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Tschernobylhilfeübergibt in Weißrussland Spenden / Winkelhake: Eilser können sich einbringen

Hilferuf: 200 Kinder in Gomel suchen Paten

Bad Eilsen. Bei ihrer Reise zwecksÜbergabe von Spenden in Weißrussland (wir berichteten) haben Mitglieder der Bad Eilser Tschernobylhilfe die Großstadt Gomel, in der Nähe Tschernobyls gelegen, besucht. Ihr Ziel dabei: die Selbsthilfeorganisation "Hope to the children in trouble". Betreut werden hunderte von Familien, die großes Leid durch die Reaktorkatastrophe getroffen hat - viele Kinder erkrankten an Krebs.

veröffentlicht am 08.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:22 Uhr

In den Krankenhäusern des Patenbezirks, die die Eilser vor ihrer

Autor:

Friedrich Winkelhake

Doch die Familien leiden nicht nur unter denÄngsten um ihre Kinder. Sie sind auch finanziell in Not. Die Behandlung der Kinder erfolgt in der fernen Hauptstadt Minsk, die Beobachtung und Nachsorge in Gomel. Die Reisekosten für Besuche und Behandlung sowie zur Nachsorge können viele Familien bei einem Einkommen zwischen 50 und 150 Euro im Monat nicht aufbringen. Die Medikamente zur Nachsorge werden vom Staat nicht bezahlt. Eine regelmäßig notwendige Medikamentierung ist nicht gesichert, weil auch dazu die Mittel nicht ausreichen. Der Selbsthilfeverein betreut die Familien mit Infos, ermöglicht den Austausch von Erfahrungen, stärkt durch Gemeinschaft die Betroffenen und versucht, für preisgünstigen Medikamenten-Einkauf zu sorgen. Die größte Hilfe geschieht dadurch, dass von Gomel aus der Mini-Zentrale der Helfer heraus um Patenschaften für die Betroffenen geworben wird. Paten verpflichten sich, zu Ostern und Weihnachten eine Spende von 30 bis 50 Euro an die Familien zu überweisen und gelegentlich einen Brief oder eine kleine Aufmerksamkeit zu senden. Das Geld soll der Familie nicht nur ermöglichen, Medizin zu kaufen. Eine solche Patenschaft ist auch ein Zeichen von Solidarität und Nächstenliebe. Die Partner vor Ort berichteten den Schaumburgern, dass solche Patenschaften noch für 200 Kinder fehlen. Viele Schaumburger könnten sich da einbringen. Im Bereich Rinteln-Exten wird das schon lange getan. Wer mithelfen möchte, melde sich bei Fritz Winkelhake (0 57 22) 45 13. Die Delegation konnte einen größeren Geldbetrag überbringen, der bei der Trauerfeier für die verstorbene Mitarbeiterin der Bad Eilser Tschernobylhilfe, Frau Dr. Teuber, gespendet wurde. Die Bad Eilser hatten auch großes Glück an der Grenze. Eine besondere Segnung für ihre beschwerliche Reise, die sie natürlich auch selbst finanzierten. Ein hoher Grenz-Beamter der Weißrussen lotste sie an der unbeschreiblich langen Auto-Schlange von Ausreisenden vorbei bis in den Zollposten. Wartete man in der Vergangenheit bis zu sieben Stunden an der Grenze, dauerte es diesmal einschließlich Abfertigung auf polnischer Seite nur50 Minuten. Das empfanden die vier Delegierten wie ein kleines Wunder. Die "Humanitäre Hilfe" aus Bad Eilsen hatte den Beamten überzeugt. Immerhin überbrachten die Tschernobyl-Helfer etwa 8000 Euro. Diese Hilfe war nur möglich, weil die Bad Eilser und die Bückeburger die Initiative aus der Kirchengemeinde großartig unterstützten. Neue Spenden werden benötigt, damit es so weitergehen kann. Spendenkonto: Ev. Kirchengemeinde Bad Eilsen, Tschernobyl, Sparkasse Schaumburg, BLZ: 255 514 80, Konto-Nr. 341 847 655. Am 17. August erwarten die Bad Eilser 16 Kinder aus ihrem Patendorf Swonez zur vierwöchigen Erholung. Auch diese Maßnahme kostet Geld und ist gleichzeitig sehr wirksam. Das Hilfsprogramm, jetzt im 14. Jahr, wurde nur möglich durch die Bereitschaft vieler Familien, für vier Wochen zwei Gastkinder bei sich aufzunehmen. Für 2007 können sich jetzt schon interessierte Familien melden. Jetzt hofft der Verein auf viele Patenschaften für die Kinder in Not und ihre Familien. Die Patenschaft für eine 15-Jährige aus Illitsch ist ein Anfang. Machen Sie doch auch mit!

Hanno Teuber (weißes Hemd) mit den Leiterinnen der Selbsthilfeor
  • Hanno Teuber (weißes Hemd) mit den Leiterinnen der Selbsthilfeorganisation. Fotos: privat

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