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Die Sage um die Teufelsbrücke

Ein grauenvoller Pakt im Deister

RODENBERG. Legenden haben die Menschen schon immer fasziniert. Doch was, wenn sie gar keine Fantasiegespinste sind, sondern sich all die Glanz- und Gräueltaten wirklich ereignet haben? Was hat sich vor Jahrhunderten auf dem Boden, auf dem heute unsere Städte und Dörfer stehen, zugetragen?

veröffentlicht am 13.10.2017 um 17:33 Uhr

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Ruhelose Geister, fiese Hexen, grantige Kobolde oder der Teufel höchstselbst: Hinter vorgehaltener Hand tuschelten die Menschen früher über Geschehnisse, die sie sich nicht erklären konnten. So sind sie entstanden, die zahlreichen Sagen, die wir uns noch heute am Lagerfeuer erzählen. Die meisten sind aus Angst geboren – aus der Angst vor dem Unbekannten.

Einige dieser Geschichten findet man in der Rodenberger Chronik, die Adolf Mithoff geschrieben hat, etwa die Saga, wie die Teufelsbrücke im Deister zu ihrem Namen kam. Ein Waidmann war dort auf der Jagd und erlegte einen prächtigen Hirsch, heißt es in der alten Geschichte. Leider trennten ihn und seine Beute ein reißender Bach. Er kam nicht an den erlegten Hirsch heran und fluchte so derb, dass sich der Teufel zeigte. Dieser bot ihm einen Handel an: Der Teufel würde eine Brücke über den Bach setzen, dafür nehme er den Jäger mit in sein Reich, sollte dieser noch einmal seinen Namen nennen. Der Waidmann willigte ein, begierig auf seine Beute. Der Teufel formte daraufhin eine Brücke über den Bach, sodass der Jäger den Strom überqueren konnte und an seine Beute kam. Er trug den Hirsch zum Schloss in Rodenberg.

Es verging einige Zeit. Irgendwann prahlte der Jäger in der Dorfkneipe in Rodenberg mit seiner Geschichte und erzählte, er hätte dem Teufel ein Schnippchen geschlagen. Da tat sich die Erde auf. Der Gehörnte erschien und zog den Waidmann mit sich hinab in die Hölle. Der Jäger wurde nie wieder gesehen. Doch die Teufelsbrücke trägt seit dieser Nacht ihren Namen. Wie es sich wirklich zugetragen hat, vermag heute niemand mehr zu sagen.

Hunderte Male wurden die Sagen erzählt und von Generation zu Generation weiter erzählt. Und Leute, die Geschichten erzählen, dichten bekanntlich manchmal etwas hinzu. göt

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