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Wie heißt das auf Persisch?

Elektronische Wörterbücher für eurasische Sprachen angeschafft

BÜCKEBURG. Aus der Schülervertretung des Gymnasiums Adolfinum kam die Idee, Schülern der ehemaligen Sprachlernklassen, deren Heimat im Irak, in Syrien oder in Afghanistan liegt, per Unterstützungsantrag an den Verein der Adolfiner zu helfen. Elektronische Wörterbücher für eurasische Sprachen sollten angeschafft werden

veröffentlicht am 26.10.2017 um 16:13 Uhr

Elektronische Wörterbücher befinden sich am Gymnasium Adolfinum derzeit in der Erprobungsphase. Foto: vhs

Autor:

Volkmar Heuer-Strathmann
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BÜCKEBURG. Montader Alfatlawi kommt aus einer Region, die die Menschheit vor Jahrtausenden mit der Entwicklung der Keilschrift mächtig vorangebracht hat. Heute sitzt der junge Iraker gemeinsam mit Heba Tweiresh, Afsane Mirkheir und Virgenya Jaafar und DAZ-Lehrerin Jana Allum vor elektronischen Wörterbüchern. Das Ziel der Schüler: der Schulabschluss im 9. Jahrgang.

Natürlich könnte es danach auch gerne noch etwas mehr sein, denn die langfristigen beruflichen Ziele sind hoch gesteckt: Ingenieur, Ärztin, Journalistin. Wo und wie die vier Schüler ihre Ziele verfolgen wollen, lassen sie heute offen. Zu unübersichtlich ist die Lage in ihren Herkunftsländern und die rechtliche Situation in Deutschland wirkt zurzeit auch eher verworren, das politisch Gebotene ist hoch umstritten.

Aus der Schülervertretung des Gymnasiums Adolfinum kam die Idee, den Schülern der ehemaligen Sprachlernklassen am Adolfinum, deren Heimat im Irak, in Syrien oder in Afghanistan liegt, mit einem Unterstützungsantrag an den Verein der Adolfiner zu helfen. Elektronische Wörterbücher für eurasische Sprachen sollten angeschafft werden, konkret geht es um Persisch und Arabisch. Da musste man bei Klaus Schnierl, dem Vorsitzenden des Vereins, nicht lange betteln. Inzwischen sind zwei Exemplare zum stolzen Stückpreis von rund 360 Euro eingetroffen.

Neben der üblichen Vokabelarbeit leistet die Maschine auch Aussprachehilfe. Da werden die Kopfhörer besonders wichtig, nicht nur in der Kleingruppe im Fach „Deutsch als Zweitsprache“, sondern auch im Fachunterricht im Klassenverband. So haben Montader, Heba, Afsane und Virgenya jetzt einen Helfer an ihrer Seite, der mit dem Ziel eingesetzt wird, allmählich überflüssig zu werden. Mediennutzung gilt es auch zu lernen. Ob es an der Schule in den kommenden Jahren einen langfristigen Bedarf gibt für die beiden „Eurasier“, ist auch davon abhängig, wie es politisch und gesellschaftlich weitergeht im Mittleren Osten und wie die Weichen vom Gesetzgeber gestellt werden.

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