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70 Jahre Kulturverein

Helen und Christian Rohrbach gratulieren mit Liederabend

BÜCKEBURG. Als der letzte Ton des Liederabends zum 70. Geburtstag des Kulturvereins verklungen war, zählte der Leiter des Schütte-Chors, Jürgen Schütte, zu den Ersten, die Helen und Christian Rohrbach mit stehend gezolltem Beifall belohnten.

veröffentlicht am 01.11.2017 um 15:56 Uhr
aktualisiert am 01.11.2017 um 16:50 Uhr

Helen und Christian Rohrbach nahmen im Landesarchiv den üppig spendierten Beifall der Konzertbesucher entgegen. Foto: bus
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Autor

Herbert Busch Reporter
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BÜCKEBURG. Am Ende schien das Auditorium im Festsaal des Landesarchivs es kaum erwarten zu können, sich bei den Musikern für deren Darbietungen bedanken zu dürfen. Als dann endlich der letzte Ton verklungen war, zählte der Leiter des Schütte-Chors, Jürgen Schütte, zu den Ersten, die Helen und Christian Rohrbach mit stehend gezolltem Beifall belohnten.

Die Ungeduld des Publikums war dem Umstand geschuldet, dass Ute Mai zu Beginn des Liederabends seitens des veranstaltenden Kulturvereins und in Absprache mit den Interpreten darum gebeten hatte, nicht im Anschluss an jedes Lied, sondern gewissermaßen en bloc zu applaudieren. Geboten wurden vier Blöcke – vor der Pause Vier ernste Gesänge von Johannes Brahms (op. 121) und fünf Lieder, die Zoltán Gárdony nach Gedichten von Rainer Maria Rilke zu Papier gebracht hat; im zweiten Teil vier Lieder nach Gedichten von Martha Grosse aus der Feder von Richard Sahla und Sechs Lieder von Richard Strauss (op. 17, Adolf Friedrich von Schack). Dass der Zuhörerschaft des „ausverkauften“ Abends somit nur vier Mal die Möglichkeit zum Händerühren eröffnet wurde, erhöhte die Spendierfreudigkeit und deren Intensität ungemein.

Von besonderem Interesse waren die Gárdony und Sahla gewidmeten Zyklen. Gárdony, weil dessen Sohn Zsolt den Aufführungen beiwohnte und einige Auskünfte über seinen Vater gab. Dessen kompositorisches Werk sei musikgeschichtlich in die Spätromantik und den Expressionismus einzubinden, erklärte Gárdony Junior. „In den Liedern drückt sich seine absolute Vertrautheit mit der deutschen Romantik und insbesondere mit der Musik seines Lieblingskomponisten Johannes Brahms aus.“

Sahla hatte auf Wunsch des Kulturvereins Aufnahme in das Programm gefunden. Wie das Auditorium aus den von Ute Mai zur Verfügung gestellten Informationen erfuhr, war der Geigenvirtuose, Dirigent und Komponist von 1888 bis 1918 der letzte Hofkapellmeister auf Schloss Bückeburg. „Wir fühlen uns ihm gerade auch im Jahr unseres 70-jährigen Bestehens natürlich verpflichtet“, brachte die stellvertretende Vorsitzende zum Ausdruck.

Mai informierte zudem darüber, dass die aus Bückeburg stammende Sopranistin bereits mehrere Male beim Kulturverein aufgetreten ist. Im Anschluss an einen ersten Gesangsunterricht bei Nils Ole Peters in Hannover absolvierte Rohrbach ein Gesangsstudium in Würzburg und schloss dieses mit dem Konzertdiplom ab. Sie war Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes und gibt seit mehreren Jahren Konzerte in den großen Konzerthäusern und Kirchen Deutschlands sowie des europäischen Auslands.

Ehemann Christian Rohrbach, der seine Frau im Landesarchiv am Flügel begleitete, ist nicht nur Pianist, sondern auch Dirigent und Countertenor sowie Inhaber einer Lehrstelle als Korrepetitor an der Hochschule für Musik Mainz. „Wir freuen uns sehr, zum Geburtstag eine Künstlerin zu Gast zu haben, die in Bückeburg aufgewachsen ist und hier erste musikalische Schritte unternommen hat“, erläuterte Mai.

Dass Helen Rohrbach, die hierzulande viele beim Vornamen nennen und die das Durchschnittsalter der Konzertbesucher merklich absenkte, ihr Publikum mit keinem Ton enttäuschte, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Sie hätte vermutlich auch aus dem Telefonbuch vorsingen können und wäre trotzdem um eine Zugabe nicht herumgekommen.

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