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Keine freien Flächen im Gewerbegebiet Kreuzbreite – mehrere Firmen bauen

Es brummt

BÜCKEBURG. In Bückeburg werden Gewerbeflächen knapp. Alle Grundstücke in den bereits bestehenden Gewerbegebieten wie der Kreuzbreite I und II sind verkauft oder aber reserviert. Mehrere an- und umsiedlungswillige Firmen haben in den vergangenen Wochen mit dem Neubau von Produktions- oder aber Gewerbehallen begonnen oder stehen kurz vor dem Baubeginn.

veröffentlicht am 08.02.2018 um 15:09 Uhr
aktualisiert am 08.02.2018 um 15:40 Uhr

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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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Als Konsequenz hat die Stadt die Bauleitplanung für die Neuausweisung des Gewerbegebiet Kreuzbreite III forciert, um östlich von Hans-Neschen-Straße und Kurt-Rabe-Straße schräg gegenüber der ehemaligen JVA weitere 45 000 Quadratmeter als Gewerbegebiet auszuweisen (wir berichteten). Auch hier liegen bereits für einen Großteil der Fläche Reservierungen vor, wie Stadtkämmerer Reiner Wilharm, Fachbereichsleiter der Fachbereiche Finanzen/Wirtschaftsförderung auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte. Ob alle diese Reservierungen auch umgesetzt werden, werde sich zeigen, wenn die Bauleitplanung abgeschlossen ist und gebaut werden könne. Dann zeige sich oft erst, wie ernst die Ansiedlungspläne sind.

Die Nachfrage nach Gewerbeflächen führte Wilharm zum einen allgemein auf die boomende Konjunktur und niedrige Finanzierungszinsen in Deutschland zurück. Zum anderen habe aber auch speziell die Arbeit der scheidenden Wirtschaftsförderin Bettina Remmert einiges bewegt: „Wir sind mehr oder weniger überrannt worden.“ Unter den Firmen, die sich jetzt in der Kreuzbreite ansiedeln, sind mehrere Unternehmen aus Bückeburg, die umsiedeln oder aber ihre Produktionsfläche erweitern. Bückeburg ist es aber auch gelungen, ansiedlungswillige Betriebe aus der näheren (Obernkirchen) oder weiteren Umgebung (Löhne) nach Bückeburg zu locken.

„Alles Mittelständler, die Arbeitsplätze schaffen“, wie Wilharm betonte: „Das ist uns wichtig.“ Wert lege die Stadt auf einen heterogen Branchenmix, um angesichts von zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen mit dem Städtischen Haushalt unabhängiger von wirtschaftlichen Krisen zu sein, sollte die Konjunktur in dem einen oder anderen Bereich nicht mehr so brummen: „Abhängigkeiten von Gewerbesteuerzahlungen von einem Betrieb wollen wir vermeiden.“

Die Arbeiten für den Bau eines zweiten Standorts der Pinta Abdichtung GmbH laufen bereits. Foto: kk
  • Die Arbeiten für den Bau eines zweiten Standorts der Pinta Abdichtung GmbH laufen bereits. Foto: kk
In der Kreuzbreite II hat die Firma Mews Elektrotechnik GmbH bereits mit dem Bau eines neuen Firmensitzes begonnen (im Hintergrund), im Vordergrund ist bereits ein Bauschild für den Neubau von Risto Natursteine aufgestellt. Foto: kk
  • In der Kreuzbreite II hat die Firma Mews Elektrotechnik GmbH bereits mit dem Bau eines neuen Firmensitzes begonnen (im Hintergrund), im Vordergrund ist bereits ein Bauschild für den Neubau von Risto Natursteine aufgestellt. Foto: kk
Die Neschen Coating GmbH hat die Industriefläche hinter ihrem Werk an der Hans-Neschen-Straße erworben. Foto: rc
  • Die Neschen Coating GmbH hat die Industriefläche hinter ihrem Werk an der Hans-Neschen-Straße erworben. Foto: rc
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Die Arbeiten für den Bau eines zweiten Standorts der Pinta Abdichtung GmbH laufen bereits. Foto: kk
In der Kreuzbreite II hat die Firma Mews Elektrotechnik GmbH bereits mit dem Bau eines neuen Firmensitzes begonnen (im Hintergrund), im Vordergrund ist bereits ein Bauschild für den Neubau von Risto Natursteine aufgestellt. Foto: kk
Die Neschen Coating GmbH hat die Industriefläche hinter ihrem Werk an der Hans-Neschen-Straße erworben. Foto: rc
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Da absehbar ist, dass auch die Kreuzbreite III relativ schnell volllaufen dürfte, gibt es im Rathaus bereits weiterführende Überlegungen, wo weitere Gewerbegebiete ausgewiesen werden können – Oder aber auch nicht. Wie Wilharm zu bedenken gab, müsse seitens der Stadt und der Politik überlegt werden, ob weitergemacht wird wie bisher und weitere Flächen versiegelt werden. Oder aber ob die Stadt auf bereits genutzte Flächen zurückgreift, wenn sie angeboten werden. Die Stadt sei in ihrer räumlichen Entwicklung begrenzt, nicht überall sei Gewerbe möglich und gewünscht.

