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Wie Bode 50 Jahre Wehr erlebt hat

Geschichte geschrieben

UCHTDORF. Wenn ein halbes Jahrhundert Feuerwehrgeschichte, wie jetzt beim 50-jährigen Dienstjubiläum von Karl-Heinz Bode in Uchtdorf, ein Gesicht bekommt, bietet das nicht nur die Gelegenheit, eine Urkunde zu verleihen, sondern ist auch willkommener Anlass, einmal in alten Alben zu blättern.

Zweimal Grund zum Feiern hatte die Uchtdorfer Feuerwehr Anfang dieses Jahres. Marlon Sievert (l.) wurde nach dem Absolvieren aller notwendigen Lehrgänge jetzt offiziell Ortsbrandmeister und Karl-Heinz Bode feierte sein 50. Dienstjubiläum. Foto: CM
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Claudia Masthoff Reporterin
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Mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses 1965 hat alles angefangen. „Da hat der damalige Ortsbrandmeister Wilfried Sprick einen Aufruf gestartet. Er brauchte ehrenamtliche Bauhelfer, und ich habe mich verpflichtet, 200 Stunden Einsatz einzubringen“, erinnert sich Bode. „In Wirklichkeit wurden es dann noch mehr!“ Es muss ihm wohl gefallen haben. 1966 trat Bode der Feuerwehr bei. Und nicht nur das: Er übernahm hier im Laufe der Jahre auch immer mehr Verantwortung, bis er 1987 (bis 2003) sogar zum Ortsbrandmeister gewählt wurde. Besonderer sportlicher Erfolg seiner Laufbahn (Die Erwähnung zaubert immer noch ein breites Lächeln auf das Gesicht des Feuerwehrseniors. Stolzer könnte auch kein deutscher Fußballtrainer aus der Wäsche gucken, der mit der Nationalmannschaft Weltmeister geworden ist.): Unter Bodes Leitung wurde die Wettkampftruppe Uchtdorf 1988 Stadtmeister!

Gesellig und arbeitsreich seien diese frühen Feuerwehrjahre gewesen. „Wie viele Stunden wir allein damit zugebracht haben, Altglas zu säubern, das ist unglaublich“, so Bode, auch in der Erinnerung noch mit einem leisen Seufzen. „Mit dem Einsammeln und Verkaufen von Altglas – das ging damals an Heye in Obernkirchen – haben wir nämlich die finanzielle Grundlage für den Aufbau der Jugendfeuerwehr gelegt. Und so saßen wir in den Jahren 1978 bis 1993 Freitag für Freitag zusammen, wuschen die Flaschen aus und pulten das Staniol ab. Papier durfte dran bleiben.“ Und sonntags war Dienst, jedenfalls so lange bis Günter Noltemeier mit dem Hut rumging, von jedem eine Mark einsammelte und dann zu Fleischer Fritz Teigeler fuhr, um Wurst für ein Mollenfrühstück zu holen. „Der Teigeler war eigentlich bekannt dafür, ein ‚harter Knochen‘ zu sein, doch wenn wir mit unserer Sammlung bei ihm ankamen, gab er immer großzügig aus und seine Frau Minna gab uns oft genug noch ein Brot aus der eigenen Speisekammer dazu.“

Jede Menge Charakter-Köppe tauchen in Bodes Erzählungen auf. „Paul Grote, hatte regelmäßig seinen großen Auftritt bei der Jahresversammlung, wenn der Punkt ‚Verschiedenes“ aufgerufen wurde. Da konnte man die Uhr nach stellen, dass sich der Paul mit einer Beschwerde melden würde“, lacht der ehemalige Ortsbrandmeister. „Als er in einem Jahr einmal stumm blieb, fragten alle: ‚Was ist los mit dir, Paul? Alles in Ordnung?“ Und auch sein eigener Vorgänger, Wilfried Sprick, hätte seine Eigenheiten gehabt. „Mosern gab es bei dem nicht. Dann hieß es: Eintritt und Austritt sind freiwillig. Dazwischen ist Dienst!“ Außerdem habe sich Sprick auch einen Namen als Gegner weißer Socken gemacht. „Der guckte immer, was die Kameraden zur Uniform an den Füßen trugen. Weißbesockte wurden zum Umziehen nach Hause geschickt.“

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