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Kosten „gehen in die Tausende“

Generationenplatz: Vereine zahlen ohne Unterstützung der Stadt

RINTELN. Die Stadt ist stolz auf ihren Generationenplatz, der inzwischen auf sein drittes Jahr hinsteuert. Der Platz am Kapellenwall nahe der St.-Sturmius-Kirche ist ausgestattet mit den neuesten Sportgeräten für den Außeneinsatz, um Menschen die Möglichkeit zu geben, auf eigene Faust Sport zu machen.

veröffentlicht am 05.02.2018 um 15:23 Uhr
aktualisiert am 05.02.2018 um 17:40 Uhr

Seit bald drei Jahren steht der Generationenplatz am Kapellenwall den Rintelnern für sportliche Betätigung zur Verfügung. Foto: Archiv tol
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Marieluise Denecke Redakteurin / Online zur Autorenseite
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RINTELN. Die Stadt ist stolz auf ihren Generationenplatz, der inzwischen auf sein drittes Jahr hinsteuert. Der Platz am Kapellenwall nahe der St.-Sturmius-Kirche ist ausgestattet mit den neusten Sportgeräten für den Außeneinsatz, um Menschen die Möglichkeit zu geben, auf eigene Faust Sport zu machen – oder um Menschen zusammenzubringen, die Freude an der Bewegung haben. Jedes Jahr gibt es daher ein breit aufgestelltes Angebot von Übungsleitern, die zum Beispiel Qigong oder Gymnastik für Interessierte anbieten. Der Charme dabei: Die Kurse sind kostenlos.

Doch genau dabei liegt für die Vereine auch der Haken, wie jüngst auf der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Rintelner Sportvereine noch einmal klar wurde: Bislang kommen die Vereine für die Kosten der Kurse allein auf. Die Stadt beteiligt sich nicht.

Und diese Kosten „gehen in die Tausende“, so Karl-Heinz Frühmark, Sprecher der AG sowie Vorsitzender der Vereinigten Turnerschaft. Die VTR und der TSV Krankenhagen sind es, die das Gros der Übungen auf dem Generationenplatz stellen. Ohne sie würde das Angebot nicht funktionieren.

Ein Übungsleiter, rechnet Frühmark vor, bekommt mindestens 15 Euro pro Stunde, je nach Lizenzstufe. Kurse auf dem Generationenplatz werden angeboten von Mai bis Anfang Oktober, mehrmals pro Woche. Unerheblich ist der Kostenaufwand also nicht.

Bereits im Jahr 2016, nach der ersten Saison auf dem Platz, hatten die Vereine diese Kosten bereits moniert. Auch die Ausbildung der Übungsleiter tragen die Vereine allein. Gespräche mit der Stadt wurden bereits gesucht. Doch passiert ist nichts. „Das Thema schmort noch“, so Frühmark.

Dabei werde das Angebot „gerne angenommen“, so Frühmark. Es sei ja „okay“ gewesen, dass die Vereine die Kosten anfangs übernommen hätten, um den Platz voranzubringen und das Angebot bekannter zu machen. Aber nun könne man das nicht mehr machen, und erst recht nicht als Dauerlösung.

„Die Kosten kann ich nicht jedes Jahr gegenüber meinem Vorstand verkaufen“, so Frühmark. „Ich sehe uns da nicht jedes Jahr in der Pflicht“, bestätigt Christel Struckmann vom TSV Krankenhagen.

In anderen Städten gebe es ganz ähnliche Angebote, doch dort würden Stadt und Vereine die Kosten gemeinsam tragen. Man habe bereits mit einem möglichen Sponsor gesprochen, verrät Frühmark, mit einer Krankenkasse – doch die wolle die Kosten erst sponsern, wenn auch die Stadt ihren Teil beitrage.

Hans-Georg Dlugosch vom Amt für Bildung und Sport der Stadt Rinteln bestätigt, dass dies ein Thema bei den Vereinen sei und diese auf die Stadt zwecks Gespräche zukommen möchten. Im derzeitigen Haushalt sind keine Mittel eingeplant, da kein entsprechender Antrag gestellt wurde. „Die Vereine müssen die Mittel beantragen“, so Dlugosch.

Nur eines ist ausgeschlossen für die Vereine: Die Angebote auf dem Generationenplatz kostenpflichtig zu machen, etwa, indem man nach Kursschluss „mit der Büchse herumgeht“, so Frühmark. Das wolle man nicht – denn das ist ganz und gar nicht im Geiste dessen, was für den Platz einmal gedacht war.

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