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Donatus und Lilly: Start zur Mongol-Rallye

„Gisela“ muss 14 000 Kilometer halten

BÜCKEBURG. Der Startschuss ist gefallen: Am Montagmorgen starteten Erbprinz Donatus zu Schaumburg-Lippe und seine Mutter Prinzessin Lilly von Schloss Bückeburg zur rund 14 000 Kilometer langen Mongol-Rallye. Ziel der monströs langen und strapaziösen Spendenfahrt, die das unerschrockene Mutter-Sohn-Gespann auf sich nimmt, ist die Hauptstadt der mongolischen Staatsrepublik, Ulan Bator.

veröffentlicht am 17.07.2017 um 13:23 Uhr
aktualisiert am 17.07.2017 um 16:30 Uhr

Lilly und Donatus taufen den VW Polo auf den Namen Gisela. Foto: jp
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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Wie unsere Zeitung berichtete, wollen die beiden mit der Teilnahme an der Rallye, die ohne fremde Hilfe und in einem Fahrzeug mit maximal 1,2 Liter Hubraum absolviert werden muss und als härteste Wohltätigkeits-Rallye der Welt gilt, Spenden von mindestens 20 000 Euro für Hilfsorganisationen „Save the children“ und Interhelp einwerben.

Bis zur letzten Minute vor der Abfahrt hatten sich Donatus und Lilly einem straffen und disziplinierten Vorbereitungsprogramm unterworfen. Auf dem Plan standen dabei vor allem Kenntnisse und Fähigkeiten in Medizin und Erster Hilfe sowie Automechanik und Kraftfahrtschlosserei. Quasi in letzter Minute montierten die beiden an das Heck des Fahrzeugs noch einen Stahlträger, um zusätzliches Gepäck mitführen zu können. Nicht nur jede Menge Kleidung, Verpflegungsgegenstände und Nahrung haben die beiden geladen, sondern auch umfangreiches Werkzeug, einen Erste-Hilfe-Koffer des DRK und mehrere Tanks mit Treibstoff und Wasser.

Getauft wurde das Auto ganz offiziell vor der Abfahrt auf den Namen „Gisela“. Warum Gisela? Lange Zeit waren sich Mutter und Sohn uneins darüber, ob man dem VW Polo überhaupt einen männlichen oder weiblichen Namen geben sollte. Schließlich einigte man sich auf den Namen einer guten Freundin aus Istanbul, zugleich auch der Name von Lillys Großmutter.

Lilly und Donatus mit Maskottchen „Trooperteddy“. Foto: jp
  • Lilly und Donatus mit Maskottchen „Trooperteddy“. Foto: jp

Erste Station der (bis dahin sicherlich noch äußerst komfortablen) Fahrt war Halberstadt, wo die beiden eine Einrichtung der Hilfsorganisation „Save the children“ besuchten. Weiter ging es dann noch am gleichen Tag bis ins österreichische Altaussee im steirischen Salzkammergut, wo Lilly einige Jahre mit ihrer Familie lebte. Dort wird dann auch Kopilot und Bordmechaniker Nikolaus Béry dazustoßen, um fortan das Team „(Sub)titled“ als Trio zu vervollständigen. Der Münchener mit Wohnsitz in Österreich, im Hauptberuf Landschaftsarchitekt, gilt als ausgewiesener Fachmann speziell für ältere Autos. Gleich zwei Gründe bewogen Donatus, ihn für die Mongol-Rallye ins Team aufzunehmen: zum einen die Notwendigkeit eines Mechanikers auf einer derart langen Fahrt, zum anderen das letztlich nie ganz auszuschließende Risiko, mit dem Fahrzeug komplett liegen zu bleiben und dann irgendwo fremde Hilfe herbeiholen zu müssen. „Uns es gibt nun einmal Gegenden auf der Welt, da kann ich meine Mutter unmöglich allein losschicken oder allein am Fahrzeug zurücklassen. Also brauchen wir einen dritten Mann.“

Welcher Herausforderung sie sich stellen, das ist dem adligen Mutter-Sohn-Gespann sehr wohl bewusst. „Nur ein Drittel aller Teilnehmer kommt überhaupt ans Ziel“, weiß der Erbprinz. „Ein Drittel gibt aus psychischen Gründen auf, bei dem anderen versagt das Fahrzeug.“ Hinsichtlich ihrer Psyche haben Donatus und Lilly keinerlei Bedenken: „Wir sind so motiviert, dass wir sicher sind, das zu schaffen. Jetzt kommt es halt nur darauf an, dass uns Gisela nicht im Stich lässt.“

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