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44-Jähriger muss zum sozialen Training

Ehemann vor Gericht: „Habe sie weder geschlagen noch getreten“

RINTELN. Ein Jahr nach einer nächtlichen Auseinandersetzung zwischen einem Rintelner (44) und seiner Ehefrau ist das Körperverletzungsverfahren gegen den Mann nun eingestellt worden.

veröffentlicht am 09.02.2018 um 15:48 Uhr

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RINTELN. Richter Simon Langer erlegte dem Angeklagten jedoch auf, an einem sozialen Trainingskurs im Bereich Täterberatung teilzunehmen. Dieser Kurs konzentriert sich auf die Arbeit mit Männern, die gegenüber ihrer Partnerin oder Ex-Partnerin gewalttätig geworden und bereit sind, etwas dagegen zu tun.

Angeklagt war der bereits einschlägig aufgefallene Rintelner wegen einer Beziehungstat an der Bahnhofstraße: Dort soll er seine Frau zunächst geschlagen und anschließend das auf dem Boden sitzende Opfer getreten haben.

Gegen Mitternacht verließen die Eheleute, die jeweils rund zehn Biere getrunken hatten, mit einem Schüler (17) eine Kneipe. An der Bahnhofstraße kam es zu einer lautstarken Diskussion und zum Streit zwischen dem Paar. Während das Trio vermutlich auf ein Taxi wartete, sah ein Zeuge, wie der Angeklagte seiner Frau einen Schlag in Richtung Kopf versetzte. Sie soll danach im Schneidersitz auf dem Boden gesessen haben, ehe der Zeuge einen Tritt, erneut zum Kopf hin, bemerkte. Der das Paar begleitende Schüler half der Frau hoch und versuchte zu schlichten. Auch vage Angaben einer weiteren Person, die sich in der Nähe befand, deuteten darauf hin, dass die Frau angegangen worden ist.

„Ich habe sie weder geschlagen noch getreten“, behauptete dagegen der von Rechtsanwalt Marco Vogt verteidigte Angeklagte. Er sprach von einer Rangelei, dabei sei sie zu Boden gefallen. Seine Ehefrau bestätigte im Wesentlichen die Version ihres Gatten. Sie erwähnte ein gegenseitiges Stoßen, sie sei zu Fall gekommen. „Es hat definitiv keinen Tritt gegeben“, sagte die Frau. Sie habe auch keine blutige Lippe gehabt. Nach Einlassung des Schülers gab es auch nur ein Stoßen, sie sei schon gestürzt. Der 17-Jährige drückte es so aus: „Das war mehr eine verbale Auseinandersetzung als eine nonverbale.“maf

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