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Fruttuoso Piccolo hat Schiffe gemalt – Kunst im öffentlichen Raum aber kaum Thema in der Samtgemeinde Nienstädt

„Flotte der Freiheit“ in Fahrt: Bundesstraße als Galerie?

Samtgemeinde Nienstädt (kil). Über Kunst lässt sich streiten, über Kunst im öffentlichen Raum ganz besonders, schließlich zahlt die Kommune meist dafür – nicht immer zur Freude aller Bürger, schließlich kann nicht jeder etwas mit abstrakten Stahlgebilden oder in Form gebrachten Steinen anfangen. In größeren Städten findet man an jeder Ecke irgendwelche Kunstobjekte, Identifikationspunkte für die Stadt oder Erinnerungen an Meilensteine der Geschichte. Im Ländlichen scheint das alles kein Thema zu sein, weil es dort kaum Kunst gibt. „Auf die Idee ist noch überhaupt niemand gekommen“, sagt beispielsweise Herbert Stahlhut, Bürgermeister von Seggebruch. Kunst finde man im Ort nicht.

veröffentlicht am 21.08.2012 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 05:42 Uhr

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Kunst im öffentlichen Raum umfasst Kunstobjekte, die im kommunalen öffentlichen Raum, also in Parks, auf Straßen oder Plätzen von jedem zu sehen sind.

Ähnlich wie in Seggebruch sieht es in der kleinen Gemeinde Hespe aus. Wenn man einen Kreisverkehr baue, würde man sich sicher auch ein paar Gedanken über eine künstlerische Beigabe machen, erklärt Bürgermeister Werner Vehling. Bisher habe sich aber noch nichts ergeben.

Nicht viel anders ist es in Nienstädt. Bürgermeister Gerhard Widdel habe überlegt und überlegt, ohne dass ihm irgendwelche Kunstwerke in der Gemeinde eingefallen seien. Etwas Künstlerisches sticht an der B 65 aber derzeit doch ins Auge. In der Nähe des Sülbecker Kruges hat der Künstler Fruttuoso Piccolo einen Zaun mit Bildern von Segelbooten behängt – mit der schriftlichen Aufforderung an die Bürger, selbst Teil dieser „Flotte der Freiheit“ zu werden: Malt oder faltet ein Segelboot und gebt Euren Namen an, spricht ein Schild die Vorbeikommenden an. Die Boote mögen einigen bereits bekannt vorkommen. Der Künstler hatte sie im vergangenen Jahr im Zuge einer Kunstaktion mit Kindern gefertigt. Für einige Zeit waren sie in der „Alten Polizei“ zu sehen. Jetzt wurden sie aus dem geschlossenen Raum in die „Freiheit“ entlassen, direkt an die viel befahrene Straße, wo sie die breite Öffentlichkeit und nicht nur die Besucher einer Ausstellung sehen können.

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  • Reisender auf einem Koffer: Die Sandsteinskulptur von Bildhauer Kai Lölke passt zum nahegelegenen Bahnhof.
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  • Grüne Mitte als Schauplatz für Kunst: Der Bergmann, seine Frau und die Ziege sollen an die Bergbautradition erinnern.

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