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Stadt gibt entsprechende Konzeption für Siedlungs- und Geschäftsbereiche in Auftrag

Flächendeckend Tempo 30?

BÜCKEBURG. Die Stadt hat ein Konzept in Auftrag gegeben, wo künftig im Stadtgebiet noch Tempo-30-Zonen oder aber Tempo-30-Beschränkungen umgesetzt werden können – sowohl in Wohngebieten als auch in zentralen Geschäftsbereichen wie obere Lange Straße oder Schulstraße, aber auch in Gewerbegebieten. Derzeit laufen die ersten Untersuchungen sowie Zählungen und Analysen von Verkehrsflüssen. Bis das Konzept vorliegt, wird es wohl eher Ende des Jahres werden.

veröffentlicht am 12.06.2018 um 15:45 Uhr
aktualisiert am 12.06.2018 um 16:50 Uhr

Die Berliner Kissen in der Fürst-Ernst-Straße waren vor Jahren zwingend erforderlich, um eine Tempo-30-Zone einrichten zu können. Heute würde es den damals ausgefochtenen „Kissen“-Streit über zu steile Auffahrten, der schlussendlich in einem Rückbau
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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Wie Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage mitteilte, will die Stadt zum einen prüfen, wo welche Siedlungsbereiche als Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden können. Als ein Beispiel nannte er den Südharrl und hier den Knatenser Weg mit seinen Seitenstraßen. Voraussetzung sei, dass die Ausweisung der Tempo-30-Zonen ohne bauliche Veränderungen erfolgen könne oder in einigen wenigen Teilbereichen durch geringfügige Verengungen. Brombach führte als ein Beispiel Straßen im Bereich von Evesen an, wo bereits Tempo-30-Zonen ohne weitere bauliche Veränderungen eingerichtet worden sind: „Mit drei Verkehrszeichen sind ganze Bereiche beschränkt worden.“ Nach den derzeitig gültigen Richtlinien ist es nicht erforderlich, dass Tempo-30-Zonen durch bauliche Veränderungen wie zum Beispiel Fahrbahneinengungen, verengte Einfahrtbereiche, Aufpflasterungen oder aber Fahrbahnmarkierungen besonders gekennzeichnet werden müssen – ausreichend ist die Ausschilderung.

Zum anderen wird bei der Tempo-30-Konzeption aber auch ein „Verkehrskonzept für den Zentralen Geschäftsbereich“ geprüft, wie es in der Auftragsvergabe heißt. Wie der Bürgermeister sagte, geht es unter anderem darum zu prüfen, ob etwa für die obere Lange Straße oder aber die Schulstraße und Obertorstraße Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Tempo 30 eingerichtet werden – Straßen, auf denen ohnehin selten schneller als 30 Stundenkilometer gefahren werden kann – zumindest tagsüber. Einen entsprechenden Antrag hat die Gruppe BfB-WIR-FDP bereits gestellt.

Auf diesen Straßen – wie auch weiteren Hauptverkehrsstraßen in der Kernstadt – dürfte die Einrichtung von durchgängigen Tempo-30-Zonen allerdings schwieriger werden, da es sich um Vorfahrtsstraßen handelt. Derzeit ist auf Landesebene ein Modellversuch in Vorbereitung. Bei dem Modellprojekt soll auf mindestens sechs innerörtlichen Teststrecken größerer niedersächsischer Städte drei Jahre lang Tempo 30 angeordnet werden. Dabei sollen unabhängige Gutachter die Auswirkungen der Geschwindigkeitsbegrenzung auf Lärm, Sicherheit, Luftqualität und Verkehrsfluss messen.

Mittlerweile ist es deutlich einfacher geworden, auch an Vorfahrtsstraßen Tempo 30 zu verhängen, wie hier vor der kürzlich eröffneten „Julianen“-Krippe an der Hinüberstraße. Foto: rc
  • Mittlerweile ist es deutlich einfacher geworden, auch an Vorfahrtsstraßen Tempo 30 zu verhängen, wie hier vor der kürzlich eröffneten „Julianen“-Krippe an der Hinüberstraße. Foto: rc

Unabhängig davon ist es seit einiger Zeit vor Schulen, Kindergärten, Seniorenheimen oder Sportstätten zur Vermeidung von Unfällen leichter, Tempo-30-Zonen einzurichten oder Tempo-30-Geschwindigkeitsbeschränkungen zu verhängen – auch auf Vorfahrtsstraßen. Die Hinüberstraße ist vor der neuen Krippe/Kindertagesstätte „Juliane“ seit der Eröffnung im Februar auf Tempo 30 reduziert, ebenso die Petzer Straße vor der Grundschule Im Petzer Feld.

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