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Entscheidung über Bürgerhaus Anfang 2018?

Dorfentwicklungsplan „Rintelner Staatsforst“ genehmigt

RINTELN/KRANKENHAGEN. Die Nachricht kommt punktgenau zur Ortsratssitzung: Der Dorfentwicklungsplan „Rintelner Staatsforst“ wurde genehmigt. Das heißt: Maßnahmen können gefördert werden, im Fördertopf stecken über 2 Millionen Euro.

veröffentlicht am 17.09.2017 um 17:45 Uhr

Der Dorfentwicklungsplan ist genehmigt. Maßnahmen im Gebiet „Rintelner Staatsforst“ – auch private – können daher bis zum Jahr 2023 gefördert werden. In Sachen Bürgerhaus Krankenhagen werden die Beteiligten jedoch allmählich ungeduldig. Foto: mld
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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RINTELN/KRANKENHAGEN. Lange mussten die Rintelner auf diese Nachricht warten, zur Sitzung des Krankenhäger Ortsrates in dieser Woche kam sie jedoch genau rechtzeitig: Der Dorfentwicklungsplan „Rintelner Staatsforst“ wurde genehmigt. Die Nachricht kam vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser aus Hildesheim.

„Eine sehr positive Nachricht“, so Ortsbürgermeister Gerald Sümenicht, SPD. Neben Krankenhagen und Volksen zählen auch die Taubenberg-Dörfer sowie Hohenrode und Strücken zum „Rintelner Staatsforst“.

Insgesamt beläuft sich die Investitionssumme auf 2,3 Millionen Euro. Rund die Hälfte des Geldes werden durch das Förderprogramm von Land und Bund kommen, den Rest muss Rinteln finanzieren. Mit 600 000 Euro ist ein großer Teil davon für das Bürgerhaus eingeplant; 300 000 würden gefördert.

Die Genehmigung „ist ein weiterer wesentlicher Schritt für die Planung“, so Sümenicht. In der Begründung heißt es, dass der Dorfentwicklungsplan nach Auffassung des Amtes „alle zu überprüfenden Handlungsfelder“ umreiße.

Der Plan wurde nun geprüft, und Ende August erfolgte ein „Evaluierungsgespräch“ in Rinteln, an dem Vertreter der Stadtverwaltung, des Planungsbüros Sweco und des Arbeitskreises Dorferneuerung teilnahmen. Hier hatten die Rintelner Gelegenheit, den Entstehungsprozess hinter dem Entwicklungsplan zu erörtern, der in relativ kurzer Zeit auf die Beine gestellt werden musste. Er habe, so das Amt, „mit großer Begeisterung in Ihrer neuen Dorfregion für eine Aufbruchstimmung gesorgt“.

Die „eigenen Lebensbedingungen“ seien im Zuge dieses Prozesses auf den Prüfstand gestellt worden. Das Ergebnis, zu dem der Arbeitskreis kam, lautete, dass gleiche Sorgen und Nöte nun ein Handeln in den Ortsteilen erforderlich mache. Nach Einschätzung des Arbeitskreises habe sich „eine lebendige Gesellschaft“ entwickelt. Im Zentrum dieser Entwicklung: das Bürgerhaus.

Der Finanzierungszeitraum wird auf den 31. Dezember 2023 festgesetzt. Das heißt, dass bis dahin nun von Jahr zu Jahr weitere Maßnahmen beantragt und bei positivem Entscheid gefördert werden könnten. „Dies gilt auch für private Maßnahmen“, so Sümenicht. Stichtag sei in jedem Jahr der 15. September.

Damit können sich alle Beteiligten der Antragstellung allerdings noch nicht zurücklehnen; nun müssen alle Einzelmaßnahmen noch konkretisiert werden. Dies sei jedoch „gängige Praxis“, so das Amt für regionale Landesentwicklung. Für das Bürgerhaus wurde der entsprechende Antrag allerdings schon gestellt, um das Verfahren zu beschleunigen.

Ein bisschen gedulden müssen sich die Krankenhäger allerdings noch: Anfang nächsten Jahres, so Sümenicht, werde das Amt voraussichtlich über das Bürgerhaus entscheiden. Doch für eine positive Entscheidung sähe es gut aus.

Im Ortsrat Krankenhagen-Volksen wurde die Nachricht von der Genehmigung hocherfreut aufgefasst – aber auch ungeduldig: „Der Antrag war harte und aufwendige Arbeit für den Arbeitskreis“, so Frauke Kampmeier, SPD. „Jetzt sind wir allmählich ungeduldig geworden.“ Lange Zeit habe man schließlich nichts gehört. Auch der größte Elan erlösche so irgendwann.

Ende letzten Jahres hatte Rinteln den Dorfentwicklungsplan vorgelegt.

„Derzeit ist keine Bewegung in der Sache“, kritisierte Heinz-Jürgen Requardt, CDU, vor allem in Richtung Volksbank. Ihr gehört das Gelände, auf dem jetzt noch das alte Raiffeisen-Gebäude steht und auf dem unter anderem das Bürgerhaus erbaut werden soll. Das Raiffeisen-Gebäude müsse zuerst abgerissen werden, dann könnten die Flächen an die Stadt verkauft werden, doch dies hänge unter anderem noch an der großen Antenne auf dem Raiffeisen-Silo. Noch ist festzulegen, wo der neue Antennenmast von 25 bis 30 Metern Höhe gebaut werden soll (wir berichteten). „Ortsrat und Stadtrat haben ihre Hausaufgaben gemacht“, so Requardt. Nun müsse es endlich weitergehen.

Das Gebäude werde jedoch erst abgerissen, gab Sümenicht zu bedenken, wenn das Bürgerhaus genehmigt sei – bis Anfang 2018 müssen sich alle Beteiligten wohl noch gedulden.

Doch an der Zukunft des Geländes hängt viel, unter anderem auch der Neubau des Feuerwehrgerätehauses.

„Es wird langsam schwierig, das Verständnis der Kameraden aufrechtzuerhalten“, mahnte Sascha Vogt, SPD. Die Stadt Rinteln möge in dieser Sache den Druck aufrechterhalten.

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