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SPD bescheinigt CDU-Kandidaten Lemmermann Realitätsferne / Zukunftskonzept "fällt ins Wasser"

"Die CDU setzt offenbar auf Pfahlbauten"

Rinteln (wer). "Plattitüden", "wirklichkeitsfremd", schlicht "die Ausblendung der Rintelner Realitäten" - die SPD lässt kein gutes Haar an den Zukunftsvorstellungen des CDU-Bürgermeisterkandidaten Dr. Marc Lemmermann. Die CDU habe die Rechnung ohne die Weser gemacht, sie setze offenbar auf "Pfahlbauten", wenn in Hochwassergebieten Gewerbe, Schulen und Sportstätten angesiedelt werden sollen. SPD-Fraktionschef Klaus Wißmann empfiehlt: "Langsam zurückrudern!"

veröffentlicht am 31.03.2006 um 00:00 Uhr

In ihrem Konzept "Rinteln Anno 2030" stellen sich Lemmermann und CDU-Ratsherr Udo Schobeß üppige neue Gewerbe- und Wohnflächen südlich der Weser vor, Schulen und Sportstätten sollen an der Burgfeldsweide konzentriert werden (wir berichteten). "Nahezu alle vorgeschlagenen Standorte für Gewerbe, Schulen und Sport inklusive Reithalle liegen im gesetzlichen Überschwemmungsgebiet", bilanziert die SPD. Dass dort nicht gebaut werden dürfe, zähle zum Rintelner Allgemeingut. "Das ist die Krönung des Realitätsverzichts." Überdies gingen die vorgeschlagenen Gewerbeflächen am Bedarf vorbei. "Zumindest die im Stadtrat vertretenen Mitglieder der CDU müssten sich eigentlich an die von ihnen mitgetragenen Beschlüsse erinnern." Wißmann führt 64,5 Hektar freie Gewerbeflächen in Deckbergen und im Industriegebiet Südan, die den Bedarf über Jahrzehnte hinaus deckten. "Zukunftsweisende Flächenpolitik ist keine wolkige Vision, sondern bereits beschlossene Sache." Auch bei der Planung neuer Wohngebiete und der Aussiedlung der Innenstadt-Schulen schlage der "selbst ernannte Visionär" einen falschen und überdies unrealistischen Weg ein. "Wer sich mit der demographischen Situation unserer Stadt befasst, der weiß genau, dass wir uns im Jahre 2030 über jedes junge Gesicht in der Innenstadt freuen sollten", sagt Wißmann. Dass das wohnortnahe Schulangebot von Eltern geschätzt und die Schulen gerade mit Millionenaufwand saniert worden seien, dürfe auch dem Kandidaten und seiner Partei nicht entgangen sein. "DiffuseÜberlegungen" kritisiert die SPD beim Thema Steinanger. "Was soll ein Stadtpark am Rande der Stadt?" Die Aussiedlung des Reitvereins, der Schützen und des SC Rinteln koste horrende Summen. Es werde sich kein Investor für einen Park finden, wohl aber für die Vorstellung der SPD, auf dem Steinanger eine Modellsiedlung zu schaffen, in der Jung und Alt, Reiche und Arme in der Nähe der Innenstadt wohnen könnten. Zur Erheiterung trage auch der Hinweis bei, die Ausführungen des Kandidaten seien als Ersatz für ein Gesamtkonzept der Verwaltung zu verstehen. "Derart wirklichkeitsfremde Papiere sind aus dem Rathaus bislang nicht bekannt", hält Wißmann dagegen. Das vorgestellte Konzept lasse die Rintelner ratlos zurück, die Ortsteile seien außerdem "total vergessen" worden. Die SPD macht sich regelrecht lustigüber den CDU-Kandidaten. Nach dessen "ersten ungelenken Gehversuchen als Wächter über die Rintelner Weihnachtsstollen und Hüter der Windelentsorgung" habe sich "Herr Lemmermann" nunmehr als Visionär versucht, heißt es in der Presseerklärung. Der Versuch, so bilanziert Wißmann, "ist im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen". ImÜbrigen, so schiebt der Fraktionschef an die Adresse der gesamten CDU nach, tauge nicht zum Visionär, wer "die Entscheidung für die Rintelner Fußgängerzone mehr als ein Jahrzehnt lang verschleppt" habe.

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