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Wie die Oldtimer-Lok Lipperland wieder flottgemacht werden soll

Eisenkoloss am Haken

EXTERTAL-BÖSINGFELD. Seit November 1989 war die Dampflokomotive Lipperland Zugpferd und ganzer Stolz des „Historischen Vereins zur Erhaltung der Eisenbahn in Lippe (HVEEL)“. 1999 musste die Oldtimer-Lokomotive aufgrund gravierender Mängel der Dampfmaschinen stillgelegt werden. Jetzt soll sie wieder flottgemacht werden.

Autor

Werner Hoppe Reporter

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EXTERTAL-BÖSINGFELD. Seit November 1989 war die Dampflokomotive Lipperland Zugpferd und ganzer Stolz des „Historischen Vereins zur Erhaltung der Eisenbahn in Lippe (HVEEL)“. 1999 musste die österreichische Oldtimer-Lokomotive mit der Baureihennummer 93.1410 aufgrund gravierender technischer Mängel der Dampfmaschinen-Komponente stillgelegt werden. Aber die Eisenbahn-Nostalgiker haben seitdem nicht aufgehört, ihren Traum von der Wiederbelebung der betagten eisernen Lady weiterzuträumen.

Der Traum wird jetzt Wirklichkeit. Mit dem Einbringen des Dampfkessels in die Werkstätten der Verkehrsbetriebe Extertal in Bösingfeld fiel der Startschuss für den praktischen Teil des Vorhabens. Erster Schritt auf dem Weg zum Ziel war das Abheben des Dampfkessels vom Fahrgestell des Lokomotiven-Torsos. Und nicht nur die „Paten“ des Projektes schienen bei Eiseskälte einiges an Vorstellungskraft zu brauchen, um sich vorzustellen, dass die Lok Lipperland, optimistisch geschätzt, Ende 2019 wieder auf Strecke gehen kann. Aber das wird schon, schien unausgesprochen über dem 20 Tonnen schweren oxidierten Eisenkoloss zu stehen. Und einen großen Schuss Optimismus braucht es schon, um ein solches Projekt zu realisieren und vor allem finanziert zu bekommen, drückte unter anderem Cajus Julius Caesar in seinem Grußwort aus. Der Lipper Bundestagsabgeordnete, der am Bösingfelder Heimatbahnhof der Lok Lipperland Station machte, ist einer der Paten des Projektes. Das erklärte Jochen Brunsiek, Koordinator der Eisenbahnfreunde für die Umsetzung, gegenüber dieser Zeitung. Hintergrund: Caesar hatte zur Finanzierung des Gesamtvolumens von (mindestens) 360 000 Euro den Weg zu verschiedenen Fördertöpfen angebahnt. Rund 170 000 Euro werden dabei aus dem Bundesdenkmalschutz-Sonderprogramm fließen, 12 500 Euro Fördergelder kommen vom Kreis Lippe. Und nach einer jüngst zusätzlich gewährten Erhöhung um 20 000 Euro steuert die NRW-Stiftung insgesamt 90 000 Euro bei, für die Vorstandsmitglied Dr. Ute Röder die Zuerkennungs-Urkunde überbrachte.

„Etwa 5000 (ehrenamtliche) Arbeitsstunden werden nötig sein, um den Technik-Oldtimer, Baujahr 1928, wieder unter Dampf setzen und auf Schienen in Fahrt bringen zu können“, so Brunsiek. Aber bis zum Erreichen des Zieles seien „viele Kleinigkeiten zu erledigen, die sich summieren“. Denn bevor aus korrodierten Einzelteilen und größeren Komponenten wie Fahrgestell, Führerhaus und Dampfkessel wieder die fahrtüchtige Lok Lipperland werden kann, gibt's jede Menge zu tun für die Eisenbahnfreunde. Rost muss entfernt werden, Eisenteile müssen aufgearbeitet und mit neuem Anstrich versehen werden. „Dabei versuchen wir, möglichst viel vor Ort zu machen“, merkte Brunsiek an, bevor ein Autokran den Dampfkessel vom Lok-Fahrgestell auf zwei rollbare Transportböcke umsetzte zum Einfahren auf Schienen in die Werkstatt im Lokschuppen der Verkehrsbetriebe Extertal.

  • Aufgebockt: Der Dampfkessel ruht auf den Transportböcken.
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