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"Wasserspiele": Hunderte Europafest-Fans bejubeln im Regen die beiden Granitball-Bands

Fidele Friesen gegen eine volle Breitseite Blues

Bückeburg (jp). Nach dem verregneten Himmelfahrtstag hielt Tiefdruckgebiet Ina auch das Europafest eisern im Griff. Blieben die Nachmittagsstunden noch größtenteils vom Regen verschont, so öffnete der Himmel an beiden Konzert-Abenden seine Schleusen über Bückeburgs guter Stube. Doch sowohl bei den Spaßrockern "United Four" als auch den Bluesrockern "Red M" hielten die Zuhörer stundenlang im Regen aus. Schon seit Jahren ist der Granitball in Bückeburger eine Institution, und so konnten auch die geballten Wassermassen von oben die unverbrüchliche Treue der Fans nicht erschüttern.

veröffentlicht am 29.05.2006 um 00:00 Uhr

"United Four"-Bassist Mazze besingt für die Fans die perfekte We

Beide Bands sind in der Residenzstadt alte Bekannte. "Party bis zum Melken" hatten die Nordlichter United Four aus dem friesischen Wardenburg bereits beim Sommerfest 2004 geboten. Gemolken wurden zwar damals nur die Spaßdrüsen von Zuhörern und Musikern, und nicht so sehr die Wolken wie beim diesjährigen Granitball, doch das fidele Friesen-Quartett Schüttie, Tommy, Mazze und Meikkel ließ sich davon kaum auf ihrem Streifzug von zeitlosen Rock'n'Roll-Klassikern über Party-Hits bis in die Gefilde ausgesuchter musikalischer Peinlichkeiten aufhalten. Und so durfte es zwischen Rock- und Popkrachern auf der Bühne vor der Stadtkirche auch mehr als einmal gnadenlos albern werden, wenn sich beispielsweise Gitarrist Tommy mit Shakira-Lockenmähne über Michael Jackson und Anastazia hermachte oder Bassist Mazze in hohem Falsett mit der "perfekten Welle" einen auf Juli-Leadsängerin Eva Briegel machte. Eine volle Breitseite Bluesrock der erdigsten Sorte lieferten am zweiten, genauso verregneten Abend die Hannoveraner Red M, die seit zwanzig Jahren die heimische Live-Szene beschallen und sich seit der Trennung von Bandgründer Dete Kuhlmann nicht mehr Moulin Rouge nennen. Seitdem dominieren mit den beiden Sängerinnen Andrea Schwarz und Anca Graterol sowie Bassistin Heike Busche eindeutig Frauen das musikalische Geschehen. Beim Auftritt in Bückeburg zeigten sich die Hannoveraner vor allem als treue Schüler der Rolling Stones, mit deren "Harlem Shuffle" sie eröffneten und denen sie während des Abends mit "Time is on my side", "Anybody seen my baby" und "Ruby Tuesday" huldigten. Rock-Königin Tina Turner galt die Verehrung bei den Covers von "I can't stand the rain" und "River deep, mountain high", und dergrößten Hardrock-Band aller Zeiten Led Zeppelin wurden "Kashmir" und natürlich "Stairway to heaven" gewidmet. Die Erben der alten Rockgarde kamen mit "Dude looks like a lady" von Aerosmith und "Hard to handle" von den Black Crowes zum Zuge. Ein besonderes Faible bewiesen Red M für den 2003 verstorbenen und von vielen sträflich unterschätzten Soulsänger Robert Palmer mit dessen Grammy-nominiertem "Addicted to love" sowie "Bad case of loving you". Mit den Zugaben "Rockin' in a free world" von Neil Young und dem Beatles-Klassiker "Let it be" verabschiedeten sich Red M von ihrer Bückeburger Fan-Gemeinde - bis zum nächsten Gig vor der Stadtkirche.

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