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Handball: GWD Minden trifft heute auf die TSV Hannover-Burgdorf

Duell mit der Vergangenheit

veröffentlicht am 18.05.2017 um 18:21 Uhr

Volle Konzentration: Heute wird es für GWD-Trainer Frank Carstens (vorne) und seine Mannschaft noch einmal emotional. Foto: uk
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Uwe Kläfker Redakteur Sport zur Autorenseite

MINDEN. Ein Derby der anderen Art soll heute um 19.45 Uhr die Fans in der Mindener Kampa-Halle begeistern. Der Handball-Erstligist TSV GWD Minden erwartet den Tabellennachbarn TSV Hannover-Burgdorf.

An Hannover haben die Mindener keine guten Erinnerungen. Vor gut zehn Jahren absolvierte GWD Heimspiele in der TUI-Arena der niedersächsischen Landeshauptstadt und nannte sich GWD Minden-Hannover. Das Konstrukt stieß seitens der Zuschauer auf wenig Gegenliebe und wurde nach Streitigkeiten mit Günter Papenburg, dem Eigner der Halle, beendet. Die TSV Burgdorf wurde quasi der Nachfolger von GWD, hat sich zu einem Top-Verein der Bundesliga gemausert und die Marke „Die Recken“ etabliert. Für die Hannoveraner ist es das nächstgelegene Auswärtsspiel und somit ein Derby. Da hat GWD traditionsreichere Nachbarschaftsduelle auf der Uhr, beispielsweise gegen den TBV Lemgo und in der neuen Saison wieder gegen den Kreisrivalen TuS N-Lübbecke.

Beide Kontrahenten benötigen heute noch Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Die Gäste haben nach zehn Pleiten in Folge am vergangenen Spieltag durch ein 24:24-Remis gegen den TVB 1898 Stuttgart den ersten Punkt im Jahr 2017 ergattert. Das hatten sich die „Recken“ nach einer starken Hinrunde noch anders vorgestellt. Intern ist Druck im Kessel, aber nach außen stellen sich die Verantwortlichen um Manager Benjamin Chatton hinter Trainer Jens Bürkle. Man habe an Stellschrauben gedreht, so der Coach. Nationalspieler Mike Schmidt meint: „Zehn Prozent besser, dann klappt es.“

GWD steht in der Tabelle einen Punkt hinter der TSV und will mit einem Sieg den Klassenerhalt eintüten. „Sie werden mit Schaum vorm Mund bei uns antreten“, meint Mindens Trainer Frank Carstens, „haben aber eine gute Mannschaft.“ Carstens lobt Abwehr, Torhüter und Rückraum der Gäste. „Trotz ihres schwierigen Programms in der Hinrunde haben sie immer wieder Lösungen gefunden, mit denen sie erfolgreich waren.“

Aber die Weserstädter sind in der Lage, dagegenzuhalten und haben auch bei der unglücklichen Niederlage in Gummersbach Kampfgeist und Siegeswillen an den Tag gelegt. Obwohl hinter den Einsätzen von Dalibor Doder (Entzündung am Zeh), Miladin Kozlina (Rückenprobleme) und Charlie Sjöstrand (muskuläre Probleme) noch Fragezeichen stehen, gehen die Ostwestfalen mit einer hohen Motivation in das Heimspiel. „Wir wollen den Klassenerhalt festmachen, vor allem emotional für uns“, ist die Ansage des Trainers. Zum Nachbarschaftsduell werden mehr als 3000 Zuschauer erwartet. Mit der Emotionalität der Fans im Rücken soll der letzte Schritt im Kampf gegen den Abstieg gemacht werden.

Mit dabei sein werden eine Klasse der IGS Schaumburg vom Patenprojekt „GWD for you“ (wir berichteten) und mit Timo Kastening aufseiten der Hannoveraner ein gebürtiger Schaumburger und ehemaliger Spieler der HSG Schaumburg Nord.

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