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Flammen schlagen aus Dach / 140 Löschkräfte im Einsatz

Feuer in Fuhlen bringt neun Menschen in Gefahr

FUHLEN. In einem Wohngebäude am Streekenweg in Fuhlen ist am frühen Montagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Ein Bewohner hatte den Brandgeruch bemerkt und kurz nach fünf Uhr die Feuerwehr alarmiert. 140 Helfer eilten mit ihren Fahrzeugen zum Einsatzort.

veröffentlicht am 19.02.2018 um 09:03 Uhr
aktualisiert am 19.02.2018 um 12:55 Uhr

Löscheinsatz von oben: Aus dem Korb der Drehleiter der Feuerwehr Hameln werden die Flammen gezielt bekämpft. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Erst zog nur etwas Rauch durch das Haus, wenig später stiegen Funken in den schwarzen Himmel. Kurz darauf schlugen schon Flammen durch das Dach eines Wohngebäudes am Streekenweg in Fuhlen. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus. Ein Glück, dass ein Mann, der dort wohnt, rechtzeitig wach wurde und acht weitere Bewohner warnen konnte. „Der Geruch des Brandes ist ihm in die Nase gestiegen“, sagte ein Ermittler der Hamelner Polizei. Der erste Notruf lief wenige Minuten nach fünf in der Regionalleitstelle in Hameln auf. Der Disponent schickte umgehend Rettungs- und Löschkräfte, darunter auch einen Notarzt, zu dem Gebäude-Komplex in Fuhlen. Die erste Alarmmeldung ließ Schlimmstes befürchten – sie lautete: „Menschenleben in Gefahr!“ Die Lage war anfangs unklar. Zunächst hieß es, zwei Personen würden vermisst. Polizisten und Feuerwehrleute konnten aber schon nach kurzer Zeit aufatmen. „Die Bewohner hatten das Haus durch einen Hintereingang verlassen. Sie waren in Sicherheit“, erzählt ein Kommissar.

Stadtbrandmeister Karsten Redeker wohnt in Fuhlen – er war als Erster vor Ort. Als er eintraf, stieg nur wenig Qualm auf. Das Feuer loderte offenbar in einer größeren Küche, faß sich dann aber schnell durch das trockene Gebälk. Ein Senior sagte der Polizei, das Gebäude sei gut 200 Jahre alt. Schläuche wurden verlegt, Hydranten angezapft, Tragkraftspritzen angeworfen. Jürgen Selle, Brandabschnittsleiter West, schaute zeitweise sorgenvoll zum Dachstuhl. „Hoffentlich gibt es keine Durchzündung“, sagte er. Die Feuerwehr Hameln brachte ihre Drehleiter in Stellung, leuchtete das Dach von oben aus. Von Korb wurde danach Wasser in die Flammen gespritzt. Die Freiwilligen nahmen den Brand in die Zange. Die Löschangriffe zeigten Wirkung. Gegen 7.30 Uhr war das Feuer aus. Vor allem die Atemschutz-Trupps hatte gute Arbeit geleistet und chirurgisch genau gelöscht. 140 Helfer waren mit ihren Fahrzeugen zum Einsatzort geeilt – sie seien aus Hessisch Oldendorf, Fuhlen, Zersen, Heßlingen, Friedrichsburg, Friedrichshagen, Lachem, Rumbeck, Hemeringen und Hameln angerückt, sagte Feuerwehrsprecher Tobias Ebbighausen. Auch den Spezialisten des Messwagens aus Rumbeck oder der Teams „Atemschutz“ und „Einsatzleitung“ hätten zum Erfolg beigetragen.

Für die Freiwilligen, die bei Temperaturen um null Grad stundenlang gegen das Feuer gekämpft hatten, brachten Helfer der in Kirchohsen stationierten Versorgungsgruppe der Kreisfeuerwehr Heißgetränke zum Brandort. Ehren- und hauptamtliche Kräfte des DRK hatten den großangelegten Einsatz sanitätsdienstlich abgesichert.

Über 100 Helfer waren im Einsatz. Foto: ube
  • Über 100 Helfer waren im Einsatz. Foto: ube
Flammen lodern im Gebäude, sie schlagen bereits aus dem Dach. Foto: ube
  • Flammen lodern im Gebäude, sie schlagen bereits aus dem Dach. Foto: ube

Die Ursache des Feuers ist noch unbekannt. Ermittler haben bereits während der Löscharbeiten die Brandzehrung mit der Fotokamera dokumentiert und erste Zeugenbefragungen durchgeführt. Experten wollen sich so schnell wie möglich an der Ausbruchstelle umsehen und dort nach Spuren suchen.

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