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„Luther ist eben cool“

Festgottesdienst 500 Jahre Reformation in der Stadtkirche

BÜCKEBURG. Mit einem Festgottesdienst hat die Stadtkirchengemeinde den Feiern zum Reformationsjubiläum einen krönenden Abschluss verliehen. Rund 100 Mitwirkende aller Generationen machten den von Pastor Jan-Uwe Zapke gehaltenen Gottesdienst in der Stadtkirche zum denkwürdigen Erlebnis für alle Beteiligten.

veröffentlicht am 01.11.2017 um 15:51 Uhr
aktualisiert am 01.11.2017 um 17:00 Uhr

Rund 100 Mitwirkende, darunter viele Jugendliche, gestalteten den Festgottesdienst zum Abschluss des Reformationsjubiläums. Fotos: jp
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Kein einziger Sitzplatz blieb frei, als noch einmal des berühmten Thesenanschlags an der Schlosskirche zu Wittenberg vor 500 Jahren gedacht wurde. Zahlreiche Musikdarbietungen und Spielszenen nahmen die zentralen Themen Glaube, Bekenntnis und Freiheit in den Blick und ließen die Geschichte des Reformators wieder lebendig werden, der hier – dargestellt von Dietmar Ostermeier – gleich zu Beginn des Gottesdienstes türenknallend vor der Gemeinde erschien, um seine 95 Thesen anzukündigen.

Auch der berühmte Auftritt Luthers vor dem Kaiser auf dem Reichstag zu Worms fand im Gottesdienst seinen Widerhall, unter anderem im Dialog zweier junger Mitwirkender: „Warum widerruft er nicht? Dann könnte er doch glücklich leben und es würde ihm keiner was tun.“ „Weil er der Luther ist, das ist ein echter Mann und nicht so ein Feigling.“ „Ich hätte bestimmt widerrufen. Mensch, das ist der Kaiser, vor dem er steht.“ „Na und? Luther ist eben cool.“

In einer kurzen Auslegung ging Pastor Zapke auf die Frage ein, weshalb Luther auf dem Reichstag standhaft geblieben war. „Weil es seine Überzeugung war“, so Zapke. Luther sei kein Superheld oder über die Maßen mutig und tapfer gewesen, sondern habe gewusst: „Wenn ich diese Überzeugung aufgebe, gebe ich alles auf.“

Auch auf Luthers berühmtester Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ und deren Bedeutung für die lutherische Interpretation des Begriffs Freiheit ging der Gottesdienst ein, unter anderem mit dem Bild der Freiheit, die wie ein Luftballon zum Himmel fliegt, was dann die Konfikids in der Stadtkirche auch mit echten Ballons in die Tat umsetzten.

Mitwirkende des Gottesdienstes waren zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Stadtkirchengemeinde, außerdem die Konfikids, die angehenden Konfirmanden des kommenden Jahres, die Band Grenzgänger, der Gospelchor Rhythm of Life und der Posaunenchor.

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