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Polizei stellt Statistik vor / Blitzer entschärft Steinberger Kreuzung / Kreisel tragen zu Sicherheit bei

Erstmals seit sechs Jahren kein tödlicher Unfall

Rinteln (wm). Das höchste Risiko für das "heilige Blech", verbeult zu werden, besteht in Rinteln auf dem Parkplatz des Marktkaufs in der Konrad-Adenauer-Straße und am Parkplatz Wallgasse. Hier hat die Polizei im vergangenen Jahr die meisten Blechschäden gezählt - und jeder fünfte Unfallfahrer machte sich aus dem Staub, ohne seine Personalien zu hinterlassen.

veröffentlicht am 26.03.2007 um 00:00 Uhr

Im Dienstzimmer von Rolf Potthast hängt ein Plan von Rinteln, ge

Doch für Unfallfahrer war 2006 keine gute Saison, denn die Polizei habe reagiert, schilderte Kommissariatsleiter Gerhard Bogorinsky, und die Fahndung deutlich verstärkt. So habe man unter anderem mit Werkstätten gesprochen, auch "Muckelbuden" aufgesucht, Zeugen ermittelt und befragt und Spuren detailliert ausgewertet. Mit dem Erfolg, dass die Hälfte aller Unfallfahrer festgestellt, 61 von 122 Unfallfluchten aufgeklärt werden konnten - und, besser noch, praktisch alle Unfallfluchten, in denen jemand verletzt worden ist. Wobei der Polizeichef zugunsten der Autofahrer anmerkte, die Parkbuchten am Marktkauf wie in der Wallgasse seien schon ziemlich eng. Statistisch auffällig ist hier auch die Brennerstraße: Rangiert hier jemand unvorsichtig, ist schnell der Seitenspiegel weg. Gefährlich leben Radfahrer, die auf Weserbrücke und Bahnhofsstraße unterwegs sind. Leider, schilderte Oberkommissar Rolf Potthast, zugleich Kontaktbeamter, würden Radfahrer auch selbst zum Unfallrisiko beitragen. Beispielsweise, indem sie entgegengesetzt zur Fahrtrichtung fahren. Vorjahresbilanz: 20 Unfälle mit Radfahrern im Stadtgebiet, 16 sind zum Teil erheblich verletzt worden. Als Unfallschwerpunkte nannte Bogorinsky auch die Extertalstraße am Abzweig zur Umgehungsstraße und die Extener Kreuzung. Klassischer Unfallhergang auf der Extertalstraße: Viele Fahrzeuge, aus Richtung Krankenhagen kommend, biegen nach rechts auf die Umgehungsstraße ab - nur einer ist dazwischen, der will geradeaus und stößt prompt mit einem Linksabbieger auf die Umgehungsstraße zusammen. Vorschlag der Polizei: Die Abbiegespur sollte verlängert werden. An der Extener Kreuzung wünscht sich die Polizei, erläuterte Bogorinsky, eine Verlängerung der Ampelphase für die Fahrzeuge, die aus der Behrenstraße und der Braasstraße kommen. Das sei vor allem für Lastzüge wichtig, die abbiegen wollen. Das könnte die Zahl der Auffahrunfälle an dieser Stelle senken. Auch an der Einmündung der Landesstraße 438 auf die Bundesstraße 83 bei Westendorf kracht es häufig. Potthast schilderte den typischen Verlauf eines Auffahrunfalls hier: "Einer will losfahren, bremst aber in letzter Sekunde, weil von links ein schnelleres Fahrzeug kommt." Entwarnung gibt die Polizei an der Steinberger Kreuzung. Seit dort ein "Starenkasten" Rechtsabbieger von Bückeburg nach Rinteln zu gemäßigten Fahrweise zwinge, sei die Zahl der Unfälle deutlich zurückgegangen. Dass die Bäckerstraße nach dem Empfinden der Anwohner zu viel befahren wird, auch zu schnell, ist bekannt - doch ein Unfallschwerpunkt, das zeigen die Zahlen der Polizei, ist die Bäckerstraße nicht. Im Vorjahr ereignete sich hier ein Bagatellunfall, bei dem niemand verletzt worden ist. Eine positive Nachricht gibt es auch: Im Vorjahr hat sich kein tödlicher Unfall im Stadtgebiet Rinteln ereignet - das sei, betonte Bogorinsky seit dem Jahr 2000 nicht mehr vorgekommen. Gestiegen ist die Zahl der Leichtverletzten: Von 136 auf 153, darunter zum Glück kein Kind unter sechs Jahren. Für Bogorinsky auch ein Zeichen, dass Eltern vorschriftsmäßige Kindersitze nutzen. Und noch ein Tipp an die Verkehrsplaner: Aus Sicht der Polizei sei jeder Kreisel zu begrüßen - zwar nicht gerade in Industriegebieten, wo Lastzüge rangieren müssen - aber überall sonst würden Kreisel zur Verkehrssicherheit beitragen.

Insgesamt 627 Verkehrsunfälle hat die Polizei 2006 in Rinteln re
  • Insgesamt 627 Verkehrsunfälle hat die Polizei 2006 in Rinteln registriert. Jeder Stecknadelkopf steht für einen Unfall. Wo es sich auf dem Foto ballt, liegt die Wallgasse - hier gibt es häufig Blechschäden bei unvorsichtigem Einparken - oft mit Unfallflucht. Fotos: tol

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