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Abschlussfeier BBS Altenpflege

Eure Arbeit soll gut honoriert und geachtet werden!

RINTELN. Sie wissen, wie man einen erfolgreichen Schulabschluss feiert, die Schülerinnen der Berufsfachschule Altenpflege an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Rinteln. Mit Musik und Kabarett, mit einem tollen Büfett und sehr bewegenden Ansprachen feierte die dritte Klasse das Ende ihrer anspruchsvollen Ausbildung.

veröffentlicht am 20.06.2017 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 20.06.2017 um 17:30 Uhr

Die künftigen Altenpflegerinnen haben sich alle sehr schön gemacht zum feierlichen Abschied. Foto: cok
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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Dabei ließ es sich Schulleiter Herbert Habenicht nicht nehmen, über eine Würdigung der Absolventen hinaus (Kimberley Burger etwa bestand mit der Bestnote 1,8) eine ernste, tiefer gehende Rede zu halten. Er begann mit Schlagzeilen aus der Tagespresse, die neue Pflegekonzepte ankündigen und davon sprechen, Pflegeberufe über Zeitarbeitsfirmen zu vermitteln. „Ob das die richtigen Schritte sind, ist die Frage“, sagte er. „Tatsache bleibt: Es wird deutlich, wie wichtig und begehrt Ihre Arbeit ist.“ Der Wermutstropfen kam gleich hinterher: „Wertschätzung bedeutet allerdings auch, den Wert der Arbeit richtig einzuschätzen und zu honorieren.“

Mit dieser Bemerkung wendete er sich auch an die Institutionen, die die zukünftigen Altenpflegerinnen (und den einzigen Mann in der Klasse) beschäftigen werden. Ungeschönt zählte er die großen Herausforderungen des Berufes auf, die schwere körperliche Arbeit, die damit verbunden ist, die emotionale Belastung, extremen Arbeitszeiten und dazu eine dreijährige, intensive Ausbildung, die nur die Besten tatsächlich bis zum Ende durchhielten. Diese Herausforderungen könne man nur bestehen, wen man seinen Beruf nicht nur als Mittel zum Geldverdienen ansehe, sondern die anstehenden Aufgaben als echten Beruf von Herzen übernehmen wolle.

„Liebe Schüler“, sagte Habenicht, „eine gute Arbeit soll gut honoriert und geachtet werden. Sie haben alles getan, um für diese Gesellschaft unverzichtbar und damit teuer zu werden. Hoffentlich setzt sich diese Überzeugung bald in unserer Gesellschaft durch.“ Dafür gab es einen Riesenapplaus in der BBS-Aula, nicht nur von den Schüler, sondern auch von deren Eltern, Partnern, Freunden und den anwesenden Ausbildern aus den Seniorenheimen.

Die erste und die zweite Klasse nahm all die Aspekte rund um den Altenpflegeberuf mit Humor. Wie es Tradition ist an der Berufsfachschule, inszenierten sie kleine Theaterstücke, in denen sie sich selbst und ihre zukünftigen Klienten auf Korn nahmen. Während die erste Klasse Senioren an Rollatoren oder mit Gehstock bewaffnet an einer „Deutschland sucht das „Rentner-Talent“-Show teilnehmen und zu „Macarena“ tanzen ließen, nahm sich die zweite Klasse vor, medizinische Fachbegriffe wie „Prophylaxe“ oder „Thrombose“ in pantomimischen Bilder darzustellen. Beim Begriff „Schmerz“ wiegten sich die „Alten“ hin und her zum traurigen Song „Mad World“– sehr komisch.

Fachbereichs-Koordinatorin Sabine Nolte erfreute de Schülerinnen, die sie entließ, mit einer ganzen Reihe Erinnerungen an die gemeinsame und nicht immer konfliktfreie Zeit. „Ihr seid für mich die Koch-, Back- und Schauspielklasse“, sagte sie. Ganz besonders dankte sie für die jährliche „Herzenswünsche“-Aktion in der Sparkasse, wo mit unermüdlichem Engagement Spenden eingesammelt wurden, damit auch armen Familien Weihnachtswünsche erfüllt würden.

Im Gegenzug hielten sich auch die Schülerinnen mit Dank nicht zurück. „Ihre Unnachgiebigkeit machte uns zu besseren Menschen“, sagte Klassensprecherin Victoria Balta. Jeder einzelnen Lehrerin wurden Geschenke überreicht mit Worten, die manchen fast zu Tränen rührten. So anstrengend die Ausbildungszeit auch war, der Abschied fiel den meisten nicht leicht. Schon bald sind sie alle berufstätig. Im Bereich der Altenpflege werden die Absolventen zu hundert Prozent übernommen.

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