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Jörg Düsterwald führt durch Schau

„Die Jungs sind mir zu zickig“

RINTELN. „Zu jedem Bild gibt es eine Geschichte. Also wenn Sie ’ne Woche Zeit haben…“ So hat Jörg Düsterwald jetzt die Führung durch seine Werkausstellung in der Eulenburg eröffnet. „‘Ne Woche“ hatten die Besucher zwar nicht, aber sie konnten feststellen, dass auch in eine einzige Stunde viele gute Geschichten passen.

veröffentlicht am 11.08.2017 um 15:41 Uhr
aktualisiert am 11.08.2017 um 17:40 Uhr

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Autor

Claudia Masthoff Reporterin
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RINTELN. „ Vor allem die Möglichkeit, einmal jede Menge neugierige Fragen über den Alltag eines Bodypainting-Künstlers zu stellen, wurde lebhaft in Anspruch genommen.

Beispiele: „Warum nehmen Sie eigentlich nur weibliche Models?“ „Also zum einen finde ich Damen einfach super, und zum anderen sind mir die Jungs viel zu launisch, haarig und zickig.“

„Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?“ „Man muss mit offenen Augen durch die Welt gehen. Und manchmal hilft es auch, sich schon ein bestimmtes Thema, wie zum Beispiel die Berufswelt oder die Vielfalt von Türen und Toren vorzugeben und dann die Aufmerksamkeit gezielt in diese Richtung zu lenken.“

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„Kann man denn von der Kunst leben?“ „Bei mir klappt das schon“, erzählt Düsterwald. „Neben meinen eigenen freien Arbeiten – für die Künstlerseele ist es ganz besonders wichtig, auch mal etwas ohne Nutzen, Sinn und Verstand entstehen lassen zu können – bekomme ich auch viele Aufträge im Bereich Marketing, Promotion und Messen, oder ich bemale meine Mädels, die dann als besonderer Clou Gäste bei einem Galaabend empfangen und bewirten. Auch Privatleute, die einfach so ein Bodypainting mal am eigenen Leib erfahren möchten, können mich buchen.“

„Muss man als Künstler denn viel arbeiten?“ „Das Bodypainting selbst dauert zwischen zwei und sechs Stunden, je nach Kleinteiligkeit des Motivs. Am meisten Zeit beansprucht jedoch die Vorarbeit: den richtigen Ort suchen, eventuell die Zustimmung des Besitzers einholen. Bei den Working-Art-Bildern hieß es auch, urtypische Werkstätten zu finden, die was für das Auge hergeben. Beim Tischler, zum Beispiel, kam ich erst in seine heute genutzte Werkhalle, riesig, große Maschinen, steril. Ich war schon ganz enttäuscht. Aber dann sagte er: ‚Nun warten Sie’s doch ab!‘ und ging mit mir nach oben. Und da fand ich dann echt eine Tischlerei wie aus dem Bilderbuch vor. ‚Fassen Sie bloß nichts an und auf keinen Fall aufräumen‘, war, glaube ich, der erste Satz, der mir entfuhr. Da hat er sich auch dran gehalten. Wir haben dann für den Fototermin nur noch ein bisschen Sägespäne ausgestreut, ansonsten ist alles völlig original.“

Das Schöne an seiner Arbeit sei, dass ihm jeder Schritt des Entstehungsprozesses Spaß macht, meint Düsterwald. „Das Suchen und Ideenentwickeln, mit den Leuten in Kontakt treten, macht Spaß. Der kreative Prozess des Malens, das Gemeinschaftsgefühl, das dabei zwischen Modellen, Fotografen, Assistentin und mir entsteht, macht Spaß. Und die Ergebnisse, die vielen schönen Fotos, zu betrachten, auszuwählen und weiter zu verarbeiten, ist auch wunderbar.“

Vielleicht ist ja etwas dran an der bekannten Volksweisheit: Wenn jemand etwas mit Freude macht, wird es besonders gut. Der Hamelner Künstler jedenfalls bekam an diesem Abend jede Menge positiver Rückmeldungen. Eine Besucherin drückte es folgendermaßen aus: „Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Arbeit. Sie erschaffen wirklich etwas ganz Besonderes.“

Die Rintelner Fans der Körperbemalung sollten sich gleich noch einen Termin in ihrem Kalender notieren: Am Donnerstag kommender Woche, 17. August, ab 15 Uhr, wird es in der Eulenburg eine Live-Bodypainting-Vorführung Düsterwalds geben.

Die Ausstellung ist am Samstag von 14 bis 17 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen und läuft noch bis zum 22. Oktober.

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