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„Brandstifter“ schlägt zweimal zu

Feuerwehr beschließt Dienstjahr mit Übung und Schlachtemolle

KRANKENHAGEN. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Unter dieser Prämisse beschließt die Ortsfeuerwehr Krankenhagen jeweils im Herbst ihr offizielles Dienstjahr. Eine besondere Rolle spielt dabei das Feuerwehrschwein, jedes Jahr wieder und das schon seit über 40 Jahren.

veröffentlicht am 02.11.2017 um 16:56 Uhr
aktualisiert am 02.11.2017 um 18:30 Uhr

Der Rest vom Fest: Ulla Meier, Heike Schwedler, Silvia und Achim Wächter sowie Bärbel Ulke (v. li.) können am Ende nur noch eine Mini-Portion Hausmacher-Grütze anbieten; aber die ist echt lecker. Foto: who
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Autor

Werner Hoppe Reporter
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KRANKENHAGEN. Das zumindest schätzte Ortsbrandmeister Achim Wächter, als die letzte Einsatzübung des Jahres gelaufen und vom Schwein kaum noch etwas übrig war.

Die Sache mit dem deftigen Schlachtemollen-Essen im Anschluss an die Übung hat schon seit Langem Kultstatus bei Krankenhagens Feuerwehr. Übers Jahr wird irgendwo in einem Stall ein besonderes Schwein gefüttert und großgezogen bis zum Schlachtgewicht. Rechtzeitig vor der Jahresabschlussübung wird „Florian“, so der Name, traditionell und mehr inoffiziell zu Wurst, Grütze und Schinken fürs besagte Schlachtemollen-Essen verarbeitet.

„Es war mindestens schon Florian der 45., aber mit Sicherheit“, dachte Wächter laut nach, als sich die Krankenhäger Feuerwehrfamilie zusammen mit Gast-Essern an den Tischen im Gerätehaus setzte. Mettwurst und Schinken waren zuvor schon für einen bestimmten Zweck reserviert worden, denn nach der Jahresanfangsübung im kommenden Frühjahr wird beides – nach abgeschlossener Reifung – auf den Tisch kommen.

Die Einsatzübung gehört in jedem Fall ebenso dazu, aber nur für die Aktiven der Ortsfeuerwehr Krankenhagen. Gunnar Hoppe als stellvertretender Ortsbrandmeister hatte ein möglichst realitätsnahes Übungsszenario ausgearbeitet, das aber möglichst nie Realität werden soll. Seine Vorgabe: Eine unklare Rauchentwicklung infolge eines Brandes in der Küche hinter dem Gemeindesaal im Untergeschoss der Kirche löst den Einsatz der Feuerwehr aus. Umso mehr Eile ist geboten, weil im Haus gerade der Konfirmandenunterricht läuft.

Aber es soll noch schlimmer kommen: Während 25 Einsatzkräfte gegen den fiktiven Brand vorgehen und gleichzeitig nach vermissten Konfirmanden suchen, wird ein zweiter Brand am Kirchturm gemeldet. Vermutlich ist ein Brandstifter am Werk, aber das muss später geklärt werden. Erst mal muss gelöscht werden.

Aber ob Brandstifter oder nicht: Das Ganze wird spätestens beim Schlachtemollen-Essen im Gerätehaus geklärt werden, wissen die Beteiligten und können ihre Übung wie vorgesehen zu Ende bringen.

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