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Entenmütter lassen Nachwuchs wegen zu viel Unruhe im Stich – Tierschützer appellieren

Entenküken in der Innenstadt in Not

BÜCKEBURG. In der Bückeburger Innenstadt sind in den vergangenen Tagen mehrfach mutterlose Entenküken gesichtet worden. Sie irrten auf der Suche nach ihren Müttern piepsend hin und her und wurden schlussendlich von Mitarbeitern des Tierheims eingefangen. Da das Tierheim die Küken mit Bordmitteln nicht aufpäppeln konnte, wurden sie in die Wildtier- und Artenschutzstation nach Sachsenhagen gebracht. Der Appell der Tierschützer: Bitte Enten und Küken in Ruhe lassen und nicht jagen oder vertreiben, dann kümmern sich auch die Entenmütter.

veröffentlicht am 14.06.2018 um 13:52 Uhr
aktualisiert am 14.06.2018 um 17:40 Uhr

Dieses Entenküken, dass mutterseelenallein auf dem zugemüllten Bücki-Brunnen schwamm und nach seiner Mutter rief, wird inzwischen in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen aufgepäppelt. Foto: rc
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. In der Bückeburger Innenstadt sind in den vergangenen Tagen mehrfach mutterlose Entenküken gesichtet worden. Sie irrten auf der Suche nach ihren Müttern piepsend hin und her und wurden schlussendlich von Mitarbeitern des Tierheims eingefangen. Da das Tierheim die Küken mit Bordmitteln nicht aufpäppeln konnte, wurden sie in die Wildtier- und Artenschutzstation nach Sachsenhagen gebracht.

Der Fall eines Kükens sorgte bereits für Schlagzeilen in den Sozialen Medien. Unsere Zeitung hatte ein Video auf unserem Facebook-Kanal veröffentlicht, wo ein mutterseelenalleines Entenküken auf dem völlig zugemüllten und veralgten Becken des „Bücki“-Brunnens in der Fußgängerzone schwamm. Ein Video, das zu hellem Entsetzen bei unseren Nutzern führte – nicht nur wegen des einsamen Kükens, sondern auch des Zustands des Brunnens, der inzwischen längst behoben ist.

Kurze Zeit später flüchtete das Küken in Richtung Kino/Eisdiele und ward nicht mehr gesehen. Wie sich jetzt herausstellte, war es noch am selben Tag von Monika Hachmeister vom Vorstand der Tierschutzliga, mit dem der Tierschutzverein verschmolzen ist, eingefangen und nach Sachsenhagen gebracht worden. Auch auf dem Sabléplatz war Monika Hachmeister im Einsatz, wo sie sechs verwaiste Entenküken einfing und ebenfalls nach Sachsenhagen brachte, wo diese mit einem Spezialfutter aufgezogen werden. Hachmeister: „Wir würden das im Tierheim nicht schaffen.“

Monika Hachmeister kritisierte in diesem Zusammenhang das Verhalten von Passanten und Eltern. Die Küken, aber auch Enten, müssten unbedingt in Ruhe gelassen und nicht erschreckt oder gar vertrieben werden: „Dann kommt die Entenmutter nicht wieder und verlässt ihre Küken.“ Eltern sollten unbedingt darauf achten, dass ihre Kinder nicht hinter Enten herlaufen: „Damit werden die Enten verjagt.“ Sie habe bereits öfter Eltern angesprochen, sei aber auf taube Ohren gestoßen. Ihr Appell: „Bitte belassen sie es beim Bewundern und Bestaunen. Hinter Hunden lassen sie Kinder auch nicht hinterherlaufen.“

Dass es die Enten samt Küken in den vergangenen Jahren immer mehr in die Innenstadt zieht, führt Monika Hachmeister auf das gute Futterangebot – manche Enten warten bereits mit langen Hälsen vor den Türen innerstädtischer Bäckereien – und der größeren Ruhe in der Innenstadt zurück. Es gebe manchen Winkel in den Seitengassen, wo gebrütet werden könne. Durch die Feste auf Schloss Bückeburg sei es an der Graft, der einzigen größeren Wasserfläche im Innenstadtbereich, immer sehr unruhig, so Hachmeister. Eine zu hohe Population sei dort nicht zu beobachten.

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