weather-image
19°
Züchter bekommt Gockel für neue Zucht

Erst Meuchelmord, dann Glück für Züchter

EISBERGEN. Was für ein Unglück für Züchter Günter Droste: Der Fuchs holt eines Tages beinahe seinen kompletten Bestand an Zwerg-Appenzeller-Hühnern. Seine Zucht ist gefährdet. Was tun? Zum Glück können andere Züchterkollegen helfen...

veröffentlicht am 27.12.2017 um 13:48 Uhr

Die Zucht ist gerettet: Günter Droste hat seinen bereits verkauften Hahn von einem verständnisvollen Züchterkollegen zurückbekommen. Foto: who
Porträt_who_120316

Autor

Werner Hoppe Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

EISBERGEN. Der Heimkehrer ist ein Hahn der Rasse Zwerg-Appenzeller, zieht Günter Droste die Verbindung zum Beinahe-GAU seines Zuchtjahres 2017. Die Geschichte dazu: Trotz Sicherung des Hühnerhofes mit einem Netz (Maschenweite acht Zentimeter) gegen Greifvogelangriffe von oben und einem Maschendrahtzaun als Schutz gegen Attacken vierbeiniger Beutegreifer, lag eines morgens Mitte Juni so gut wie die gesamte Junghähne-Riege tot im Gehege.

Alles deutete auf einen Fuchsangriff hin, den ersten seit etwa 30 Jahren, sagt Günter Droste, „und das kann nicht nur einer alleine gewesen sein, ich vermute, er hatte zu der Zeit Junge zu versorgen, und er muss wohl bei der Attacke auch ‚Familien-Unterstützung gehabt haben.“

Droste ist Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Eisbergen-Fülme e.V. Unter anderem gilt seine besondere Vorliebe der Zucht beziehungsweise dem Erhalt seltener Hühnerrassen.

Zwei alte Bekannte und vier neue Hennen: Auf den Heimkehrer wartete schon ein neuer Harem. Im kommenden Jahr sollen die ersten Küken aus der Nachzucht des Stammvaters ausgebrütet werden und aus den Eiern schlüpfen. Foto: who
  • Zwei alte Bekannte und vier neue Hennen: Auf den Heimkehrer wartete schon ein neuer Harem. Im kommenden Jahr sollen die ersten Küken aus der Nachzucht des Stammvaters ausgebrütet werden und aus den Eiern schlüpfen. Foto: who

Die Appenzeller Zwerg-Hähne waren jedenfalls auf einen Schlag „fast alle weg, und nur fünf oder sechs von anderen Rassen sind übrig geblieben“, fährt der Züchter fort. Das Problem habe sich jedoch beim Nachdenken über die Krisenbewältigung relativ schnell gelöst, „ich habe ja entsprechende Kontakte“. Kontakte zu anderen Appenzeller-Züchtern, „von denen es in Deutschland nur ganze fünf gibt.“

Der nächstgelegene wohnt in Frankfurt am Main und hatte leider nichts abzugeben. Aber unter Züchtern sei es grundsätzlich üblich, miteinander Tiere für Blutauffrischung der eigenen Zucht zu tauschen. Darum habe er zusätzlich „angefangen, nachzudenken: Wo hast du selber mal was hingegeben?“

Ein Züchter in Nürnberg war es, dem Droste einen Hahn der Saison 2016/17 überlassen hatte. Ein echter Champion, „ein Hahn aus meiner Meister-Kollektion von der Deutschen Meisterschaft in Rheinberg im vorigen Jahr“, berichtet er von der glücklichen Lösung des Problems. „Der Züchter war sofort bereit, ihn zurückzugeben, und hat mir den Hahn vor fünf Wochen sogar persönlich ins Haus gebracht, nachdem er auf der großen Bundesschau in Hannover ausgestellt hatte“.

Damit war das glückliche Ende der Geschichte so gut wie programmiert, kommt Droste zum positiven Schluss. Aufgrund der Tatsache, dass Rassegeflügelzüchter gegenüber dem jeweiligen Kreisveterinäramt verpflichtet seien, sämtliche Verkäufe und Tauschaktionen von Tieren genau zu dokumentieren, sei es jetzt möglich, die Zuchtlinie direkt fortzusetzen. „Ich weiß darum ja ganz genau, welche Eigenschaften die Verwandten und die Nachzucht meines Hahnes haben“, sieht Droste dem neuen Zuchtjahr 2018 optimistisch entgegen.

Ab etwa Februar/Anfang März will er die „Eier für die kommende Brutsaison sammeln“ und voraussichtlich auch in seiner eigenen Brutmaschine sollen die neuen Küken schlüpfen.

Der Heimkehrer-Hahn hat sich sofort wieder eingelebt, verrät Droste, der es dem Chef im Hühnerhof dazu noch leicht gemacht und ihm mit einem kleinen Harem den Neustart erleichtert hat. „Zwei seiner Hennen von 2017 und vier andere“ sind es, mit denen der Rückkehrer die Meister-Zuchtlinie fortsetzen soll.

Die Voraussetzungen dafür sind gut und das nicht nur, was den Hahn und seine Hennen angeht, sieht Droste voraus. Denn auch „mein Zaun ist wieder dicht, und der Fuchs hat keine Chance mehr...“

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare