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Lindenallee: Neue Bäume kommen wieder weg

Gen-Test bringt Gewissheit

Etwas anders sahen sie schon aus, die neuen Linden im Kurpark, aber erst ein Gen-Test hat ergeben – statt Sommer- wurden Winterlinden gepflanzt.

veröffentlicht am 13.10.2017 um 14:25 Uhr

Ein DNA-Test hat bestätigt, dass es sich bei den jungen Linden nicht um Sommerlinden handelt. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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BAD EILSEN. Alles auf Anfang: Erst im Frühjahr hat die Gemeindeverwaltung 35 junge Linden im Kurpark pflanzen lassen, um die dort zuletzt nur noch in Teilen erhaltene, historische Lindenallee zu vervollständigen, da müssen die neuen Bäume schon wieder entfernt werden. Denn der Garten- und Landschaftsbaubetrieb, der diese Jungbäume besorgt und in die Erde gebracht hat, hat – warum auch immer – die falschen Linden geliefert.

Und da der Kurpark mitsamt der vom „Fürstenhof“ in Richtung Tennisplätze verlaufenden Allee unter Denkmalschutz steht, ist es eben nicht egal, um was für Linden die alten Exemplare ergänzt werden. Vielmehr muss es sich um jene Art handeln, die dort bereits in Form der Baumveteranen vorhanden ist, damit sich später ein einheitliches Bild ergibt.

Schon kurz nach der – rund 16 000 Euro teuren – Neupflanzung sei einer Baumsachverständigen aufgefallen, dass die jungen Linden einen unterschiedlichen Habitus haben, berichtet Svenja Edler, die Gemeindedirektorin. So hätten einige der Bäume einen säulenartigen Wuchs, andere eine eher spalierförmige Krone und bei wiederum anderen würden die Äste breit ausladend rund um den Stamm herum wachsen. Deshalb habe die Expertin dann die Blätter der neuen Bäume genauer untersucht, was letztlich deren Einschätzung, dass von der Fachfirma keine Sommerlinden gepflanzt worden seien, bekräftigt habe.

Laut Edler wurden daraufhin aus einigen der Junglinden kleine Materialproben entnommen und zwecks DNA-Analyse an ein Labor geschickt. Der Befund des Instituts: Statt der von der Gemeinde bestellten Sommerlinden seien Winterlinden und eine „Mischform“ geliefert worden!

Die Gemeinde Bad Eilsen hat den von ihr seinerzeit beauftragten Garten- und Landschaftsbaubetrieb daher aufgefordert, die 35 Linden der falschen Art gegen Sommerlinden auszutauschen: „Da kann man ja nicht irgendeinen Straßenbaum hinsetzen“, betont Edler, bezogen auf die denkmalgeschützte Allee. Ergänzend verrät sie, dass die Ersatzpflanzung noch in diesem Herbst erledigt werden soll.

Wofür die Gemeindedirektorin bei alledem keine Erklärung hat, ist, warum der Fachbetrieb, bei dem es sich sogar um einen Meisterbetrieb handele, nicht gleich die richtigen Linden geliefert hat; zumal dieser die Jungbäume von einer „renommierten Baumschule“ bezogen habe. Und damit nicht genug, seien die im Frühjahr gepflanzten jungen Linden – wie von der Baumsachverständigen ebenfalls festgestellt – auch noch viel zu tief in den Boden gesetzt worden.

Zur Erinnerung: Bezahlt wird die Wiederherstellung der Lindenallee im Wesentlichen mittels einer Spende des Kur- und Verkehrsvereins Bad Eilsen (10 000 Euro) sowie einer finanziellen Beteiligung der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover. Die von der Gemeinde gegenüber dem Garten- und Landschaftsbaubetrieb geltend gemachte Reklamation betrifft dies freilich nicht.

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