weather-image
29°
Diskussion im Feuerschutzausschuss

Feuerwehrhelme: Empfehlung gegen Stadtkommando-Mehrheit

RINTELN. Die Rintelner Feuerwehren brauchen neue Helme. Aber welchen Typ? Darüber ist eine Diskussion im Feuerschutzausschuss entbrannt. Im Mittelpunkt stand eine Empfehlung der Verwaltung für einen Helmtyp, gegen den sich die Mehrheit der Ortsbrandmeister ausgesprochen hatten.

Objekt der Diskussion im Feuerschutzausschuss: Der Helmtyp „Heros Titan“. Foto: pr/Rosenbauer
ri-marie-1410

Autor

Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
Weiterlesen mit Ihrem Digital-Abonnement
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

RINTELN. Die Stadt will 100 neue Feuerwehrhelme beschaffen. Das wäre an sich eine Meldung in der Zeitung, aber keine große Geschichte. Doch es ist die Diskussion im Feuerschutzausschuss diese Woche, die die Geschichte interessant macht.

Es geht um neue Helme für die Atemschutzgeräteträger. Wegen einer Bestimmung der Feuerwehr-Unfallkasse sind die derzeitigen Helme für Einsätze nicht mehr geeignet (wir berichteten).

Um zu bestimmen, welchen Helm die Stadt anschaffen soll, haben Kameraden der Rintelner Wehr verschiedene Helmtypen getragen. Der Vorschlag lautete: Helm „Heros Titan“, Hersteller Rosenbauer. Um allen Ortsfeuerwehren ein Stimmrecht zu geben, wurde unter Stadtbrandmeister Friedel Garbe in einer Stadtkommandositzung abgestimmt. Das Ergebnis: Elf Ortsbrandmeister sprachen sich für den „Heros Titan“ aus, fünf für den „Heros Smart“.

Der Helmtyp „Heros Titan“ im Einsatz. Foto: pr/Rosenbauer
  • Der Helmtyp „Heros Titan“ im Einsatz. Foto: pr/Rosenbauer
270_0900_45200_ri_helme_heros2.jpg
270_0900_45201_ri_helme_heros1.jpg

Die Verwaltung schlug nun vor, „in einem ersten Schritt“ für die Atemschutzgeräteträger den „Smart“ anzuschaffen. Also der Helm, gegen den sich die Mehrheit der Ortsbrandmeister entschieden hatte. Und auch wenn die Gebrauchsdauer von weiteren, „derzeit noch normgerechten“ Helmen ausliefe, sollten diese durch den „Smart“ ersetzt werden – und zwar schrittweise für Atemschutzgeräteträger sowie für alle weiteren Angehörigen der aktiven Wehr.

Für den Hintergrund führt die Verwaltung auf: In viele Städten und Samtgemeinden in Schaumburg wurden die Feuerwehren mit dem Typ „Smart“ ausgestattet. „Vorausgegangen waren hier lange Trageversuche und Tests“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Außerdem habe es kein einheitliches Votum der Ortsbrandmeister gegeben. Da dies so sei, sei es Sache der Verwaltung, einen Beschlussvorschlag zu unterbreiten, erläuterte Ordnungsamtsleiter Ulrich Kipp während der Ausschusssitzung. Und der empfahl nun einmal den „Smart“.

„Warum folgt die Verwaltung dem Votum des Stadtkommandos nicht?“, fragte Veit Rauch (CDU) empört. Das Argument, dass die Abstimmung nicht einheitlich gewesen sei, wertete er als „außerordentlich schwach“.

Seine Vermutung: Die Verwaltung habe unter der Wertgrenze von 25 000 Euro bleiben wollen. Denn 100 „Smart“-Helme würden die Stadt rund 23 000 Euro kosten. Bei Anschaffungen von unter 25 000 Euro kann die Verwaltung Entscheidung, ohne Abstimmung im Verwaltungsausschuss. Eine Vermutung, die Kipp so nicht gelten lassen wollte.

Rauchs zweiter Einwand, das Argument könne nicht das Geld sein, sondern „die Sicherheit für unsere Feuerwehrleute“, schmetterte Stadtjurist Dr. Joachim Steinbeck ab: „Sicher sind beide Helme!“

Einen preislichen Unterschied gibt es jedoch: Der „Titan“ kostet rund 290 Euro pro Stück, der „Smart“ 230. Es sind jedoch genügend Mittel in den Haushalt eingestellt, sodass auch der teurere Helmtyp beschafft werden kann.

Der „Titan“ ist ein Vollschalenhelm, der „Smart“ hat eine Dreiviertelschale. Beide Helme besitzen die höchste Schutzklasse und haben, wie es heißt, „maximale Lebensdauer“ ohne Ablaufdatum. Und sind natürlich nach den gängigen EU-Normen zertifiziert.

Die fünf Ortsbrandmeister, die sich für den „Smart“ ausgesprochen haben, haben laut Garbe das geringere Gewicht des Helms positiv hervorgehoben. Und: Die Benutzung von Handy oder Funkgerät mit Helm sei einfacher gewesen.

Rauch beantragte, sich der Mehrheit im Stadtkommando anzuschließen und „Titan“-Helme anzuschaffen – zuerst für die Atemschutzgeräteträger, und sukzessive für die weiteren Feuerwehrleute.

Für Absolventen von Truppmannausbildungen müssten die neuen Helme ebenfalls bereitstehen, gab Garbe zu bedenken – „und das können bis zu 30 Feuerwehrleute auf einmal sein.“ Das entsprechende Geld müsse in die kommenden Haushalte eingestellt werden, so Kipp. Bis Mitte Juni müssen die Haushaltsberatungen abgeschlossen sein.

Der Beschluss für den Helmtyp „Titan“ fiel letztlich einstimmig im Ausschuss.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare