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Museum beantragt Zuschüsse

Digitalisierung eine Kernaufgabe

BÜCKEBURG. Der Kulturausschuss hat über Zuschüsse fürs Museum geraten. Erhebliche Mittel erfordert die Umgestaltung der Dauerausstellung, günstiger zu haben sind die Digitalisierung der Fotosammlung und die Modernisierung der Alarmanlage.

veröffentlicht am 13.11.2017 um 13:28 Uhr
aktualisiert am 13.11.2017 um 17:50 Uhr

Neuer Dienstwagen: Als die Bückeburger Polizei noch Isetta fuhr – Aufnahme von Helmut Weiß aus den 1950er-Jahren. Zeitdokumente wie dieses werden jetzt im Museum gesichtet, gescannt und archiviert. Foto: Museum/Weiß
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Karsten Klaus Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Um große Summen ging es jetzt in den Beratungen des Ratsausschusses für Kultur und Tourismus. Gesprochen wurde über Zuschüsse an Vereine, die in der Höhe den „üblichen Rahmen“ sprengen. Eine Neugestaltung der Dauerausstellung hat sich das Museum Bückeburg für die kommenden Jahre vorgenommen – und das kostet! Mit circa 900 000 Euro rechnet der Trägerverein nach Angaben von Dr. Anke Twachtmann-Schlichter.

Diese hohe Summe erklärte die Museumsleiterin mit hohen Anschaffungskosten zum Beispiel für Vitrinen, aber auch mit Ausgaben für energiesparende Beleuchtung und zeitgemäße Elektrik. Nach 27 Jahren sei eine Umgestaltung der Ausstellung dringend geboten, um neuen Entwicklungen der Museumspädagogik gerecht zu werden. Nur so bleibe man für die Museumsbesucher attraktiv.

Ein Großteil der Summe soll über Sponsoren eingeworben werden. Twachtmann-Schlichter nannte unter anderem die N-Bank und die Sparkassenstiftung. Von dort habe es bereits positive Signale gegeben, dass es sich lohnen könnte, entsprechende Anträge zu stellen. Die Sache hat allerdings einen Haken: Die Institutionen helfen nur, wenn sich auch die öffentliche Hand, sprich Stadt und Landkreis, finanziell entsprechend engagieren.

Grundsätzlich steht man in Bückeburg dem Vorhaben positiv gegenüber, das hatte der Kulturausschuss bereits in der vergangenen Legislaturperiode zum Ausdruck gebracht. Nun tagte dieser in neuer Zusammensetzung – und signalisierte erst einmal weiteren Informationsbedarf. Kernfrage: Wie kann ein städtischer Zuschuss, immerhin geht es um jeweils 50 000 Euro in den Jahren 2018 und 2019, am sinnvollsten im Haushalt verankert werden? Stadtkämmerer Reiner Wilharm regte eine Aufnahme unter Vorbehalt an. Über die Auszahlung müsse dann der Rat nach Eingang der Zuschusszusagen entscheiden. Das Thema wurde zunächst einmal in die Fraktionen verwiesen. Diese befassen sich in den nächsten Wochen mit dem Haushaltsplan 2018. Für den laufenden Betrieb des Museums sind im Etatentwurf der Verwaltung 75 000 Euro Zuschuss vorgesehen, 3000 Euro mehr als in diesem Jahr. Damit werden die Kürzungen, die vor einigen Jahren zur Haushaltskonsolidierung erfolgten, wieder ausgeglichen.

Außerdem erhält der Museumsverein noch zwei weitere Zuschüsse in diesem Jahr. 3000 Euro gibt es als Beihilfe zur Digitalisierung der umfangreichen Fotosammlung, 2000 Euro für die Modernisierung der Alarmanlage.

Twachtmann-Schlichtermachte deutlich, dass gerade die Sicherung und wissenschaftliche Auswertung des riesigen Fotobestandes, immerhin geht es um 50 000 Aufnahmen, für die Zukunft eine große Herausforderung darstelle. „Diese Bilder müssen der Nachwelt erhalten und zugänglich gemacht werden“, sagte die Museumsleiterin. Die Inventarisierung sei eine der Kernaufgabe des Museumsbetriebes.

Die beiden „kleinen“ Zuschussanträge des Museums wurden bewilligt, können sie doch aus vorhandenen Mitteln bestritten werden. Nicht verbrauchte Gelder aus der Wirtschaftsförderung sollen „umgeschichtet“ werden.

Tipp:Wer gerne einen Ausschnitt der Fotosammlung des Museums kennenlernen möchte, hat dazu ab 28. November in einer Sonderausstellung Gelegenheit. Gezeigt werden Aufnahmen des Bückeburger Fotografen Helmut Weiß, der das Stadtleben nach dem Zweiten Weltkrieg in Bildern dokumentiert hat. Sein Negativarchiv ist ein Hauptbestandteil der Fotosammlung des Museums.

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