weather-image
Werke von Hermann Diestelhorst

„Heimkehr nach Varenholz“: Kunstausstellung im Gemeindehaus

VARENHOLZ. Hermann Diestelhorst, 1924 in Varenholz geboren, kehrt erstmals in seinen Geburtsort zurück – durch seine Werke, die im Gemeindehaus ausgestellt werden. Die reformierte Kirchengemeinde Varenholz veranstaltet eine Kunstausstellung. Deren Eröffnung findet am kommenden Sonntag, 4. Februar, um 14 Uhr im Gemeindehaus, Peile 2, statt.

veröffentlicht am 01.02.2018 um 11:55 Uhr
aktualisiert am 01.02.2018 um 16:13 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

VARENHOLZ. Dazu sind alle Interessierten bei freiem Eintritt eingeladen. Gezeigt werden circa 30 Bilder, Drucke und Zeichnungen des gebürtigen Varenholzers Hermann Diestelhorst (1924–2001). Die Ausstellung trägt deshalb auch den Titel „Heimkehr nach Varenholz“, weil Diestelhorsts Werke ansonsten in Bielefeld-Kirchdornberg bei seinem Sohn Tore lagern. In diesem Ort hat der Lehrer, Schulleiter und Maler jahrzehntelang gewohnt. Diestelhorsts Vater war einst Varenholzer Bürgermeister. Die erste Lehrerstelle seines Sohnes Hermann war übrigens Schwelentrup.

Während der Ausstellung wird auch einiges über die Familie Diestelhorst auf einer Stellwand zu lesen sein. Hermanns Schwester Emilie, genannt „Milli“, gehörte beispielsweise das Gut Rothensande in Malente (Schleswig-Holstein), auf dem von 1955 bis 1957 die drei berühmten „Immenhof“-Filme entstanden: „Die Mädels vom Immenhof“, „Hochzeit auf Immenhof“ und „Ferien auf Immenhof“.

Hermann Diestelhorsts weitere Schwester Auguste half im Dritten Reich in der Bürgermeisterei ihres Vaters. Sie stand bei Kriegsende einrückenden Amerikanern gegenüber, die Maschinenpistolen auf sie richteten und fragten: „Du Bürgermeister?“ Insgesamt hatte Hermann Diestelhorst fünf Geschwister, von denen sein Bruder Fritz 1947 auf tragische Weise im Weser-Hochwasser ertrank.

Zur Ausstellungseröffnung werden jeweils kurz sprechen: Vera Varlemann (Begrüßung und Moderation), Tore Diestelhorst („Das Werk meines Vaters“), Hans-Ulrich Krause („Mein Onkel Hermann“) und Bürgermeister Mario Hecker. Aus Hermann Diestelhorsts Buchmanuskript „Verschwundene Welt“, die seine Kindheit in Varenholz anschaulich schildert, liest Silke Jonasson vom Literaturkreis Auetal drei markante Passagen.

Es gibt Kaffee und Kuchen. Zudem führt Tore Diestelhorst durch die Ausstellung. Er hatte auch die Idee zu dieser Veranstaltung.

Für die Ausstellung hat Fritz Steinmann 28 Aufsteller für die großformatigen Gemälde, Drucke und Bilder angefertigt. Sie werden in zwei Räumen im Gemeindehaus zu sehen sein. In einer Glasvitrine werden auch einige Feldpostbriefe von Diestelhorst aus dem Zweiten Weltkrieg an sein Elternhaus nach Varenholz ausgelegt und kleinere Arbeiten des Künstlers gezeigt.

Die Werke Hermann Diestelhorsts verbleiben bis zum 11. März im Varenholzer Gemeindehaus. Sie können während der Büro-Öffnungszeiten sowie im Rahmen der Gottesdienste besichtigt werden.red

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare