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Amtsleiterin: "Es zog aus allen Löchern" / Südfassade des Stadthäger Schlosses bekommt neue Fenster

Finanzamt: Im Winter mit Schal am Schreibtisch

Stadthagen (ej). Als im Jahre 1534 unter dem Grafen Adolf XI. begonnen wurde, die Reste der mittelalterlichen Wasserburg im Südosten Stadthagens zu rekonstruieren und einen großzügigen Neubau drumherumzubauen, waren Thermopane-Fenster noch völlig unbekannt. Der schwäbische Baumeister Jörg Unkair, der die Architektur der frühen Weserrenaissance ganz entscheidend geprägt hat, machte sich vermutlich kaum Gedanken über hohe Heizkosten und zugige Arbeitsplätze.

veröffentlicht am 11.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Die Südfassade des Stadthäger Schlosses bekommt nicht nur neue F

Das Schloss, das als dasälteste und einflussreichste Baudenkmal der Weserrenaissance in Niedersachsen gilt, wurde zwar im Jahre 1875 umfassend restauriert, und im Laufe der folgenden Jahrzehnte permanent in Stand gehalten, doch hier und da tauchen immer wieder kleine Wehwehchen auf. Aktuell machen den Mitarbeitern des imSchloss beheimateten Finanzamtes die Fenster der Südfassade zu schaffen. Deshalb werden diese durch neue ersetzt. "Die alten Fenster waren irreparabel", erklärt Brigitta Tewes, stellvertretende Amtsvorsteherin. "Das ist hier seit Jahren ein Schwachpunkt - es zog aus allen Löchern." Das Arbeiten sei vor allem in der kalten Jahreszeit eingeschränkt gewesen. "Im Winter saßen die Leute hier manchmal mit Schal am Schreibtisch, das war wirklich schlimm",so Tewes. Umso mehr freut sich die Finanzbeamtin über die neuen Fenster. "Fenster geben dem Gebäude ein Gesicht, sie sind optisch nicht unbedeutend", so Tewes weiter. Die neuen Fenster seien ein echter Hingucker. "Schön, dass man sich für hübsche Sprossenfenster entschieden hat." Diese sind nach Angaben des Staatlichen Baumanagementes in Bückeburg, die die Bauarbeiten koordiniert, nichtnur auf dem neuesten Stand der Technik, sondern passen jetzt auch besser zum gesamten Ensemble. Mit den Bauarbeiten betraut ist die Firma Heinrichs aus Gifhorn. Aber nicht nur die Fenster machten der Baubehörde Sorgen. Auch an dem südwestlich gelegenen Balkon mit angeschlossener Terrasse hat der Zahn der Zeit genagt. "Die Holz-Stahl-Konstruktion drohte einzustürzen", teilte das Staatliche Baumanagement mit. Die Firma BBS Keller aus Minden ist daher mit der Sicherung dieses Gebäudeteils betraut worden. Alles in allem rechnet die Baubehörde damit, dass bis zum Spätherbst alle Arbeiten erledigt sein werden. Dann müssen die Finanzbeamten nicht mehr mit Schal Steuererklärungen bearbeiten.

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