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Neubau von Bürgerhaus und Feuerwehr Dauerthema

„Frostsichere Kartoffelhalle“: Ortsrat verliert die Geduld

KRANKENHAGEN. Seit sechs Jahren wird in Krankenhagen über den Neubau eines Bürgerhauses und einen Neubau für die Feuerwehr diskutiert. Im Vorjahr hatte das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser den Dorfentwicklungsplan, Voraussetzung für beide Neubauten, schließlich genehmigt.

veröffentlicht am 13.03.2018 um 15:47 Uhr
aktualisiert am 13.03.2018 um 16:57 Uhr

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Hans Weimann Reporter
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Ortsbürgermeister Gerald Sümenicht erklärte auf der jüngsten Ortsratssitzung im Feuerwehrgerätehaus in Volksen, er hoffe, dass noch in diesem Jahr das Bauschild aufgestellt werden kann. Doch seine Ortsratskollegen sind da nicht so optimistisch.

Ortsrat wie Feuerwehr verlieren langsam die Geduld. Frauke Kampmeier (SPD) wie Heinz-Jürgen Requardt (CDU) fassten die Stimmung so zusammen: Es sei einfach frustrierend.

Requardt vermisst auch, dass die Verwaltung nicht über Alternativen für die Feuerwehr nachdenke, sondern offensichtlich in Krankenhagen bauen will, wie „vor hundert Jahren“. Dabei müsse das ebenerdige Feuerwehrhaus mit Garage, Sanitäranlage, Umkleiden und Versammlungsraum keine „gute Stube“ werden, sondern funktionell. Da gebe es, wie er unter anderem bei Fahrten in die Heide gesehen habe, andere Architekturmodelle als „Klinker rundherum“, beispielsweise eine Modulbauweise.

In der Diskussion kam schließlich die Formulierung von einer „frostsicheren Kartoffelhalle“ auf, die Requardt so nicht stehen lassen wollte. Ihm ginge es um „funktionell“ und „bedarfsgerecht“ und das könne man auch mit anderen Bauweisen erreichen.

Wie geht es weiter: Wie Anja Friedrich für die Verwaltung schilderte, sei man auch im Rathaus über die Verzögerungen nicht gerade begeistert. Jetzt erwartet man eine Mittelbewilligung Ende März.

Noch im September hatte das Amt für regionale Landesentwicklung mitgeteilt, dass für das Bürgerhaus eine „Bedarfsanalyse zur Konkurrenzsituation und Wirtschaftlichkeit des Bürgerhauses“ erforderlich sei. Doch das ist jetzt wohl erledigt und vom Tisch.

Doch bevor nicht ein positiver Förderbescheid bei Bürgermeister Thomas Priemer auf dem Schreibtisch liegt, können die Arbeiten weder ausgeschrieben, geschweige denn vergeben werden.

Für alle Ortsratsmitglieder war klar: Feuerwehrhaus wie Bürgerhaus werden teurer als geplant, schon deshalb weil seit der letzten Kostenermittlung vor über drei Jahren die Baupreise drastisch gestiegen sind. Was man auch am Feuerwehrhaus in Deckbergen sehen könne. Sascha Vogt betonte: „Für das, was wir brauchen, reicht das Geld nicht aus.“ Unstreitig ist für den Ortsrat, dass die Wünsche der Feuerwehr, die mit 45 Aktiven und 50 Kindern zu den großen Wehren in Rinteln zählt, berechtigt sind. Das Haus müsse ebenerdig, also barrierefrei gebaut werden.

Doch selbst wenn jetzt die Gelder bewilligt werden, bedeutet das nicht automatisch, dass alle Probleme gelöst sind. Nach wie vor ist offensichtlich unklar, an welchen Standort der neue Antennenmast kommt. Da die Verträge mit den Telekommunikationsunternehmen noch laufen, ist man hier auf deren guten Willen angewiesen.

Auch der Fakt, dass die Volksbank nicht neu baut, sondern in Räume bei Lampen-Peters umzieht, hat eine neue Situation geschaffen.

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