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„Bushfire“ bei Minchen-Open-Air

Gänsehaut-Momente

BÜCKEBURG. Trotz Dauerregen und Gewitter: Das traditionelle „Minchen-Open-Air“ ist gut besucht gewesen. Jeweils 400 Zuhörer ließen sich von den Bands „Bushfire“ und „Sanity Law“ gerne bei Laune halten. Minchen-Wirt Fabian Hahn konnte am Abend nur mit dem Kopf schütteln. „Dass es ausgerechnet heute regnen muss.“

veröffentlicht am 13.08.2017 um 14:14 Uhr
aktualisiert am 13.08.2017 um 17:30 Uhr

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Autor

Michael Grundmeier Reporter
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BÜCKEBURG. Mit dem Publikum war Hahn trotzdem zufrieden: „Toll, das trotz des Wetters so viele hierhergekommen sind.“ Aber trotzdem: „Dass es ausgerechnet...“ Ja, es stimmt: Bestes Open-Air-Wetter sieht tatsächlich anders aus. Wenigstens ein bisschen Sonne oder nein: Wenigstens kein Regen wäre schön gewesen. Dass an beiden Abenden rund 400 Zuhörer gekommen waren, beweist einmal mehr: Bückeburger sind aus einem harten Holz geschnitzt. Klagen gab es nur ganz selten, die meisten drängten sich einfach unter die Sonnenschirme oder mummelten sich in die mitgebrachte Regenjacke. Es gibt kein schlechtes Wetter – nur falsche Kleidung: So lautete das – inoffizielle – Motto der Veranstaltung. Der kleinen Elisabeth (13) macht der Regen ohnehin nichts aus: sie tanzt als eine von wenigen im ungeschützten Bereich direkt vor der Bühne. „Macht doch Spaß“, sagt sie. „Ich mag Regen.“ Recht hat sie: Man kann schließlich auch bei schlechtem Wetter feiern. Und gefeiert wurde viel an diesem Wochenende. Einmal natürlich der 44. Minchen-Geburtstag und das 20. Jubiläum von Fabian Hahn als Geschäftsführer. Zum anderen aber auch der 20. Geburtstag der Band „Bushfire“, die im Jahr 1997 im „Minchen“ ihr erstes Konzert gegeben haben. Zahlreiche Fans und Weggefährten ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, die alte Formation (mit Rene Nocon als Sänger, Olli Schröder an der Gitarre, Martin „Wunz“ Homeier am Bass und Matthias Tempel an den Drums) live auf der Bühne zu erleben. „Bei einigen sind die Haare kürzer geworden, bei anderen länger, aber wir machen immer noch Musik“, fasste Nocon die letzten zwei Dekaden zusammen. Bückeburg sei seine „Hometown“, hier habe alles begonnen, meinte der Sänger später.

Tatsächlich war schon früh zu sehen, in welche Fußtapfen der kleine Frank treten würde. Spielte er als Achtjähriger noch Klavier, wechselte er mit 14 zum Keyboard und in die Schülerband „Binom“. Nach den „Simon Faints“ und einem Album bei „Contrapunkt“ (Frank Suchland) geht Nocon zu „Bushfire“ und spielt im Sommer 97 auf dem „Umsonst & Draußen-Festival“ in Rusbend. Ein magischer Auftritt, der der einzige bleiben sollte. Im Frühjahr 2014 meldet sich Nocon bei „The Voice of Germany“ an. Der Rest ist Geschichte.

Was die Jury bei „The Voice“ begeistert hat – all das war auch bei seinem Auftritt am Wochenende zu erleben. Stefanie Kloß von „Silbermond“ hatte es nach einem Liedvortrag so ausgedrückt: „Das hat mich echt getroffen“ Und Samu Haber ist ebenfalls schwer beeindruckt gewesen: „Du bist diese Dude mit diese süße Voice“ so sein – unsterblicher – Kommentar. Um es gleich vorwegzunehmen: Nocon kann es immer noch: Frauen den Kopf verdrehen, Männer für sich einnehmen. Seine Röhre ist einfach unbeschreiblich – mal gefühlvoll, dann wieder laut und dreckig. Wenn er „Tainted Love“ von Soft Cell singt, könnte man glauben, er habe all das selbst erlebt. Ein Gänsehaut-Moment. Überhaupt: Bushfire, unglaublich, wie die spielen. Wie viel Zeit ist seit ihrem letzten Auftritt vergangen? So lange kann der doch nicht her sein, oder?! Alle Einsätze stimmen – die Jungs müssen sich nur anschauen und schon passt alles. „Von wegen ‚alt und grau‘“, wie Nocon scherzhaft anmerkt – diese Band ist an ihrem 20. Geburtstag quicklebendig. Mit einem Olli Schröder, der schon bei Skyliner ein Gitarrengott war und einem Martin „Wutz“ Homeier, der auf den Bass eindrischt, dass es eine Freude ist. Gar nicht zu reden von Matthias Tempel, der immer wieder kleine Soli hinlegt.

Man merkt jedenfalls schnell: Diese Jungs mucken einfach gerne zusammen. „Toll, dass wir heute Abend unseren Geburtstag mit euch feiern dürfen“, hatte Nocon dem Publikum zugerufen. Toll, dass wir mit euch feiern durften, hätte die Antwort lauten müssen. Denn so viel Spielfreude wie diese vier an den Tag legen, findet man eher selten. Nur mit einem ist Nocon nicht zufrieden: dass sich das Publikum unter die Schirme verdrückt hat. „Hier ist noch viel Platz hier vorne“, lockt er die Zuhörer und flunkert: „Es regnet auch gar nicht mehr.“ Zum Schluss erklingen alte Bekannte „von vor 20 Jahren-Songs“ wie „Losing my Religion“ (R.E.M.) oder „No woman, no cry“ (Bob Marley). Und alle, alle singen mit. Noch ein Wort zum zweiten Abend, der musikalisch von der Band „Sanity Law“ begleitet wird. Hier sind vor allem Klassiker zu hören - Songs von Judas Priest oder AC/DC beispielsweise. Bei „Breaking the Law“ oder Touch too much“ werden Erinnerungen wach. So war das, als wir jung waren. „Toll, dass Ihr hier aushaltet – Ihr seid spitze“, lobt der Sänger, als der Himmel alle Schleusen öffnet. Die Gäste sind sich einig: Nass war es – aber schön!

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