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Landpartie legt an Besuchern zu

Gefühlt deutlich weniger, unterm Strich sogar mehr

BÜCKEBURG. Die Landpartie hat bei den Besucherzahlen zulgelegt. Das dürfte nicht wenige überraschen, insbesondere die Veranstalter selbst. Denn gefühlt erlebte die Landpartie nach dem fulminanten Auftakt am Donnerstag zwei eher unterkühlte Tage mit einem zumindest subjektiv empfundenem spürbaren Besucherrückgang.

veröffentlicht am 19.06.2017 um 16:07 Uhr
aktualisiert am 19.06.2017 um 18:00 Uhr

Die Landpartie auf Schloss Bückeburg. Foto: pr
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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Manch einer wollte da am dritten Veranstaltungstag sogar schon vom schlechtesten Landpartie-Samstag aller Zeiten sprechen. Auch Hofkammerdirektor Christian Weber zeigte sich völlig überrascht, als ihm die Zahlen präsentiert wurden, die sowohl am kühlen Freitag als auch an dem mit Sprühregen gestarteten Samstag sogar eine geringfügige Steigerung gegenüber den Vorjahren auswiesen. „Die Besucher sind zeitlich versetzter gekommen als früher und hatten wegen des Wetters eine wesentlich kürzere Verweildauer“, erläutert Landpartie-Gesellschafterin Mechthild Wilke die Statistik. Ähnliches galt auch am heißen Sonntag, wo sich die Besucher so gut verteilten, dass es manch einem ebenfalls wie ein Rückgang vorkam. Exakte Zahlen nannten die Veranstalter wie schon in früheren Jahren nicht: Geschäftsgeheimnis.

Genaue Zahlen:

Geschäftsgeheimnis

Stoßweise kamen die Massen nur am Auftakt-Donnerstag, das aber diesmal so geballt, dass sowohl Weber als auch Wilke mehrmals persönlich eingreifen mussten, um allzu heftigen Staus und Wartezeiten entgegenzuwirken. Fazit für den Hofkammer-Chef: „Auf dem Veranstaltungsgelände selbst hat die Besucherführung sehr gut funktioniert. Ganz anders sah es dagegen am Donnerstag außerhalb aus, vor allem an den Kassenhäuschen. Hier werden wir uns für den Weihnachtszauber unbedingt etwas überlegen müssen.“ Auch bei der Anfahrt in Richtung Großparkplatz Hasengarten kam es am Auftakttag mehrmals zu Problemen auf der B 83. Weber möchte daher das Gespräch mit der Polizei darüber suchen, wie hier am Fronleichnams-Feiertag eine Entzerrung erreicht werden kann, ohne zu riskieren, dass die Besucher wie in früheren Jahren massenhaft auf Parkplatzsuche durch die Bückeburger Innenstadt irren und sämtliche Nebenstraßen verstopfen.

Unterschiedlich fällt die Bilanz der Händler aus. Gute Umsätze machten vor allem die Aussteller, die sich attraktiv und ansprechend präsentierten, auf die Kunden zugingen und sich auf eines oder einige wenige Produkte fokussierten. Und die vor allem – und das scheint das große Geheimnis derartiger Veranstaltungen zu sein – in der Lage waren, die Kunden ihre Waren spüren, fühlen, probieren oder schmecken zu lassen.

So wie zum Beispiel die erst zum zweiten Mal auf der Landpartie vertretene Brennerei Schulze Rötering aus Ahlen, die ganz auf die Trendspirituose Gin setzte und davon enorme Mengen umsetzte. Oder Landpartie-Veteran Sven Timrott aus Herxheim, zum 16. Mal als Aussteller dabei, der von seinen Chutneys, Pestos, Senfen und Ölen wieder mehr verkaufte als in allen Jahren zuvor und dafür an seinem Stand neben der Sonnenuhr sogar Personal aufstocken musste.

Enttäuschte Gesichter gab es hingegen bei dem einen oder anderen Modeanbieter, insbesondere im Schloss, in das sich vor allem an den beiden heißen Tagen weniger Besucher verliefen. Auch bei der Gärtnerei Netzeband aus Hille klingelte die Kasse schwächer. Mitarbeiter Chris Bradach: „Vor allem der Donnerstag war ganz schwach.“

Beim Gewürzwerk Viktualienmarkt aus Gröbenzell, seit Jahr und Tag mit zwei Ständen auf jedem Weihnachtszauber und jeder Landpartie zu finden, führte man im vergangenen Jahr die Möglichkeit ein, deren Delikatessen auch über das Internet zu bestellen. Und hatte dies nun Umsatzeinbrüche auf der Landpartie zur Folge? „Im Gegenteil“, betont Inhaberin Pia Fürmeier. „Die Kunden haben ganz eindeutig sogar mehr gekauft, weil sie erstmals die Möglichkeit haben, kurzfristig über das Internet nachzubestellen.“

Für Dieter Meier, Geschäftsführer von „EMB Leuchten“ aus Bückeburg, stand beim Auftritt seines Unternehmens auf der Gartensaalwiese weniger der Umsatz als vielmehr die Projektanbahnung im Fokus: „Wir haben Kunden aus ganz Deutschland, und für die war es ein absoluter Genuss, im Rahmen dieser Veranstaltung mit uns Verhandlungen über zukünftige Projekte zu führen.“

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