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Vertreterversammlung tagt

Erfolgreiches 2016 für Volksbank in Schaumburg

veröffentlicht am 19.05.2017 um 15:23 Uhr
aktualisiert am 19.05.2017 um 23:00 Uhr

„Uns geht es gut“: Aufsichtsrat Uwe Homeyer und Vorstand Joachim Schorling freuen sich über ein positives Geschäftsjahr der Volksbank in Schaumburg. Foto: rc
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. „Uns geht es gut“: Dieses Fazit hat Vorstandsmitglied Joachim Schorling gleich zu Beginn seines Jahresberichts 2016 auf der Vertreterversammlung der Volksbank im voll besetzten Rathaussaal in Bückeburg gezogen.

Um im weiteren Verlauf des Berichts auch im Namen des Vorstandsmitglieds Reinhard Schreeck aufzuzählen: Die Bilanzsumme stieg um rund 14 Prozent auf 1,464 Milliarden Euro. Das Kreditvolumen konnte auf 1,2 Milliarden Euro gesteigert werden. Trotz der Niedrigzinsphase stieg das betreute Kundenanlagevolumen um elf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Die Ertragslage ist stabil und „sehr zufriedenstellend“. Die Volksbank weist einen Zinsüberschuss von 20,8 Millionen Euro aus. 5,7 Millionen Euro Steuern wurden gezahlt. Der Jahresüberschuss beträgt 3,604 Millionen Euro. Schorling: „Ein gutes Ergebnis, das wir aber auch unbedingt brauchen.“ Vom Überschuss werden zwei Millionen Euro in die Rücklage eingestellt. Vom Bilanzgewinn von 1,6 Millionen Euro wird knapp eine Million ebenfalls den Rücklagen zugeführt, der Rest an die Mitglieder ausgeschüttet, die damit eine Dividende von durchschnittlich 6,1 Prozent erhalten.

„Sehr gut“ hat sich nach den Worten Schorlings auch das bilanzielle Eigenkapital der Bank entwickelt. Es beträgt nunmehr 139 Millionen Euro und konnte damit um 13 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr erhöht werden. Seit 2012 hat die Volksbank ihr Eigenkapital um insgesamt 50 Millionen Euro erhöht.

159 Vertreter waren zur Vertreterversammlung der Volksbank in Schaumburg in den Rathaussaal gekommen. Foto: rc
  • 159 Vertreter waren zur Vertreterversammlung der Volksbank in Schaumburg in den Rathaussaal gekommen. Foto: rc

Der Wermutstropfen: Durch das starke Wachstum im vergangenen Jahr hat sich die Eigenkapitalquote etwas verschlechtert und „nicht vollumfänglich standgehalten“. Allerdings hätten die Eigenkapitalanforderungen aufgrund neuer aufsichtsrechtlicher Vorschriften deutlich zugenommen. Derzeit gelte eine Eigenkapitalquote von 8,63 Prozent, was eine Eigenkapitaldecke von 94 Millionen Euro bedeute, die die Volksbank mit ihren 139 Millionen Euro mehr als erfüllt. Nur: Bis 2020 ist eine Eigenkapitalquote von mindestens 12,5 Prozent zu erfüllen. Was bedeute, dass die Volksbank in den kommenden Jahren noch 40 Millionen Euro mehr an Eigenkapital ausweisen muss. „Wir schaffen das, wir werden die Vorschriften erfüllen“, sagte Schorling. Da die Volksbank in Schaumburg „ausreichend Puffer“ brauche, wird in Erwägung gezogen, den Kunden nachrangige Anleihen anzubieten. Diese Anleihen sind nach Angaben des Vorstands anrechenbar auf die Eigenkapitalquote.

Auch vor diesem Hintergrund lehnte die Vertreterversammlung mit breiter Mehrheit den Antrag eines Mitglieds ab, die Basisdividende von zwei auf fünf Prozent zu erhöhen. Dies hätte bedeutet, dass dem Eigenkapital 300 000 Euro weniger hätten zugeführt werden können. Mit der Gesamtdividende von 6,1 Prozent liege die Volksbank ohnehin schon im Spitzenfeld der deutschen Volksbanken, hatte Schorling argumentiert.

Die Basis für die positive Entwicklung der Bank sieht Schorling neben dem stabilen wirtschaftlichen Wachstum in Deutschland und Schaumburg in den Mitgliedern und den Kunden begründet: „Es passt wirtschaftlich bei uns.“ Er warnte vor extremen Gruppierungen, die keinen Einfluss in Deutschland und Europa erhalten dürften. Eine Diskussion gab es um das Thema Kontogebühren, wo ein Vertreter forderte, dass für Mitglieder diese Gebühren nicht erhoben werden sollten. Schorling erläuterte, dass den Gebühren Aufwendungen seitens der Bank gegenüberstünden. Er verwies auf ein bereits vor einigen Jahren eingeführtes Bonussystem, von dem Kunden mit vielen Aufträgen profitieren würden: „Wir machen keine Quersubventionierungen.

Eine Fusion, mit welcher Volksbank auch immer, „ist derzeit kein Thema“. Das hat der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Uwe Homeyer auf eine entsprechende Nachfrage eines Vertreters mitgeteilt. Derzeit würden etwa 70 Fusionen von Volksbanken in Deutschland anberaumt oder über die Bühne gehen. „Das wird auch bei uns ankommen“, sagte er auf die Zukunft gerichtet. Die Volksbank in Schaumburg sei „eine starke Bank“, könne Geschäfte ab einer gewissen Größenordnung auf nur noch mit einem Konsortionalpartner durchführen. Wenn jemand auf die Volksbank zukommt, werde gesprochen. In der Vergangenheit waren mehrere Anläufe zu Fusionen aus verschiedenen Gründen gescheitert, zuletzt Ende vergangenen Jahres mit der Volksbank Minden.

Wie hatte das Mitglied bei seiner Frage festgestellt: Jenseits der Landesgrenze gebe es ja noch andere Volksbanken.

Einstimmig wurden Aufsichtsrat und Vorstand Entlastung erteilt, mit breiter Mehrheit die Verwendung des Jahresüberschusses beschlossen. Jeweils einstimmig sprach sich die Versammlung für die Reduzierung des Aufsichtsrats von elf auf zehn Sitze aus. Als Aufsichtsrat wurde Dr. Uwe Homeyer wiedergewählt. Neuer Aufsichtsrat ist der Gelldorfer Landwirt Dirk Rodenbeck. Aus Altersgründen sind Hagen Bokeloh und Heinrich Steege-Strüve ausgeschieden.

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