Im derzeit gültigen Flächennutzungsplan sind mehrere Gebiete im Stadtgebiet als mögliche Gewerbeflächen ausgewiesen. In absehbarer Zukunft, 2019, stehen weitere Gewerbeflächen im hinteren Bereich des Hafens Berenbusch zur Verfügung. Der entsprechende Bebauungsplan ist verabschiedet, in diesem Jahr wird die Hafen GmbH für 534 000 Euro Straßen, Kanäle und Versorgungsleitungen erneuern. Eine weitere Fläche ist ebenfalls im Bereich des Hafens Berenbusch ausgewiesen, wo der Acker zwischen Aue und Rampe zur Mittellandkanalbrücke auf der südlichen Seite des Kanals als Gewerbefläche infrage kommt.

Eine dritte Gewerbefläche wäre an der Scheier Straße zwischen der Bahnlinie und dem Ortseingang Richtung Scheie möglich. Diese auszuweisen, wäre angesichts weiterer Flächenversiegelung und den Problemen der Landwirtschaft zu besprechen, wie Wilharm sagte. Denn wollte die Stadt Flächen von Landwirten erwerben, müssten diesen Ersatzflächen erwerben können. Und die gibt es nach Angaben Wilharms kaum.

Als Gedankenspiel brachte Wilharm ein interkommunales Gewerbegebiet zwischen Bückeburg und Obernkirchen ins Spiel: in Verlängerung der Kreuzbreite in östliche Richtung gen Obernkirchen-Vehlen. „Noch völlig unausgegoren“, wie Wilharm selbst feststellte.

Die Gewerbegebiete laufen voll, folgende Firmen werden sich nach Informationen unserer Zeitung in der Kreuzbreite ansiedeln:

Die Mews-Elektrotechnik wird aus der Altstadt von der Trompeterstraße in die Kreuzbreite II umsiedeln. Der Bau hat bereits begonnen.

Die Pinta Abdichtung GmbH, die bereits einen Standort in der Kreuzbreite I hat, wird einen zweiten Standort zwischen der Kurt-Rabe-Straße und dem Relax-Sportstudio bauen. Der Bau hat bereits begonnen.

Im gleichen Bereich wird sich ein Metall verarbeitender Betrieb aus Löhne ansiedeln. Die Kaufverträge mit der Stadt sind unterschrieben.

Die Neschen Coating GmbH hat rund 20 000 Quadratmeter Industriefläche hinter ihrem Sitz an der Hans-Neschen-Straße von der Stadt gekauft. Eine Erweiterungsfläche als Bestätigung des Standorts Bückeburg, wie es der Vorstandsvorsitzende der Blue Cap AG als Eigentümerin von Neschen, Dr. Hanns-Peter Schubert, kürzlich in einem Interview mit einem Börsenmagazin umrissen hat. Der in dem gleichen Interview – in Anspielung auf das Städtebausanierungsgebiet Windmühlenstraße – übrigens gesagt hat, dass Neschen zwei Werke zusammenlegen und damit effizienter werden will.

In der Kreuzbreite II wird die Risto-Natursteinboden, derzeit in Obernkirchen-Gelldorf an der B 65 ansässig, eine Lagerhalle mit Bürogebäude errichten. Die entsprechenden Bauschilder des Generalunternehmers sind bereits aufgestellt.

Weitere Flächen in der Kreuzbreite sind bereits reserviert, die Verkäufe aber bisher noch nicht abgeschlossen.rc

Mein Standpunkt
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Von Raimund Cremers

Lange Jahre ist im Bereich von Gewerbeansiedlungen in Bückeburg wenig bis gar nichts passiert. Umso besser, dass nun die gute Arbeit der Wirtschaftsförderung Früchte trägt. Neue Arbeitsplätze entstehen, Bückeburg als Wohnstadt wird noch attraktiver, und über sprudelnde Gewerbesteuer freut sich jede Kommune.

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