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Polizei mahnt zur Vorsicht

Gekippte Fenster sind offene Fenster

BÜCKEBURG. Mit dem Anbruch der dunkleren Jahreszeit geht Erfahrungen der Polizei gemäß zumeist auch eine Zunahme der Wohnungseinbrüche einher. Das Kommissariat Bückeburg macht mit der Hilfsorganisation „Weißer Ring“ mit der Aktion „Fenster auf Kipp? – sichern Sie Ihr Zuhause“ auf Vorbeugungsmaßnahmen aufmerksam.

veröffentlicht am 11.10.2017 um 14:38 Uhr
aktualisiert am 11.10.2017 um 15:20 Uhr

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Autor

Herbert Busch Reporter
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„Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden ist für die Betroffenen stets mit einem großen Schock verbunden“, erklärten Bückeburgs Dienststellenleiter Werner Steding, Polizei-Praxisexperte Jan Wegener und Anke Heldt (Außenstellenleiterin Weißer Ring Schaumburg) bei der Vorstellung des Kooperationsprojekts. Die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl und psychische Folgen wögen dabei mitunter sogar stärker als der rein materielle Schaden.

Schon einfache bauliche und technische Maßnahmen können Ausführungen der Fachleute gemäß das Einbruchsrisiko erheblich reduzieren. Die Tipps der Polizei für ein sicheres Zuhause lauten:

Schließen Sie Ihre Haustür immer ab.

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Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren.

Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster.

Verstecken Sie Ihre Schlüssel niemals draußen.

Falls Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus.

Achten Sie auf Fremde im Haus oder auf dem Nachbargrundstück.

Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit.

Zur „Abwesenheit“ merkten die Experten an: Es ist für Einbrecher abschreckend, wenn sie befürchten müssen, bei ihrer Tat die Bewohner anzutreffen. Es ist deshalb ratsam, den Eindruck zu erwecken, als sei gerade jemand zu Hause. Die einfachste Variante ist, das Licht in einem oder mehreren Räumen mithilfe einer Zeitschaltuhr oder draußen mit einem Bewegungsmelder ein- und auszuschalten. Unbedingt sollte ein überquellender Briefkasten vermieden werden. „Bitten Sie einen Nachbarn um eine regelmäßige Leerung, wenn Sie länger nicht daheim sind“, raten die Experten. Des Weiteren empfehlen die Profis dazu, Aufstiegshilfen zu entfernen sowie Hecken und Sträucher zu kürzen, damit Einbrecher nicht unbeobachtet zur Tat schreiten können. Überdies zählt ausreichende Beleuchtung zu den Sicherheitstipps. Allerdings: Beleuchtung ersetzt keine technische Absicherung. Abgeraten wird von der Anbringung von Kamera-Attrappen im Außenbereich. Statt abzuschrecken, signalisierten diese den Tätern eher, dass hier etwas zu holen ist.

Darüber hinaus heben die Experten die Wichtigkeit mechanischer Sicherungen hervor: Obwohl grundsätzlich alle mechanischen Sicherungen überwindbar seien, stellten mechanische Sicherungen von Türen und Fenstern den wirkvollsten Schutz vor Einbrechern dar. Der Faktor Zeit spiele dabei eine große Rolle, da die meisten Einbrüche nicht länger als 20 Minuten dauern, eher weniger als zehn Minuten. Kommt das Gros der Täter nicht innerhalb von zwei bis fünf Minuten in das Gebäude hinein, werden diese die Tatausführung voraussichtlich abbrechen.

Ein spezielles Augenmerk widmen die Profis außerdem den sozialen Medien: „Posten Sie in den sozialen Netzwerken nicht, wenn Sie in Urlaub fahren. Mithilfe von Internet-Suchmaschinen lässt sich ein Name ganz einfach einer Adresse zuordnen.“ Und: „Auch auf dem Anrufbeantworter niemals Fremde darüber informieren, wie lange Sie nicht zu Hause sind.“

Das für die Bereiche Bückeburg, Obernkirchen, Samtgemeinde Eilsen und Samtgemeinde Nienstädt zuständige Kommissariat macht mit Bannern im Bückeburger Stadtgebiet sowie in Heeßen und Gelldorf auf die Aktion aufmerksam. Auskünfte über Fachbetriebe, zertifizierte Sicherheitsprodukte und Schutzmaßnahmen sind für den Landkreis Schaumburg unter der Rufnummer (0 50 21) 97 78 0 in Erfahrung zu bringen. Kleinere Auskünfte können auch Beamte des Bückeburger Kriminal- und Ermittlungsdienstes Telefon (0 57 22) 95 93 0 erteilen.

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