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Die Flüchtlingskrise auf dem Mittelmeer

Rom (dpa) - Im vergangenen Jahr starben mehr als 5000 Menschen auf der Flucht von Afrika nach Europa im Mittelmeer. Es waren mehr Tote, als je zuvor in einem Jahr registriert wurden. Die meisten Menschen starben auf der zentralen Mittelmeerroute in Richtung Italien, die als die gefährlichste gilt.

veröffentlicht am 13.08.2017 um 17:52 Uhr
aktualisiert am 17.08.2017 um 15:50 Uhr

Ein Mitarbeiter der spanischen NGO «Proactiva Open Arms» hebt vor der libyschen Küste ein Kind aus einem überfüllten Flüchtlingsboot. Foto: Santi Palacios

Als Reaktion auf die Flüchtlingstragödien im Mittelmeer rief Italiens Regierung 2013 das Seenotrettungsprogramm «Mare Nostrum» ins Leben. Es bewahrte nach Angaben aus Rom mehr als 100 000 Menschen vor dem Ertrinken. Boote sollten aufgespürt und in einen sicheren Hafen eskortiert werden. Italien ließ sich die Mission monatlich rund 9 Millionen Euro kosten und drang angesichts steigender Flüchtlingszahlen darauf, dass die EU übernahm.

Im November 2014 wurde «Mare Nostrum» von «Triton» abgelöst, das unter dem Dach der EU-Grenzschutzagentur Frontex angesiedelt ist. Die Schiffe sind nicht bis in libysche Gewässer unterwegs, sondern patrouillieren nur vor der Küste Italiens. Sie sollen Grenzen überwachen und gegen Schlepper vorgehen, aber nicht aktiv nach Flüchtlingen suchen. Das monatliche Budget betrug deutlich weniger als das, was Italien in «Mare Nostrum» investierte.

Die Frontex-Operation wurde nach den zwei großen schweren Schiffbrüchen im April 2015 mit Hunderten Toten ausgeweitet, zur gleichen Zeit starteten mehrere Nichtregierungsorganisationen ihre Einsätze im Mittelmeer. Wissenschaftlern der Universität Oxford und der UC Berkeley zufolge hat die Seenotrettung auf dem Mittelmeer damit etwa dieselbe Kapazität wie zu «Mare Nostrum»-Zeiten.

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