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CDU-Vertreter bei Besuch von „Primus Präzisionstechnik“ sichtlich beeindruckt

Hidden Champion in Röcke

Als Hidden Champion hat Maik Beermann die Firma „Primus Präzisionstechnik“ bei einem Besuch in Röcke bezeichnet und Inhaber Thorsten Völz widersprach nicht.

veröffentlicht am 11.10.2017 um 15:04 Uhr

Thorsten Völz (von links) heißt Maik Beermann sowie Vertreter der Schaumburger und Bückeburger CDU willkommen. Fotos: bus
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Herbert Busch Reporter
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EVESEN/RÖCKE. Von einem „Hidden Champion“ hat Maik Beermann während eines Besuchs der „Primus Präzisionstechnik“ gesprochen. Die Einschätzung des sichtlich beeindruckten Bundestagsabgeordneten galt einem Unternehmen, das gerade in den zurückliegenden drei Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung genommen hat.

„Wir sind in diesem Zeitraum um durchschnittlich 30 Prozent per anno gewachsen“, erläuterte Inhaber Thorsten Völz den Gästen, zu denen außer Beermann die CDU-Landtagskandidatin Colette Thiemann und weitere Schaumburger und Bückeburger Christdemokraten zählten. „Wir erleben gegenwärtig Zeiten mit starken Veränderungen“, verdeutlichte Völz.

Die Firma führt ihre Wurzeln auf die 1979 von Günther Preuß ins Leben gerufene „Zeit-Armaturen GmbH“ zurück. Die Gründung der auf die Geschäftsbereiche Getriebebau und Antriebstechnik spezialisierten „Primus Präzisionstechnik GmbH“ erfolgte 1996. In diesem Jahr wurde auch der erste Bauabschnitt des heutigen Betriebsgebäudes im Röcker Feld fertiggestellt.

Ein im Eingangsbereich postierter Schaukasten informiert über die Historie des Unternehmens.
  • Ein im Eingangsbereich postierter Schaukasten informiert über die Historie des Unternehmens.

Was vor zwei Jahrzehnten mit rund zwei Dutzend Mitarbeitern seinen Anfang nahm, kommt derzeit als mittelständischer Betrieb mit rund 120 Beschäftigten und etwa 17 Millionen Euro Jahresumsatz daher. Und mit vollen Auftragsbüchern.

„Unsere Dreher und Fräser sind im Dreischichtbetrieb tätig, bei Qualitätssicherung und Montage arbeiten wir in zwei Schichten“, zeigte Völz auf.

Der Inhaber: „Forschung und Innovation sind tragende Elemente unserer Entwicklungsstrategie. Das spart Geld, denn innovative Lösungen sind nachhaltig und schaffen Wettbewerbsvorteile. Zudem sorgen kurze Entscheidungswege und konsequenten Automatisierungsprogramme für einen kosteneffizienten Durchlauf der einzelnen Entwicklungsprozesse.“

Im Produktangebot finden sich Antriebslösungen zwischen 0,5 und 500 Watt sowie Klein-, Stirnrad-, Schnecken-, Kegelrad- und Planetengetriebe. „Überall, wo sich im öffentlichen Alltag etwas bewegt, können wir dahinter stecken“, erläutert Völz. „Primus“-Produkten begegne jedermann sozusagen auf Schritt und Tritt. Nur wisse kaum jemand um deren Existenz. Bohrinseln auf hoher See, Setzlingsmaschinen in Spanien, Kaffeeautomaten und Geldauszahlungsgeräte in aller Welt führte der Gastgeber als Beispiele an.

„Wir sind mitverantwortlich dafür, dass in den U-Booten der Royal Navy die Ausstiegsklappe funktioniert“, erklärte der Experte. „Und wenn bei Aldi sich die Tür automatisch öffnet, sind wir auch mit von der Partie.“

Allerdings treten die Röcker nirgendwo als Endlieferant auf. „Wir zeichnen als Modullieferant für das Funktionieren der Gesamtanlagen verantwortlich“.

Während des Besuchs drehte sich viel um die Bewältigung der bevorstehenden Herausforderungen. Dabei hoben Unternehmensvertreter vor allem die Schwierigkeiten hervor, qualifiziertes Personal zu finden. Obwohl „Primus“ seit vielen Jahren sowohl im handwerklichen als auch im kaufmännischen Bereich ausbildet und über eine hohe Übernahmequote verfügt, können nicht alle offenen Fachkräftestellen besetzt werden. Daher soll der Maschinenpark weiter modernisiert werden. Überdies wird der Einsatz von Robotern zur Erhöhung der Prozessqualität und für die Erledigung einfacher Arbeiten vorbereitet. Darüber hinaus gilt ein besonderes Augenmerk der Schulung der Mitarbeiterschaft.

„Die eigene Belegschaft zu entwickeln und zu qualifizieren ist kein verkehrter Weg“, merkte Beermann in diesem Zusammenhang an.

„Wir verfügen personell über Rohdiamanten, die wir feinschleifen müssen“, meinte Völz.

Mit „Hidden Champions“ – heimliche, verborgene Gewinner – bezeichnet die Fachwelt relativ unbekannte Unternehmen, die in ihrer Branche über die Marktführerschaft verfügen. Sie bleiben der breiten Öffentlichkeit auch verborgen, da sie zumeist nicht an der Börse notiert sind. Als Beermann „Primus“ als „Hidden Champion“ bezeichnete, antwortete Völz: „Das kann man so sagen.“

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