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Fußball: TSV Hagenburg gleicht spät zum 1:1 aus / Zwei Elfmetergeschenke

Entsetzen beim SC Rinteln

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Autor:

Jörg Bressem

RINTELN. Wenn es regnerisch ist, wenn ein ungemütlicher Wind über den Steinanger pfeift und wenn der Bezirksliga-Tabellenletzte auf den Vorletzten trifft, dann ist keine fußballerische Hochkultur zu erwarten. Der SC Rinteln trennte sich im so wichtigen Existenzkampf mit 1:1 vom TSV Hagenburg. Gästetrainer Felix Dyck fasste es treffend zusammen: „Ein Unentschieden hilft keinem von uns und das Spiel war eine Katastrophe.“

Bei dieser Bewertung war ihm wahrscheinlich vor allem die erste Halbzeit seiner Mannschaft in Erinnerung geblieben. Die Gäste vom Steinhuder Meer segelten vor der Pause gegen den Wind und kamen absolut nicht voran. Sie schafften es aus dem Spiel heraus kein einziges Mal, auch nur in die Nähe des gegnerischen Strafraums zu kommen. Ganz anders sah das beim SC Rinteln auf Vorwindkurs aus.

Die Platzherren drängten, hatten aber Pech, als der Ball mehrmals flach und knapp am Pfosten des Hagenburger Tores vorbeistrich. Die dickste Führungschance hatte Neuzugang Egzon Popoci in der 27. Minute, dessen Schuss an den Pfosten ging. „Den Sieg haben wir in der ersten Halbzeit verschenkt“, ärgerte sich SC-Trainer Uwe Oberländer.

Nach der Pause änderte sich das Bild nämlich. Die Hagenburger kamen mit Rückenwind besser auf Kurs und entdeckten erstmals die gegnerische Hälfte als Ort der fußballerischen Entfaltung. Der Unterschied zwischen beiden Abstiegskandidaten: Die Rintelner waren im Gegensatz zu den Gästen zu Konterangriffen in der Lage. Diese Fähigkeit schien spielentscheidend zu werden, weil aus den Gegenstößen zwei Elfmeter resultierten. Der erste in der 68. Minute war allerdings ein Witz. Schiedsrichter Jonas Behlke war der Meinung, dass Hendrik Bruns drei Meter vor dem Tor Serdar Akgün gehalten habe. Der Irrtum blieb folgenlos, weil Hagenburgs Torwart Daniel Beißner mit dem schwachen und unplatzierten Schuss von Kastriot Hasani keinerlei Mühe hatte.

Behlke lag aber richtig, als er in der 75. Minute erneut auf Elfmeter für den SCR entschied, als Jonas Tautz viel zu heftig gegen André Kuhlmann einstieg. Diesmal trat Akgün an und verwandelte sich zum 1:0. Das Spiel war aber noch nicht gelaufen, weil sich in der Schlussphase die heiklen Situationen im Rintelner Strafraum häuften. Eine davon führte in der 83. Minute zum dritten Elfmeter des Tages, der ebenfalls ein Witz war. Jan Scholz war in den Beinen von Tino Bedey hängen geblieben. Serkan Özdemir verwandelte zum 1:1-Endstand.

Fazit des Kellergipfels: Die Rintelner und Hagenburger sind moralisch absolut intakt, aber fußballerisch weit davon entfernt, eine Aufholjagd hinlegen zu können.

SC Rinteln: Böhm, Hasani, Yannik Walter, Quindt, Bedey, Kaptan, Wittek, Kuhlmann (75. Ivo-Niklas Walter), Schrader (89. Bergmann), Kalis, Popoci (67. Akgün).

TSV: Beißner, Tautz (78. Woelke), Trepte, Bruns, Tieste (56. Scholz), Özdemir, Fieberg, Mun, Walter , Haßlöcher (56. Kowal), Schauss.

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