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Betrüger horchen Bückeburger aus

Falscher Kommissar am Telefon

veröffentlicht am 13.02.2017 um 15:31 Uhr
aktualisiert am 13.02.2017 um 18:00 Uhr

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BÜCKEBURG. In den vergangenen Tagen mehren sich Anrufe bei Bückeburgern, in denen sich unbekannte Männer als Polizeibeamte ausgeben und versuchen, den Angerufenen Einzelheiten aus ihrem persönlichen Alltagsleben zu entlocken.

Am Montagmorgen gegen zehn Uhr ging bei einem Bückeburger ein Anruf ein, bei dem sich ein Unbekannter als Angestellter des Amtsgerichts Hamburg ausgab, wie die Polizei Bückeburg mitteilte. Dabei wurde versucht, beim Angerufenen an Details heranzukommen.

Der Senior brach das Telefonat ab. Anschließend erhielt er aber einen Telefonanruf eines Hauptkommissars Leitner von der Polizei Bückeburg, der darauf drängte, dass der Bückeburger mit dem Amtsgericht kooperieren solle. In beiden Fällen wurden die korrekten Telefonnummern des Amtsgerichtes Hamburg und der Polizei Bückeburg im Display des Telefons angezeigt.

„Wir haben keinen Hauptkommissar Leitner bei uns, dieser Mann ist ein Betrüger“, stellt der Sprecher der Polizei Bückeburg, Matthias Auer, klar. Und verwies nochmals darauf, dass keine Telefonate vom richtigen Amtsgericht Hamburg beziehungsweise der Polizei Bückeburg getätigt wurden.

Ähnlich gingen unbekannte Täter bereits am vergangenen Freitag vor, als mehrere Bürger aus Bückeburg und Röcke sich bei der Polizei Bückeburg meldeten, weil sie von einem Polizeibeamten angerufen wurden, der sich nach ihren Lebensumständen und möglichem Vermögen am Telefon erkundigen wollte. In keinem dieser Fälle wurde nach Angaben der Polizei eine Rufnummer des angeblichen Polizeibeamten im Display der Angerufenen angezeigt.

Auch diese Anrufe stammten nach Darstellung des Pressesprechers der Polizei Bückeburg, Matthias Auer, weder von der Polizei Bückeburg noch von einer anderen Polizeidienststelle. „Solche Erkundigungen werden durch die Polizei niemals am Telefon erfragt“, führte der Sprecher weiter aus und erläuterte, dass die Bürger richtig gehandelt haben: Am Telefon wurden keine Daten oder Hinweise an den Anrufer weitergegeben und als Rückversicherung wurde die Polizei sofort informiert.

In diesem Zusammenhang weist der Polizeisprecher auf folgende Verhaltenstipps hin:

Die Polizei ruft nicht mit der Notrufnummer 110 an. Bei dem Anruf mit dem angeblichen Notruf 110 handelt es sich um eine Betrugsmasche.

Die Anrufer warnen in den meisten Fällen vor angeblichen Einbrechern in der Nachbarschaft und wollen wissen, ob der Angerufene alleine im Haus ist und im Besitz von Wertgegenständen sei.

Auch Polizeischutz wird angeboten. Alles Tricks, um in die Wohnung des Opfers zu gelangen.

Die Notrufnummer der Polizei wird nie sichtbar bei Anrufen übertragen. Die Polizei rät, keine derartigen Telefonate anzunehmen beziehungsweise sofort wieder aufzulegen.

Betrüger melden sich mit Polizeinummer: Betrüger rufen mögliche Opfer an und geben sich als Polizeibeamte aus, um Informationen zu möglichen Wertgegenständen im Haus oder Kontodaten herauszufinden.

Manchmal wird im Display die Telefonnummer der jeweiligen Polizei angezeigt. Möglich ist das über das sogenannte Call ID Spoofing. Mit dieser Methode kann der Anrufer frei wählen, welche Nummer bei seinem Gegenüber im Display erscheint. Dadurch wird zum einen die wahre Identität des Anrufers verschleiert und zum anderen eine falsche Identität vorgetäuscht. Selbst Behördennummern sind hiervor nicht geschützt. Sogar beim Drücken der Rückruftaste des eigenen Telefons werde man automatisch zu den Trickbetrügern weitergeleitet.

Überprüfen Sie die angezeigte Telefonnummer, in dem Sie bei der für Sie zuständigen Dienststelle oder über den Notruf 110 nachfragen, ob der Anruf tatsächlich von dort kam.

Die Polizei fordert niemanden am Telefon zu Zahlungen auf. Bleiben Sie skeptisch, auch am Telefon. Informieren Sie sofort die Polizei (110), wenn Sie einen solchen Anruf erhalten haben.red

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