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Nur bei Regen versinkt er im Matsch / Egon Oetjen: Mit mehr Schotter wäre das Problem gelöst

Drei Sterne für Wohnmobilplatz an der Weser

Rinteln (wm). Egon Oetjen, Jahrgang 1948, ehemaliger Redakteur, Ratsherr für die Wählergemeinschaft in Bad Zwischenahn und begeisterter Wohnmobilist seit 1979, hat "so aus Spaß" auf einer privaten Homepage begonnen, all die Wohnmobilstellplätze in Deutschland, die er in den letzten Jahren besucht hat, zu bewerten und zu beschreiben. Selbstverständlich hat auch seineFrau Sigrid da ein Wort mitzureden.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 08:12 Uhr

Oben: Bis zu 50 Mobile stehen hier am Wochenende. Links: Egon Oe

"Ganz subjektiv" seien seine Bewertungen, wie er sagt, und offensichtlich hat er damit eine Informationslücke geschlossen. Denn inzwischen wird seine Homepage (www.egonoetjen.de) bis zu hundert Mal am Tag angeklickt. Und seitdem reist sein Laptop immer mit. Auf seiner Homepage urteilt Oetjenüber den Stellplatz in Rinteln so: "Eine traumhaft schöne Altstadt, die wirklich groß ist, Einkaufsmöglichkeiten in erreichbarer Nähe und das vom Feinsten, jedoch ist der Stellplatz am Weseranger bei Regenwetter eine Zumutung. Bis an die Knöchel steht man hier im Matsch." Mit ein paar zusätzlichen Fuhren Schotter, empfiehlt Oetjen, wäre das Problem gelöst. Gut gefallen habe ihm der Bodeneinlass für die moderne Abwasserentsorgung: "Funktioniert immer, friert im Winter nicht ein." Wohnmobilfahrer Dieter Bartel, der neben Oetjen parkt, hat hier noch einen Wunsch: Die Möglichkeit, nach dem Entleeren den Abwassertank vor Ort zu spülen. Das funktioniere auf anderen Plätzen per Druckknopf. Was Oetjen geärgert hat: Die Papierkörbe am Fußweg sollte die Stadt wieder abbauen, die plünderten - wie er schon mehrmals beobachtet habe - morgens die Krähen und Raben und verstreuten den Müll über Wiese und Platz. "Hinterher behaupten die Leute, das seien die Wohnmobilisten gewesen." In seinen Bewertungen lobt Oetjen gute Plätze, vermittelt handfeste Informationen, nimmt aber auch kein Blatt vor den Mund, wenn ihn etwas nervt: Der Platz in Höxter an der Weser sei ein "Dreckloch", in Bad Bederkesa würden Jugendliche nachts zwischen den Wohnmobilen Autorennen veranstalten, Bad Königshofen habe einen Marktplatz, "dervor Langeweile gähnt". Oetjen weiß auch, warum Wohnmobilisten so selten auf Campingplätze gehen: für eine reine Übernachtung zu teuer. "Wer als Rentner 150 bis 200 Tage im Jahr unterwegs ist, kann sich das nicht leisten." Dann seien viele Campingplätze zu weit weg von den Innenstädten und die meisten Wohnmobilisten hätten Hunde, "und die sind oft auf Campingplätzen nicht gern gesehen". Dass eine Stadt von den Wohnmobilisten profitiert, daran hat Oetjen keinen Zweifel. Er habe sich selbst gerade neue Schuhe in der Fußgängerzone gekauft, sein Nachbar schicke Sandalen: "Es ist Quatsch, dass Wohnmobilisten nur bei Aldi einkaufen. Im Wohnmobil wird gefrühstückt. Mittags und abends geht man meist essen. Und Shopping gehört in jeder Stadt dazu." Angefangen hat Oetjen mit einem Daimler 808, einem Paketwagen der Deutschen Post, den er selbst zu einem Wohnmobil ausgebaut hat. Heute ist er mit einem Eura-Mobil unterwegs und bekennt, wer einmal diese Art von Reisen kennen gelernt hat, kommt davon nicht mehr los, "es sind die Hummeln im Mors". Wer im Internet surft, wird den Rintelner Platz neben anderen auf vielen Seiten von Wohnmobilfahrern finden (meist nach Postleitzahlen sortiert) wie beispielsweise unter "womo4u.de" oder "womoweb.homepage24.de." Eine ausführliche Bewertung fehlt, dafür gibt's oft Sterne: Drei für den Platz in Rinteln haben "Manni und Ira" vergeben. Rund 20 Wohnmobile sind es wochentags, die hier stehen, an Wochenenden oftüber 50, haben die Stadtwerke anhand der Stromabnahme jüngst ermittelt.

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