusammen das Vaterunser sprechen oder wenn so bewegende Lieder gesungen werden wie das Segenslied „Sei behütet“.

„Ich möchte Jugendlichen Zugänge öffnen zu all den spannenden Fragen, die mit dem Glauben, mit dem Sinn des Lebens zusammenhängen“, sagt sie. Auch deshalb freut sie sich sehr auf das Landesjugendcamp der Landeskirche in Verden, wo sich im Juni 2000 Jugendliche in einer Zeltstadt treffen – unter dem Motto „Lautstark“. Vorher aber wird sie privat ein besonders schönes Fest feiern. Im Mai wird nämlich geheiratet.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare