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Bodypainting in der Eulenburg

„Haben Ihre Modells eigentlich etwas an?“

RINTELN. Verschmitzt lächelnd genoss der Künstler den Hype um seine Person und um seine ungewöhnlichen Bilder. So viel lebhaftes Interesse an der Bodypainting-Kunst tat Jörg Düsterwald offensichtlich gut, dafür nahm er auch geduldig all die Fragen in Kauf, die ihm vermutlich schon tausendmal gestellt worden sind.

veröffentlicht am 19.06.2017 um 14:50 Uhr
aktualisiert am 19.06.2017 um 18:30 Uhr

Museumsleiter Dr. Stefan Meyer (li) und Bürgermeister Thomas Priemer (re) freuen sich, Bodypainting-Künstler Jörg Düsterwald für eine viele Exponate umfassende Ausstellung („Living Colours“) in der Eulenburg gewonnen zu haben. Foto: cm
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Autor

Claudia Masthoff Reporterin
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„Haben Ihre Models eigentlich etwas an?“ („Der Oberkörper sollte in jedem Fall frei sein. Ob das Model einen Slip trägt, überlasse ich ihm selbst.“) „Ist da beim Malen erotische Spannung in der Luft?“ („Nein, das Malen ist einfach harte Arbeit. So ein komplexeres Motiv kann schon mal sechs Stunden benötigen. Das schlaucht sowohl Modell wie auch Künstler.“) Was bei dieser Arbeit herauskommt, ist allerdings absolut sehenswert. Anders als die meisten seiner dünn gesäten Bodypainting-Kollegen beschränkt sich Düsterwald nicht aufs „Bildchenmalen“ auf menschlicher Haut (Originalton des Hamelner Künstlers), sondern entwickelt Konzepte, in dem Körper und Umgebung schlussendlich als fotografisches Gesamtkunstwerk gestaltet werden.

Die Ergebnisse sprechen den Betrachter auf unterschiedlichste Weisen an. Es gibt witzige Fotos und überraschende Blickwinkel, „Suchbilder“, Bilder voller Spannung (sogar im wörtlichsten Sinne, wie Sie als Besucher feststellen werden), Bilder mit Models in Action und dann wieder welche (vor allem die, aus der aktuellen Serie Nature-Art), die eine ganz eigene, tiefe Poesie ausstrahlen.

Ergänzt werden die großformatigen Fotografien durch eine filmische Dokumentation. Hier bekommt der Besucher einen Einblick, wie so ein Bild, in dem der menschliche Körper am Ende mit seiner Umgebung verschmilzt, im Einzelnen entsteht. Und vielleicht wird es im Laufe der Ausstellung („Living Colours“ geht bis zum 22. Oktober) auch einmal die Möglichkeit geben, live beim Bodypainting dabei zu sein. Düsterwald, jedenfalls, deutete am Donnerstag bei der Eröffnung so etwas an.

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