weather-image
Stadtjugendpfleger erzählt von seiner Arbeit

Flüchtlinge im Freizeitzentrum willkommen – aber nicht nur die

RINTELN. „Wir sind bald wieder ein klassisches Jugendzentrum“, das meint Sebastian Beck über das Freizeitzentrum „Kulisse“ in der Ostertorstraße, wo sich junge Leute im Alter von zehn bis 27 Jahren zwei Mal pro Woche treffen. Seit fünf Monaten nun ist er der neue Stadtjugendpfleger. Wie die Arbeit läuft, das erzählte er beim ersten Netzwerktreffen der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer im Übergangswohnheim am Kerschensteiner Weg.

veröffentlicht am 02.02.2018 um 14:58 Uhr

Sebastian Beck (M.) berichtete den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern von seiner Arbeit in der „Kulisse“. Foto: cok
ri-cornelia2-0711

Autor

Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

RINTELN. Zwar hat das Freizeitzentrum Kulisse nicht direkt mit der Hilfe für geflüchtete Menschen zu tun. Die Angebote rund um Tischfußball und Billard, um Kochen, Backen, Basteln und Gesellschaftsspiele richten sich an alle Jugendlichen der Stadt. Tatsache sei allerdings, so Beck, dass vor allem die älteren der etwa 60 Stammbesucher zum großen Teil aus Familien mit Flucht-Erfahrung stammen. „Einerseits kämpfen wir dagegen an, dass viele meinen, wir seien nur offen für Migranten und Geflüchtete“, sagte er. „Andererseits wünschen wir, dass sie kommen und bei uns eine Anlaufstelle haben.“

Auch deshalb würde die Stadtjugendpflege die gesetzlich festgelegte Altersgrenze von 27 Jahren der Gäste ausreizen. „Für kleinere Kinder gibt es eine ganze Menge alternativer Freizeitangebote“ so Beck. „Aber es kommen sehr viele junge Männer nach Rinteln, die anfangs kaum etwas finden, was sie in ihrer Freizeit unternehmen können.“ Die Erfahrungen des Miteinanders von Jüngeren und Älteren seien durchweg positiv, meinte er. Den Älteren mache es Spaß, die Kleineren zum Beispiel beim Tischtennis anzuleiten.

Trotzdem wäre es auf Dauer schön, wenn nicht nur mehr Rintelner Kinder die „Kulisse“ besuchten, sondern insgesamt auch mehr Mädchen. Es gebe durchaus Veranstaltungen, bei denen ein Drittel der Gäste Mädchen seien. Doch geflüchtete junge Frauen im Alter zwischen 18 und 27, die fehlten ganz. Das liege unter anderem daran, dass die täglichen Integrations- und Sprachkurse für Frauen aus familiären Gründen immer nachmittags stattfinden. Die „Kulisse“ hat zweimal pro Woche, am Montag und am Mittwoch zwischen 13 und 19 Uhr geöffnet.

Um eine breitere Mischung von „Kulisse“-Besuchern zu erreichen, hat das Team von Sebastian Beck und Carola Schiemann verstärkt in Schulen Werbung gemacht, und will auch den klassischen „Ferienspaß“ dafür nutzen, die Freizeit-Angebote – darunter auch Kicker- und Billard-Turniere – bekannter zu machen. „Wir sind auf einem guten Weg“, so Beck.

Er habe in den letzten Wochen Freizeitzentren in Nachbarstädten besucht und dabei festgestellt, wie überdurchschnittlich gut die „Kulisse“ besucht werde.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare